Wiedermal Fehler P0238 Alfa 156 JTD 16V

  • Hallo,

    Habe die letzten Wochen zu meinem Problem die Suchfunktion schon ordentlich gequält, leider ohne meine Symptome genau wieder zu finden.

    Fahrzeug ist ein JTD 16V 103 Kw Bj. 2003

    Fehler ist P0238 Ladedruck Signal zu hoch

    Fehler tritt sporadisch auf. Vorgestern 2 mal bei Tempomat an, 130kmh und 2300 U/min. Wagen fährt bergab und rollt, beim Übergang zum Bergaufstück Motorkontrollleuchte an, keine Leistung.
    Heute 200Km/h, kurz vom Gas, bei 180 wieder aufs Gas, Notprogramm.

    Habe das AGR totgelegt keine Hilfe. LMM, original Bosch neu, keine Besserung. VTG Test geht, Stange zieht an und fährt aus. Ladedrucksensor gereinigt.

    Beschleunigung und Drehmoment unten herum gut. Ab 3500 U/min meiner Meinung nach zäh, 190 erreicht er flott, bei 205 Tacho ist Feierabend mit 16 Zoll Originalbereifung.

    Bevor ich jetzt munter den Ladedrucksensor oder das VTG Steuerventil Tausche, wollte ich mal Eure Meinung hören.

  • Hallo!

    Zuerst möchte ich Dir mal ein Kompliment machen: deine Beschreibung ist das beste, was ich hier in letzter zeit gelesen habe. (und dabei auch noch kurz gehalten) Respekt!

    Deinen Fehler kenne ich ...und fühle jetzt schon mit Dir, dass es nciht durch den simplen Austausch einer Sensoren- oder Aktoren-Komponente zu heilen ist.

    Deine beiden Fälle haben nämlich eines gemeinsam: man fällt in einen "ausgependelten Teillastbereich auf höherem Niveau" und hat dann wieder eine Leistungsanforderung. Der "ausgependelte Teillastbereich" ist für die variable Turbo Geometrie der kritischste Bereich für "mechanische Hängenbleiber", da hier immer nur ganz geringe Verstellkräfte in die eine, oder andere Richtung der VTG aufgebaut werden ...die Unterdrucksteuerung, die Unterdruckdose und die Verstellflügel "schweben" sozusagen. Irgendwo in diesem "Schwebezustand" ist eine mechanische Stelle, an der das ganze etwas "stuck" ist ("Garrett Sprech") ...und die Reaktion auf die Leistungsanfoderung ist nicht so schnell, wie es sich das ECU wünscht. (eine Steuerung der VTG von Anschlag zu Anschlag ist problemloser!)

    Die Ursache ist vermutlich gleichzeitig die schlechte Leistung ...Gemischaufbereitung in Richtung "Ruß" -> VTG Verstellung "stuck"

    ich befürchte, Du wirst um die reinigung des Turboladers nicht herumkommen. Außerdem soltest Du die eigentlich Ursache für den Ruß beseitigen.

    Gruß, Jörn

  • Danke Jörn,

    ich hatte so etwas schon befürchtet.

    Der Wagen stand 2 Jahre und wurde zwischen den TÜV Terminen nur 100Km bewegt. Als ich ihn kaufte, fuhr er 50Km problemlos, dann kam das erste Mal das Notprogramm.

    Seit dem habe ich den Unterdruckschlauch der VTG Verstellung neu gemacht, so wie die beschriebenen Dinge.

    Da der Fehler nur noch sporadisch auftritt, hoffte ich, es könnte nun nur eine Kleinigkeit sein.

    Zum Thema Rußen ist mir eigentlich nichts ungewöhnliches aufgefallen.

    Kann ich den Hebel der Druckdose mal von Anschlag zu Anschlag bewegen und dann feststellen, ob etwas hängt, oder ist dies nur ausgebaut möglich?

    Gruß Michel


  • Kann ich den Hebel der Druckdose mal von Anschlag zu Anschlag bewegen und dann feststellen, ob etwas hängt, oder ist dies nur ausgebaut möglich?

    so einfach ist das leider nicht!

    Man kann das Ganze schon durchaus im eingebauten Zustand testen ...aber nicht durch simples hin- un her-bewegen. Es gibt einen physikalischen Unterschied zwischen Haftreibung und Gleitreibung. Die Überwindung der Haftreibung benötig aber immer eine größere Kraft, als die der Gleitreibung. Mit hin- und her-bewegen überwindest Du aber immer nur an den Anschlägen die Haftreibung und in der Mitte nur die Gleitreibung.

    Zum Testen müsstest Du die gesamte Anordnung aus Druckwandler-Regelventil, Unterdruckdose und VTG Verstellung "in der Mitte schweben" lassen. Du kannst sowas nur erreichen, wenn Du mit einem Impulsgenerator (elektrische Mess und Prüfmittel, z.B. bei Conrad Elektronik) nach der anhängenden Pierburg Spezifikation benutzt. Du lässt die VTG an verschiedenen Punkten "schweben" und guckst, ob sie, bei veränderung des Testverhältnises, ruckfrei in die jeweils andere Lage wechselt.

    http://www.ms-motor-service.com/ximages/pg_si_0065_de_web.pdf

    Gruß, Jörn

    PS: man kann sich auch einen Servotester, aus dem Modellbaubedarf, für die passenden Impulsverhältnisse (und 12V statt 5V), umbauen.

  • Hallo Jörn,

    danke für die Erklärung.

    Ich habe eben noch mal eine Probefahrt mit FiatEcuScan gemacht.

    Natürlich habe ich den Zustand nicht reproduzieren können.

    Ich habe Desired Boost Pressure, Boost Pressure und VTG Signal anzeigen lassen. Der Graph fuhr schön der vorgegeben Kurve nach. Systembedingte Schwankungen mal abgesehen.

    Würdest Du das VTG Regelventil komplett auschließen? Die 50€ wäre ich noch mal bereit zu investieren, wenn die Möglichkeit bestünde.

    Was mich nur Stutzig macht ist der Leistungsverlust ab etwa 3500 U/min.

    Gruß Michel

  • Hallo Michel!


    Würdest Du das VTG Regelventil komplett auschließen? Die 50€ wäre ich noch mal bereit zu investieren, wenn die Möglichkeit bestünde.

    Was mich nur Stutzig macht ist der Leistungsverlust ab etwa 3500 U/min.

    ...nein, das Druckwandler-Regelventil kann man nicht sicher ausschließen. Es ist auch eine Komponenten, die bei einem ganz bestimmten Tastverhältnis hängenbleiben kann.

    Es ist aber auszuschliessen, dass der Leistungsverlust bei der Drehzahl durch die VTG Steuerung zustande kommt. Ab 3000 U/min ist die VTG "offen" und da kann nichts weiteres zurückgenommen werden. Entweder gibt es da ein Problem mit der Gemischaufbereitung (Injektoren?) ...oder wenn es doch der Turbo ist, dann müßte schon ein Stück vom Verdichter und/oder Turbinenrad "angeknabbert" sein um bei der Drehzahl eine Leistungskappe zu haben. (Undichtigkeiten in der Ladestrecke schließe ich mal aus)

    Gruß, Jörn

  • Hallo ,
    bei meinem 156 war es der Druckwandler. Mein Händler wollte den Turbo wechseln, ich habe aber die Kosten gescheut und habe neues verbaut. Das war vor ca 2 Jahren und meinen ersten Turbo habe ich immer noch!
    Die Teile gehen so selten nicht kaputt. Man kann auch mal beim Schrotti schauen dann wird es noch billiger!
    Gruß
    Ralf

  • Okay,

    Werde mir auf Grund des Leistungsverlustes mal die Ladestrecke anschauen. Also oberer und unterer Ladeschlauch und LLK.

    Für den Fehler besorge ich mal das Ventil.

    Sollte alles nicht helfen, bau ich den Lader beim Riemenwechsel in 5 Tkm mal auseinander.

    Ich berichte hier weiter.

    Gruß Michel

  • - Ladestrecke kontrolliert i.O.
    - Steuerventil getauscht --> Fehler noch da

    Werde jetzt wahrscheinlich den Lader zu STK zur Überholung und Kalibrierung schicken.:-(

    Nervige Angelegenheit

    Gruß Michel

  • Will mal weiter berichten:

    Habe ja zu 99% die etwas träge VTG als Ursache festlegen können.

    Nun blieb ein Eigenreinigungsversuch oder Eine Überholung bei z.B. STK

    Bei meiner Recherche zur VTG Reinigung bin ich dabei auf ein Produkt der Firma Innotec gestoßen: Turbo Clean Kit

    Das ist eine 3-teiliges Kit zur Reinigung bei eingebautem Turbo. Lediglich der Vorkat muss ausgebaut werden. Prozedur dauert etwa 1,5 Stunden. Der Turbo wird dabei mit einem Reiniger geflutet und 1 Stunde eingewirkt. Dabei die VTG Verstellung per Hand bewegen. Nach 1 Stunde wird dieser Reiniger mit einem 2. entfernt. Eine 3. Komponente wird in den Dieselfilter eingefüllt.

    Alles in Allem in der normal ausgestatteten Hobbywerkstatt zu machen.

    Mein Auto funktioniert jetzt endlich so wie es soll. Es ist eine Wohltat.

    Selbst provoziertes, hartes Beschleunigen von 160 ab, gibt keinen Fehler mehr. Auf gerader Strecke sofort 210Km/h!thatsit!

    Gekostet hat der Reiniger 83€ bei Ebay.

    Hoffe, das dieser Zustand etwas anhält, da ja wahrscheinlich die Probleme ursächlich in der 2 jährigen Standzeit und dem vorhergehenden Kurzstreckenbetrieb lagen. Rußen ist jedenfalls nicht auffällig zu erkennen.

    Gruß Michel

  • Hallo Michael,

    ich finde es interessant, dass dieser Reiniger bei Dir den Erfolg gebracht hat. Ich habe ihn bisher selber noch nicht angewand, aber schon Fahrzeuge für meinen Freund (der den eigenen KFZ Betrieb hat) befundet, bei denen diese Prozedur schon durchgeführt worden war und nur graduelle Verbesserungen gebracht hatte. Der danach zerlegte Lader war eigentlich nur an den großen Flächen sauberer ...die Lagerung der VTG-Schaufeln und der großen Verstellrings, nebst Laufrädern und Knebel von der VTG Stange, war nur partiell gereinigt worden.

    Gruß, Jörn

    PS: schon etwas ausgeschlagene Lader mit 200.000km lassen sich mit so einem Mittel besser reinigen als fast neue Lader (<50.000km) die durch Dummheit der Besitzer einer Rußorgie zum Opfer fielen.

  • so ein fall hatten wir die letzten 3 wochen auch... einmal war es bei nen 147 1,9 JTD 16V. da war es das overboostventil, was nich abgeschaltet hat. dadurch hat der turbo zu viel druck aufgebaut und der motor is in den notlauf... zündung aus und wieder an leistung wieder da bis man 2500 U/min erreicht hat.....

    2. Fall Stilo 1,9l da war es die unterdruckdose am turbo die keinen unterdruck gehalten hat..

    kannst ja ma nach beiden gucken ob se ok sind

  • Möchte mich hier mal einschalten mit der Lösung zu 2 Problemen:
    2009: Fehler im Motormanagement --> Ladedruck bei kalten Temperaturen und plötzlicher Leistungsabrufung zu hoch --> Notprogramm ohne Turbolader --> Zündung aus und Zündung an, dann war das Problem meistens behoben, jedoch nicht dauerhaft --> Unterdruckschlauch an den Anschlußstücken eingerissen und Falschluft gezogen (der obere, welcher zu dem Metallanschluß führt, der dann über den Motor geht)

    25.05.2011: Keine Leistung bis 3000 U/min und KEIN Fehler im Bordcomputer und beim Abschalten des Motors hat er heftig geruckelt!
    Ich habe die Threads über VTG gelesen und mich auf die Suche gemacht. Siehe da, das VTG arbeitete nicht. Die Tests, wie Understatement mehrfach beschreibt, durchgeführt und es war klar, daß es das VTG sein muß. Unterbodenschutz weg und den unteren Schlauch (von Druckdose zu Anschluß an den Schlauch der dann am Kühler nach oben führt) abgezogen. Ergebnis: Er war an den Anschlußstücken eingerissen und hat dadurch keinen Unterdruck mehr erzeugen können --> Die Stange an der Unterdruckdose konnte beim Starten nicht eingezogen werden. Schlauch getauscht und alles war gut.

    Vielen Dank an Understatement für die Diagnose und Beschreibung der Fehlerbehebung.
    Wenn man bedenkt, daß "normale" Kunden in die Werkstatt gehen und u.U. einen neuen Lader verpasst bekommen. Mit Arbeitszeit werden da wohl ca. 2000 EUR berechnet --> unglaublich
    Ich habe Unterdruckschläuche rumliegen und so kostete es mir, außer meiner eigenen Zeit, gar nichts.

    Danke an dieses hervorragende Forum.

  • Die Unterdruckschläuche sollte man je nach Fehler sicher als Erstes kontrollieren. Bei mir waren diese auch porös, hatten aber auf den Fehler keine Auswirkung. Oft ist halt einfach die VTG selber schwergängig.

  • Will das noch mal hochholen.

    Habe zwischendurch mal wieder den Fehler reproduzieren können.

    210, vom Gas, bei 170 wieder voll drauf, Notprogramm.

    Hatte die Schnauze jetzt gestrichen voll und hab den Turbo ausgebaut. Beim Zerlegen fiel mir auf, das die Rußschicht nur sehr dünn und nicht klebrig war. Mit einem Pinsel leicht zu entfernen.

    Das Gehäuseteil der Turbinenseite zeigte dann die Ursache für mein Problem. Die Leitschaufeln sind wohl aus Edelstahl und haben dem Gußteil rostmäßig, wahrscheinlich durch die 2 Jahre Standzeit, ordentlich zugesetzt. Man sieht auf den Bilder schön, wie sie sich durch den Rost gearbeitet haben.

    Habe alles mit Diesel gereinigt und mit Dremel und feinen Schleifpads geglättet. Also die Auflagefläche der Schaufeln und die Fläche am Gehäuse.

    Seit 1000km jetzt merklich besseres Beschleunigungsverhalten und mit etwas Gefälle 230 laut Tacho.

    Bilder im Album.

    Gruß Michel

  • Hatte ich vor ein paar Monaten auch und hier berichtet. Lader ausgebaut und mit Dremel und feinem Schleifpapier behandelt. Seit dem ist der Fehler nicht mehr aufgetreten. Hatte mich 1/2 Jahr mit dem P0238 rum geärgert.
    Bei mir war es auch kein Russ, sondern Rost welches die VTG beeinträchtigte.

    Übrigens, gleicher Wagen, gleiches Baujahr

    Grüsse Dirk

  • Bei meinem Crosswagon (2004er 156 1,9JTD 16V) hatte ich auch das Phänomen daß beim abrupten Beschleunigen auf Autobahnen oder steilen Bergstraßen der Fehler P0238 kam.

    Fazit: Im Notprogramm bis zur nächsten Haltemöglichkeit fahren - Auto abstellen - weiterfahren bis zum nächsten Fehler.

    Die Lösung: Turbo ausgebaut - Leitschaufelverstellung gangbar gemacht und Turbo gereinigt (300€). Seitdem bin ich fehlerfrei unterwegs (2000km) und kann endlich wieder das Alfa-Feeling genießen.

  • erstmal super das endlich mal auch eine fehlerbehebung ausgeschrieben wird!!
    in allen anderen threads wird nichts mehr geschrieben wenn der fehler weg ist !!!

    naja ich quäle mich damit auch schon ewig rum...
    allerdings hat meiner "2,4 bj.02" jetzt (mit allen original motorenteilen) 320tkm weg.
    ich hatte anfangs das problem das bei start des motors eher sehr schlecht gas annahm ( so ca. 7 sec.) allerdings noch keine fehlermeldung und beeintrechtigung bei autobahnfahrten. nach ca. 2,5 jahren wurde meine hd pumpe undicht und ich dichtete diese ab. nach ca. 2 wochen trat der fehler 0238 kurzzeitig auf der autobahn bei ca. 2-2300 u/min bei beschleunigung auf und danach immer wieder häufiger bis heute wo ich ihn mit starkem bechleunigen bzw. mit bestimmter gaspedalstellung provozieren kann.
    dabei ist auch starkes qualmen und sehr träges beschläunigen im unteren drehzahlbereich.
    zeitweise bei übertriebener fahrweise also jeden gang bis in den begrezer drehen schaltet der motor auch ab.
    bin dann mal mit dem ecu scan gefahren und sah das der ld sehr starke schwankungen hat und diese auch ganz schwach zu merken sind bei starkem berganstieg und langsames hochdrehen bei ca. viertel gaspedalstellung.

    ich werde diese reinigung mal vornehmen bei der km leistung.
    und berichte dann mal.

    mfg benny

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