156 / 2,4 JTD - Leistungsverlust

  • Hallo,

    ich hoffe auf eure Hilfe zu meinem Problem.
    Gelesen habe ich hierzu bereits einiges. Aber ich finde keine passende Erklärung -

    zumal es auch differenzierte Meinungen gibt.

    Angaben:
    ALfa 156 Sportswagon 2.4 JTD
    103KW/140 PS
    BJ: 10/2001
    Laufleistung: 160.000 km
    Ident-ID: ZAR93200001262632
    Zu 1: 4136
    Zu 2: 467

    Problem:
    Starker Leistungsverlust sofort bei kalten wie auch warmen Motor gleichzeitig mit

    leuchtender Motorkontrolleuchte. Die Leistung bricht bereits im unteren

    Drehzahlbereich (< 2000 u/min) ein. Zähes Beschleunigen.

    Sollte die Motorkontrolleuchte nicht gleich beim Start rot leuchten, dann tut sie

    es spätestens kurz über 3000 u/min. Höhere Drehzahlen sind dann gar nicht mehr

    möglich.


    Bisherige Aktionen:
    Hatte das Fahrzeug bei ALFA abgegeben. Sie haben den Fehlerspeicher ausgelesen

    (leider kenne ich den Code nicht) und sagten es liege offenbar am defekten "Over

    Boost Ventil" (auf dem Kühler sitzend).
    Sie haben angeblich dieses gegen ein anderes Ausgetauscht aber der Fehler sei der

    gleiche. Daraus schließen sie, dass es am Turbolader liegt und ich bekam einen

    mündlichen Kostenvoranschlag von 1500-1800 EUR.

    Fragen:
    Besitzt dieses Fahrzeug einen VTG Lader?
    Was empfehlt Ihr mir wie ich vorgehen sollte?

    Danke.

  • Hallo!

    Ja, der 103kW hat einen Garrett GT2256V Turbolader und das "V" darin steht für "V"TG.

    Es gibt grundsätzlich zwei Effekte, die einen VTG Fehler beschreiben:

    1. Die VTG wird nicht geschlossen: Leistungsverlust im unteren Drehzahlbereich durch zu wenig Ladedruck

    2. Die VTG wird nicht (wieder) geöffnet: Zuviel Ladedruck ab 3000 U/min; dadurch Notprogramm und auch wieder Leistungsverlust


    Wenn einer von beiden Effekten auftritt kann das Problem an der VTG (Unterdruck)Steuerung liegen.

    Wenn aber beide Effekte auftreten, dann ist ein mechanisches Problem mit den VTG Flügeln, im Inneren des Laders, sehr wahrscheinlich.


    Du hast 4 Möglichkeiten: (in der Reihenfolge von "am Besten" bis "nicht so empfehlenswert")

    1. Du wirst selber Experte ...baust den Lader selber auseinander ...und bringst die VTG selber wieder zum Laufen

    2. Du lässt einen neuen Lader verbauen

    3. Du lässt einen aufbereiteten Lader verbauen ...leider taugen die miesten aufbereiteten Lader nix, weil die Aufbreiter ihr Handwerk nicht verstehen und billig billig arbeiten...

    4. Du lässt Deinen Lader von jemandem reinigen, bzw. die VTG gängig machen ...leider gibt es fast überhaupt keine kompetenten Werkstätten, die sowas richtig können


    ...im Grunde genommen bleibt selber machen, oder neuen Lader verbauen lassen.

    Gruß, Jörn

  • Hallo!


    Gibt es Empfehlungen bzw Anleitungen den Lader selbst zu überholen bzw zu reinigen?

    ...in Grunde genommen mußt Du einfach viel im Internet recherchieren. Es gibt zu dem Thema bebilderte Anleitungen und youtube Videos ...natürlich nicht für den Alfa, aber die Garrett Lader der GT Serie sind alle gleich aufgebaut. (wenn sie die gleiche, oder eine ähnliche "Buchstaben- Zahlen Rhytmik" haben) Ich habe damals mit einem defekten Lader angefangen, mich in das Thema einzuarbeiten, den ich billig bei ebay ersteigert haben.

    Als Ersatzteilelieferant empfehle ich Dir "turborebuild co uk" ...die sind auch in ebay vertreten.

    Gruß, Jörn

  • So Jörn,

    habe heute mir die Sache mal angesehen. Die Druckstange vom Magnetventil zieht an aber offenbar nicht genug. Aufgrund dieses Problems rottet irgendwann die VTG fest, da keine Bewegung mehr erreicht wird.

    Grund dafür ist aber ein anderer glaube ich. Ich glaube, dass die Vakuum Pumpe zu wenig Unterdruck aufbaut und daher keine Verstellung des VTG gewährleistet. Hinzu kommt, dass ein Unterdruckschlauch im hinteren Bereich des Motors zur Bordwand zu einem kleinen vierekigen Kästchen führt und von dort aus verteilt wird. Der besagte Schlauch, welcher auf dieses Kästchen aufgesteckt ist, ist direkt am Kästchen angebrochen. Also zieht es dort wahrscheinlich Falschluft. Vielmehr ist aber der Fittig des Kästchen angebrochen gewesen. Und beim leichten Wackeln hatte ich den Schlauch in der Hand samt darin steckendem Fittig.
    Ich habe vorerst die Verbindung mit einem Verteiler verbunden ohne dieses viereckige Kästchen - hoffe das es so möglich ist.

    Dennoch bringt die Vakuum Pumpe zu wenig Unterdruck damit die VTG vernünftig arbeiten kann wobei jetzt vermütlich die VTG (da ohne Bewegung) sicher festgebacken sein könnte.

    Der Fehler des Motorkontrollleuchte ist nach wie vor an. Muss der Fehler erst gelöscht werden, damit ich erst mal das Ergebnis prüfen kann?

    Danke.

    Einmal editiert, zuletzt von matzesei (2. Mai 2011 um 21:36)

  • Hallo!

    Nein, die Fehler dieser Gruppe werden bei einem Neustart so zurückgesetzt, dass wieder Ausgangsbedingungen herrschen ...nach spätestesn 4 Starts erlischt die Lampe und nach spätestens 16 Starts verschwinden die Fehler auch aus dem Fehlerspeicher (aber ich weiß natürlich nicht, was sonst noch für Fehlercodes gespeichert sind)

    Eine richtig gute Erklärung ist das, von Dir angeführte, aber nicht für den Fall, dass die VTG Verstellung auch manchmal, wenn der Unterdruck wohl doch mal ausreichte, nicht wieder zurückkommt. Das hat nämlich nichts mit dem Unterdruck zu tun, sondern mit der Federkraft in der Dose.

    Dass sowohl der Unterdruck nicht ausreicht, als auch die Feder schluff ist ...ist zusammen sehr unwahrscheinlich!

    Gruß, Jörn

  • Hallo,

    offenbar ist es amtlich. Es ist ein Turboladerschaden. Ein Spiel von fast 5 mm axial lt. meiner Werkstatt.
    Nun brauch ich da was Neues (gebrauchtes). Gibts da außer der Bucht noch andere Anbieter für gebrauchte Turbolader?

    Kann dieser Lader mit dieser Beschädigung noch repariert werden?

    Gruß.

  • Hallo!

    ...da Du bereits den Sekundärfehler mit der VTG Verstellung hast (vermutlich durch Öl aus dem ausgeschalgenen Lager), würde ich auch einen neuen Lader empfehlen.

    Der GT2256V für Deinen 2,4er ist zwar etwas teurer, als der GT1749V von Michel's 1,9er ...aber da die Aufbereiter fast alle Mist liefern, würde ich das Risiko nicht eingehen. Die Membrane in der VTG Unterdruckdose wird z.B. von fast keinem Aufbereiter ausgetauscht und sieht nach den Jahren fast immer so aus, wie die Haut von Pierre Brice, der alten Ledertasche... ;)

    Gruß, Jörn

  • Hallo Leute,

    momentan weiß ich nicht mehr was ich glauben soll. Folgendes:
    Der Lader soll lt. Werkstatt erhebliches Spiel haben. Ich werde mich bis zum WE selbst davon überzeugen.

    Nun bleibt immer noch das Problem mit dem Unterdruck des Systems. Die Vakuum-Pumpe fördert eine zu geringe Leistung. Leider habe ich keinen Wert den ich liefern könnte.

    Das Ladedruckregelventil (Over Boost Ventil) ist erneuert worden.

    Aber die VTG Verstellung lässt sich tadellos verstellen, wenn man eine Handpumpe nimmt und diese direkt mit den Regelventil verbindet.
    Die VTG (Gestänge) wandert nahezu perfekt rein und raus mind. 1 cm.

    Hinzu kommt, dass der Unterdruck im System einmal aufgepumpt von alleine schnell absinkt. (Leck?)
    Von der Unterdruckpumpe verläuft der Schlauch zum ersten auf den Bremskraftverstärker wird vorher mit einem T-Stück abgezweigt und läuft auf einen "Unterdruckspeicher" sagte mir die Werkstatt. Dort hatte ich bereits beschrieben, dass ein Fittig samt Schlauch abgerissen war. Dieser wurde lediglich mit einem T-Stück mit den anderen Schläuchen verbunden.
    Der sogenannte Unterdruckspeicher ist somit nicht verbunden an der Abrissstelle.

    Für mich stellt sich die Frage:

    1. Wie viel Unterdruck (Bar, mBar) muss eine Vakuum-Pumpe aufbauen?
    2. Was kostet ein Unterdruckspeicher (schwarze eckiges Kästchen)
    3. Könnte es an der Vakuum-Pumpe liegen, da diese selbst beim Starten nicht das Gestänge anzieht aufgrund zu geringen Unterdrucks.
    4. Was kostet eine Vakuum-Pumpe

  • Hi!

    Dein angenommener zu geringer Unterdruck ist ein Irrweg ...und Du hast selber die Begründung dafür geliefert:


    Sollte die Motorkontrolleuchte nicht gleich beim Start rot leuchten, dann tut sie es spätestens kurz über 3000 u/min. Höhere Drehzahlen sind dann gar nicht mehr möglich.

    Während das "Anziehen" vom Unterdruck geleistet wird ...wird die Funktion, dass die VTG Verstellung bei spätestens 3000 U/min wieder in ihre Grundstellung geht, von einer Feder in der Unterdruckdose übernommen.

    Deine Fehlerbeschreibung sagt ganz klar aus, dass auch das nicht zuverlässig funktoniert.

    Die Annahme, dass sowohl der Unterdruck zu gering ist ...als auch die Federkraft für die Rückstellung, halte ich für Blödsinn! Die VTG Verstellung wird in beide Richtungen zu schwergängig sein.

    Gruß, Jörn

    PS: Der Normunterdruckdruck für eine zuverlässige VTG Verstellung (wenn diese OK ist) beträgt 0,45-0,5 bar ...wenn man die nicht hätte, würde man das gewaltig in der Bremse merken.

  • Hallo Jörn,

    Ich verstehe deine Theorie denke ich. Dennoch benötigt das System erst einmal Unterdruck. Beim Starten des Motors habe ich verstanden, dass das Gestänge anziehen muss.
    Das tut es aber jetzt in keinster Weise. Und das liegt daran, das der Unterdruck nicht ausreicht. Halte ich den Finger direkt an den Ausgang der Unterdruckpumpe, dann saugt es den Finger so gut wie nicht an - ergo kann der Zug des Gestänge nicht erfolgen.
    Dennoch reicht der Unterdruck für den Bremskraftverstärker.
    Das Gestänge lässt sich wirklich leicht verstellen nur liegt kein/ kaum Unterdruck an.

    Grüße.

  • Hi!

    ...mag ja sein, dass jetzt gar kein (oder kaum mehr) Unterdruck vorhanden ist ...aber wenn überhaupt ist das nur ein Sekundärproblem, das vermutlich erst auftrat, als Du angefangen hast zu basteln.

    Fakt ist, dass für die Situation bei 3000 U/min gar kein Unterdruck notwendig ist, bzw. die Abwesenheit von genau diesem, keine Rolle gespielt haben kann!

    Gruß, Jörn

  • 2. Was kostet ein Unterdruckspeicher (schwarze eckiges Kästchen zur Vorwand in der Nähe es Ölmessstabs) und wie ist die genaue Bezeichnung?

    Matze.

    Hallo,

    bitte um Antwort:
    Ich benötige die Teilenummer des Unterdruckspeicher vom Alfa 156 2,4 JTD - 140PS - Bj 2001. Könnte diese mir jemand mitteilen.

    @ Jörn: das AGR/EGR bekommt man doch für den 2,4 JTD als Alternativ Part (Opel?). Könntest du/ Ihr mir ebenso die Teilenummer mitteilen.

    Danke Euch - Matze.

  • Hallo Matze,

    die (Unter)druckspeichernummer habe ich auch nicht, weil ich sowas noch nie ersetzen mußte. Vielleicht findet Du sie in einem der ePer im Netz.

    Das günstigeste Pierburg AGR/EGR für den 2-Ventiler (ist bei 1,9 und 2,4 das selbe) ist das Vauxhall/Opel 55215032 für den 1,9L DT und DTL Motor. Der Pierburg Konfektioncode ist am Ende .38 statt .34 aber das bedeutet nur, dass der Steckerabgang um 90° verdreht ist. Da der Kabelbaum lang genug ist, ist das kein Problem.

    Gruß, Jörn

  • Hallo,

    momentan zeichnet sich ein anderes Fehlerbild ab wie mir schein.
    Und zwar habe ich kurz nach dem Starten (kalter Motor) die Möglichkeit ordentlich Leistung zu verspüren. Nach kurzer Zeit schwindet die Leistung. Ich fahre dann im Drehzahlbereich unter < 3000 U/Min.
    Allerdings leuchtet bereits beim Start des Motors die Motorkontrollleuchte permanent.

    Den Turbolader habe ich selbst gebrüft soweit ich es einschätzen bzw machen konnte. Den Schlach von der Verdichterseite entfernt und die Welle auf Lager-Spiel geprüft. Das Radial-Spiel ist faktisch nicht vorhanden. Das Axial-Spiel hat eine Maß von ca 2-3 mm. Aber definitiv keine 5 mm.
    Ich kenne die Toleranzen leider nicht. Aber der Lader ist voerst ok meiner Ansicht nach.
    Nun bleibt nur noch die VTG - Geschichte. Wobei ich hierzu sagen muss, dass diese dem Anschein nach funktioniert. Dazu testete ich die mit einer gewöhnlichen Spritze Unterdruck zu erzeugen. Die Schubstange bewegte sich den 1 cm wie sie soll.

    Ich habe das Regeldruckventil abgesteckt und den Motor gestartet. Anschließend wieder angesteckt und geschaut was passiert. Die Schubstange wanderte höchstens 5 mm rein.
    Ich vermute dennoch, dass meine Unterdruckpumpe zu wenig Unterdruck erzeugt, daher zieht die Schubstange nur 5 mm an oder manchmal auch gar nicht.

    Als nächstes habe ich das AGR/EGR Ventil abgebaut und alles angeschaut. Es ist leicht verrußt. Es ließ sich sehr leicht eindrücken. Nichts war verklebt o. ä. Aber der Anschluss zu Drosselklappe war reichlich verklebt und der Durchmesser der Öffnung bereits minimiert. Das hatte ich gereinigt.

    Der Fehler besteht allerdings immer noch. Das war auch fast zu erwarten. Als nächstes kommt die Unterdruckpumpe daran die wird getauscht.

    Über irgend ein Feedback wäre ich Dankbar.

    Grüße, Matze.

  • Hi, der Lader darf eigentlich so gut wie kein Axialspiel haben. 2-3mm ist definitiv defekt und die Welle wird, wenn nicht dchon passiert bald irgendwo anlaufen.
    Radialspiel braucht der Lader ein paar 1/10mm, da erst bei positivem Öldruck zentriert.

    Egal was dein Unterdruckproblem ist, einen neuen Lader brauchst Du auch.

    Gruß Michel

  • N'abend,

    Einige Teile habe ich bestellt und fange nun an Systematisch auszuschließen. anders wird es ja offenbar nicht möglich sein.

    Merkwürdig ist auch warum ich immer nach dem Start (kalter Motor) volle Leistung habe, dazu aber die rote Motorkontrolleuchte leuchtet. Nach kurzer Zeit von ca 2-5 Min. ist das Problem wieder da = keine Leistung.

    Könnte es auch noch am LMM liegen? Übrigens wenn ich mich richtig erinnere lautet der Fehler Code P0235.

    Grüße, Matze.

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