147 JTD dreht hoch und qualmt

  • Hallo Leute,
    nach längerer Alfa Abwesenheit (156 2,4JTD) mir im Mai diesen Jahres einen Alfa 147 1,9 JTD BJ 2007 mit 32000km erstanden. Nach den ersten 2000km war gleich das AGR defekt und wurde ausgetauscht.
    Letzte Woche passierte nun folgendes beim Beschleunigen (ab 80) auf der Autobahn:
    Der Motor drehte beim Auskuppeln selbsttätig (das Gaspedal blieb nirgendwo hängen) urplötzlich voll in den roten Bereich (jenseits des Begrenzers), die Drehzahl nahm kurz ab und drehte dann nochmals voll in den roten Bereich. Das ganze dauerte vielleicht 10s und ich habe dann eingekuppelt und aus dem Auspuff kam noch weitere 20-30s dicker schwarzer Qualm, der die Sicht nach hinten komplett vernebelte. Nach einer Woche habe ich nun festgestellt, dass der Ölstand deutlich zurück gegangen ist (2 Striche bei der Anzeige im Cockpit) und der Motor rauher über die gesamte Drezahl läuft (es treten allerdings keine Drezahlschwankungen im Leerlauf auf). Der Ölstand scheint nicht weiter abzunehmen. Die Leistungsentfaltung scheint mir etwas zu schwanken, es ist allerdings kein bemerkbarer Leistungsverlust erkennbar.
    Hat jemand dies schon einmal beobachtet und eine Idee was das sein kann?
    Zur Zeit ist noch Gebrauchtwagengarantie auf dem Auto und die Frage ist ob ich es in die Werkstatt bringen soll? Ich habe nur die Befürchtung, dass Aufgrund dieser unspezifischen Fehlerbeschreibung nichts gefunden wird.
    Danke und Gruß,
    Jörg

  • Irgendwie scheint er eine ganze Menge Öl angesaugt zu haben und das verbrannt. Deswegen hat wohl der Motor so hochgedreht. Könnte was mit der Motorentlüftung zu tun zu haben, vielleicht war der Lader auch kurz inkontinent.

    Das kurzzeitige Überdrehen könnte allerdings Deinen Motor angeschossen haben. Diesel sind da sehr empfindlich.

  • Klasse, der Motor wird sich wohl nen Kräftigen Schluck Motoröl genehmigt haben und hat deshalb auch hochgedreht. Da ein Dieselmotor nicht über die angesaugte Luftmenge (wie ein OTTO-Motor) sondern über die zugeführte Kraftstoffmenge geregelt wird kann es vorkommen das ein Motor der Öl verbrennt hochjagt.

    An welcher Stelle er nun das Öl zuführt kann man ohne Prüfung schlecht sagen. Eventuell kommt es vom Turbo.


    MfG
    Tony

  • Hast du ja noch Glück gehabt!
    Beim einem guten Freund von mir (genau das gleiche Fehlerbild) ist der Lader hochgegangen. D.h. Riss im Gehäuse auf der Verdichterseite - hat das Öl angesaugt und kräftig in den Ansaugtrakt gepustet. Drehzahlmesser ging auch bis zum Anschlag hoch und der Wagen liess sich auch nicht abwürgen.
    Fazit: Pleul abgerissen - RIP

    Ich würde den Wagen nicht mehr anmachen bevor der Lader nicht überprüft worden ist. Für einen Defekt des Laders würde die unterschiedliche Leistungsentfaltung sprechen.

    Oder? Mag einer meine Theorie berichtigen?

    Viele Grüße
    Holger

  • urplötzlich voll in den roten Bereich (jenseits des Begrenzers), die Drehzahl nahm kurz ab und drehte dann nochmals voll in den roten Bereich. Das ganze dauerte vielleicht 10s und ich habe dann eingekuppelt und aus dem Auspuff kam noch weitere 20-30s dicker schwarzer Qualm,

    10 s und dann noch 20-30 sec gelaufen?

    Dein Motor ist wahrscheinlich im Sack!


    Hast du ihn nicht sofort ausgeschaltet? Denn bei den CR-Motoren müsste das doch gehen? Ich kenne die Geschichten von früheren Dieseln.

  • Hi!

    ...der Motor hat sein eigenes Motoröl verbrannt. Zu 99,9% stammt das aus dem hydrostatischen Gleitlager des Turboladers. Folgende Fehlerquellen kommen hierfür in Frage:

    - Der Turbolader hat ein defekts Lager, an dem vorbei diese Menge Öl zu "Selbstverbrennung" austreten kann

    - Der Öl-Rücklauf vom Turbolader zum Motor hat eine Querschnittverminderung durch Öl-Kohle und deswegen steigt der Diffusionsöldruck am Gleitlager

    - Die Kurbelgehäuseentlüftung sitzt zu und deswgen staut sich das Öl im Rücklauf vom Turbolader

    - Bei dir ist dämlicher Weise 5W30 Leichtlaufplörre eingefüllt, die einen (ioder alle) der drei vorherigen Punkte noch verschlimmern ...na ja C2 spezifiziertes Öl SOLL JA auch aschearm verbrennen ...und das tut es dann halt auch ;)

    ...meisten ist es eine Mischung aus den ganannten Punkten...

    Gruß, Jörn

  • 10 s und dann noch 20-30 sec gelaufen?

    Dein Motor ist wahrscheinlich im Sack!


    Hast du ihn nicht sofort ausgeschaltet? Denn bei den CR-Motoren müsste das doch gehen? Ich kenne die Geschichten von früheren Dieseln.

    Auf der Überholspur der gut gefüllten Autobahn und dem Überraschungsmoment
    hab ich den Motor nicht abgeschalten.

    Evtl. kann mir jemand eine gute Werkstatt im Raum München empfehlen, die den Wagen mal checken kann, von meiner aktuellen bin ich nicht wirklich überzeugt.

    all: Danke für die Informationen, ich habe mir schon sowas ähnliches gedacht. Wird der DPF bei sowas auch in Mitleidenschaft gezogen?
    Gruß,
    Jörg

  • Auf der Überholspur der gut gefüllten Autobahn und dem Überraschungsmoment
    hab ich den Motor nicht abgeschalten.

    Abschalten bring nichts da sich der Motor das Öl trotzdem zieht und verbrennt. Ein Dieselmotor zündet durch seine Verdichtung (Selbstzünder) ein Ottomotor durch eine Zündkerze (Fremdzünder).

    Da hilft nur "Abwürgen" oder R.I.P!


    Wird der DPF bei sowas auch in Mitleidenschaft gezogen?

    Darüber würde ich mir erstmal keine Sorgen machen! Aber ja kann sein, wird aber wahrscheinlich nicht!

    MfG
    Tony

  • Das Nagel kann auch von jetzt zugeklebten Injektoren kommen....

    Solange der Motorölstand nicht unter min abgesunken ist...was soll dem Motor da passieren? Gut, wissen wir nicht, da der TE nichts geschrieben hattte.

    _________________________
    profumo di nafta

  • Abschalten bring nichts da sich der Motor das Öl trotzdem zieht und verbrennt. Ein Dieselmotor zündet durch seine Verdichtung (Selbstzünder) ein Ottomotor durch eine Zündkerze (Fremdzünder).

    Das ist bei den altbekannten Dieselmotoren ja auch korrekt. Ich frage mich halt nur, ob beim CR-Motor bei ausgeschaltetem Druck-Rail die Ölmenge, die er sich ggf. zieht ausreicht, um ihn am Leben zu halten...

    Ich weiß es nicht, deshalb auch meine Nachfragen. ;)

  • Das ist bei den altbekannten Dieselmotoren ja auch korrekt. Ich frage mich halt nur, ob beim CR-Motor bei ausgeschaltetem Druck-Rail die Ölmenge, die er sich ggf. zieht ausreicht, um ihn am Leben zu halten...

    Ich weiß es nicht, deshalb auch meine Nachfragen. ;)

    ...doch doch, der Eigen-Verbrennungsprozess des Motoröls über die Gleitlager im Turbo (dort wird es auch prima vom Verdichterrad "zerstäubt") kann durchaus ausreichen um das Motoröl bis zum letzten Tropfen zu verbrennen.

    Es hilft nur Abwürgen, Ansaugluft nehmen ...wenn das Drosselklappengestänge außen liegt zudrücken, da es durch den Luftstrom oft nicht ganz zugeht...oder Ansaug-Krümmer, vom LMM zum Ladeluftkühler, runterreißen und zum Turbo hin zuhalten ...oder Abgas stauen...

    ...auf jeden Fall muß man den Motor so schnell wie möglich abstellen ...und das geht nicht durch Elektrik und/oder Diesel Unterbindung.

    Gruß, Jörn

  • Das ist bei den altbekannten Dieselmotoren ja auch korrekt. Ich frage mich halt nur, ob beim CR-Motor bei ausgeschaltetem Druck-Rail die Ölmenge, die er sich ggf. zieht ausreicht, um ihn am Leben zu halten...

    Ich weiß es nicht, deshalb auch meine Nachfragen. ;)

    Aus eigener Erfahrung: sie reicht aus.

    Beim Laguna-Schrotthaufen habe ich dann bei ca. 6000 abgewürgt.

    Öl war kaum noch drin; Stab war trocken. Motor lief danach noch 30tkm. Danach aber wenig Kompression....;)

    _________________________
    profumo di nafta

  • Aus eigener Erfahrung: sie reicht aus.

    Beim Laguna-Schrotthaufen habe ich dann bei ca. 6000 abgewürgt.

    Öl war kaum noch drin; Stab war trocken. Motor lief danach noch 30tkm. Danach aber wenig Kompression....;)

    ...ich tippe mal: es war ein 2,2 dCi (die 1,9er haben das eher selten) ...Renault hat auch mal großflächig für diesen Motor einen total flaschen Ölmengenwert (irgendwie 6,8L statt 5,3L, oder so) publiziert und viele stumpfe Werkstatt Pappnasen, die einfach reinfüllen, was auf 'nem Zettel oder Monitor abzulesen ist (und nicht nachgucken und mal Plausibilitäten hinterfragen), haben den Kunden ihre Motoren gekillt ...der kann die 1,5L zuviel nämlich nicht ab!

    Gruß, Jörn

  • Hallo Leute,
    kurzes Update.
    Der Turbolader war defekt und wurde auf Garantie gewechselt. Dies war nun der 2. Defekt in kurzer Zeit bei einem Auto mit 40k KM. So gut mir der Motor auch gefällt, ich bin ernsthaft am Überlegen ob ich die Kiste wieder verkaufen soll und mein zweiter Alfa mein Letzter ist.
    Servus,
    Jörg

  • Hallo Leute,
    kurzes Update.
    Der Turbolader war defekt und wurde auf Garantie gewechselt. Dies war nun der 2. Defekt in kurzer Zeit bei einem Auto mit 40k KM. So gut mir der Motor auch gefällt, ich bin ernsthaft am Überlegen ob ich die Kiste wieder verkaufen soll und mein zweiter Alfa mein Letzter ist.
    Servus,
    Jörg

    ...und was willst Du dann kaufen? ...evtl. einen Saugbenziner ....denn mit jedem anderen Motor mit Tubolader kann es genau den selben Defekt geben.

    Der bei Deinem Wagen verbaute Garrett GT1749V ist exakt der selbe Turboladertyp, den Volkswagen auch im Golf und Passat 2.0 TDi verbaut ...und die meisten anderen in dieser Leistungs/Hubraumklasse auch. (KKK/BorgWarner, oder IHI sind auch nicht besser ...eher im Gegenteil!)

    Das gewechselte AGR-Ventil ist übrigens von Pierburg ...die auch X andere Fahrzeughersteller beliefern!

    Aufgrund von solchen Zulieferteilen den Fahrzeughersteller zu wechseln und zu denken, dass es bei einem anderen besser ist, ist so dämlich, als würde man die Frau wechseln, weil sie dauernd in Schuhläden hängenbleibt ...bei der nächsten sind es dann vielleicht nicht die Schuhläden, sondern es werden regelmäßig mehrere Stunden in der "Markthalle" von IKEA versenkt...

    Kennste Eine, kennste Alle ;)

    Gruß, Jörn

    PS: Falls Du Dir beim alten, oder jetzt auch wieder 5W30 C2 Öl hast einfüllen lassen, bist Du mindestns zu 50% selber schuld!

  • Wenn dieser robuste Lader so oft die Hufe reisst, sollte sich entweder der Fahrer Gedanken über den richtigen Fahrstil machen, oder der Mechaniker, warum er den Ölrücklauf nicht schon beim ersten schaden erneuert hat.

    _________________________
    profumo di nafta

  • PS: Falls Du Dir beim alten, oder jetzt auch wieder 5W30 C2 Öl hast einfüllen lassen, bist Du mindestns zu 50% selber schuld!

    Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung was für Öl die Alfadealer einfüllen, da das alles auf Garantie geht, geben die einem keinen Werkstattbericht und/oder Liste der verwendeten Schmiermittel.

    Fakt ist, dass dies nun mein 2.er Alfa ist bei dem innerhalb einer sehr geringen Laufleistung der Turbo defekt war. Bei den von mir gefahrenen Turbodiesel VW/Ford/Chrysler (Mercedes) ist dies bei deutlich höheren Laufleistungen nie passiert.
    An der Fahrweise liegt's wohl auch nicht, da ich den Motor immer schon warm fahre und nur selten die 170 auf der Autobahn überschreite.
    Servus,
    Jörg

    Einmal editiert, zuletzt von 1472007 (16. Februar 2011 um 15:46)

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