1,8TS, Pleuel abgerissen, Erfahrungen?

  • Ciao,

    nachdem ich vorletzte Woche bei meinem 916Spider 1,8TS einen Motorschaden bei 180km/h hatte, wurde Folgendes festgestellt:

    Werkstatt 1 stellt fest, Zahnriemen um 3-4 Zähne übersprungen.

    Da der Zahnriemen im März von der Werkstatt 2 gewechselt wurde, habe ich dort angerufen un den Sachverhalt geschildert, worauf der Wagen abgeholt wurde und dort der Schaden genauer begutachtet wurde.

    Werkstatt 2 sagt jetzt:

    Am 2. Zylinder sei am Pleuel eine Schraube gerissen, weshalb der Kolben unkontrolliert in den Zylinder 2 auf die Ventile gehämmert wurde.
    Da die Ventile von Zylinder 1,3 und 4 nicht beschädigt wurden, will die Werkstatt auschließen, dass aufgrund der hohen Geschwindigkeit, in der sich alle Kolben bewegen, der Zahnriemen Schuld sei, da sonst auch andere Ventile beschädigt worden wären. Der Zahnriemen sei also erst danach übergesprungen, verursacht durch das Pleuel.

    Der Zahnriemen selbst und die Spannrollen weisen keine Beschädigungen auf.


    Hat Werkstatt 2 Recht, reden die sich raus oder hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ich danke für Euer Feedback.

    Beste Grüße :)

    tempestino


  • Hat Werkstatt 2 Recht

    wenn sich die Schraube (und in Folge der Pleuelfuss usw) verabschiedet hat, dann muss Pleuel und Kurbelwelle und Block in diesem Bereich malträtiert sein - vor allem der Block.
    Ist dem so (Block dort mit Hammerschlägen übersäht, Innenseite oberhalb Kurbelwelle/unterhalb Zylinderlaufbahn), dann haben sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht.

    Ist dem nicht so, liegt da nur irgendwo abgerissene Schraube und es ist in Kurbelgehäuse weiters kein geschlegeltes Malheur zu erkennen, dann wurde fingiert,
    was ich jedoch eigentlich niemand unterstellen würde.


    Motor wäre bei dem Schadensbild absolut Schrott und somit Tauschmotor oder Gebrauchtaggregat fällig, wollte man instandsetzen.


    sei am Pleuel eine Schraube gerissen,

    das passt irgendwie nicht. es muss dann schon mehr gerissen sein.
    Pleuelfuss zerbrösselt, Pleuel zerbrösselt o.ä.
    Aber evtl war jetzt nur die Schandensschilderung etwas unausführlich.

  • Da wird wohl erst mal nur ein Gutachter helfen können denn wie man sieht gibt es zwei Meinungen. Das Dumme ist nur das der Geld will und zwar erst mal von dir!
    Wenn sich dann bewahrheitet das Werkstatt 1 Recht hatte kannst du von der Werkstatt 2 die Kosten für die Beweissicherung einfordern.

    Wenn nicht...:,(

    MfG
    Tony

  • Da wird wohl erst mal nur ein Gutachter helfen können denn wie man sieht gibt es zwei Meinungen. Das Dumme ist nur das der Geld will und zwar erst mal von dir!
    Wenn sich dann bewahrheitet das Werkstatt 1 Recht hatte kannst du von der Werkstatt 2 die Kosten für die Beweissicherung einfordern.

    Wenn nicht...:,(

    MfG
    Tony

    vorsicht: wer bestellt, bezahlt. das gutachten (wenn außergerichtlich vom threadsteller beauftragt) zahlt der threadsteller, da dann "privatgutachten". dazu kommt noch, dass die bedeutung so eines gutachtens vor gericht gegen null tendiert - es ersetzt ein vom gericht angeordnetes sachverständigengutachten in keinster weise.


    grüßle

  • Das ist echt zu blöd...

    pedi:

    Das Pleuel wird ja an der Kurbelwelle von 2 Schrauben gehalten. Werkstatt 2 sagt eine sei gerissen. Der Kolben sieht von innen in der Tat "gehämmert" aus. Oberhalb sieht man die Abdrücke der Ventile.

    Das ein Austauschmotor anstünde ist klar, da das Pleuel den Motorblock durchschlagen hat. Öl war aber immer drauf, bestätigt auch Werkstatt 2.

    all:

    Es geht aber noch weiter:

    Muss ich für die Schadensanalyse der Werkstatt 2 aufkommen? Ich habe keinen Auftrag gegeben, den Motor auseinanderzunehmen....

    Hätte nicht gleich ein Gutachter zu Rate gezogen werden müssen?

    Jetzt hat ja quasi der "Beschuldigte" die Angelegenheit nicht mehr ganz nachvollziehbar gemacht, oder täusche ich?

    UND springt im NACHHINEIN ein Zahnriemen über, OHNE das er sich dabei irgendwie abnutzt oder beschädigt?

    VG

  • Das Pleuel wird ja an der Kurbelwelle von 2 Schrauben gehalten. Werkstatt 2 sagt eine sei gerissen.

    mein Reden! Und was ist mit der zweiten Schraube?
    Haben sie überhaupt die Ölwanne entfernt?
    Oder wie sahen sie zu der Ursache?


    Der Kolben sieht von innen in der Tat "gehämmert" aus. Oberhalb sieht man die Abdrücke der Ventile.

    wie der Kolben oben am Boden aussieht, wie der Brennraum aussieht, das ist absolut irrelevant.

    Es wurde von mir explizit das Kurbelgehäuse erwähnt. Wie sieht das Kurbelgehäuse aus?

    Wenn das Pleuel über'n Jordan geht und sich von der Kurbelwelle verabschiedet, dreht die Kurbelwelle im Normalfall mit z.B. 2.500u/min.
    In den letzten Lebenssekunden des Motors schlegelte also die sich drehende Kurbelwelle mit ca 40 Umdrehungen pro Sekunde (bei angenommenen 2.500u/min) gegen die hängenden Pleuelfragmente. Sowas ist beeindruckend...vor allem für den Motorblock.
    Der Motorblock muss im Kurbelgehäuse (in jenem Bereich des defekten Pleuels) aussehen, als ob einer mit einem grösseren Hammer wild eingedroschen hat.


    Manchmal taucht bei mir die Frage auf, warum hier einer fragt, wenn Antwort eh irgendwie ignoriert wird.



    UND springt im NACHHINEIN ein Zahnriemen über, OHNE das er sich dabei irgendwie abnutzt oder beschädigt?

    ja, möglich

  • vorsicht: wer bestellt, bezahlt. das gutachten (wenn außergerichtlich vom threadsteller beauftragt) zahlt der threadsteller, da dann "privatgutachten".

    Na klar bezahlt erst mal der Auftraggeber! Er bezahlt aber auch das vom Gericht in Auftrag gegebene wenn sich herausstellt das den Beklagten keine Schuld trifft!

    dazu kommt noch, dass die bedeutung so eines gutachtens vor gericht gegen null tendiert - es ersetzt ein vom gericht angeordnetes sachverständigengutachten in keinster weise.

    8(Das ist absoluter Müll und trifft so absolut nicht zu! 8(

    Nur wenn es zu keiner Einigung der Beiden Seiten kommt, sei es das beide einen Sachverständigen haben (die konträrer Meinung sind und sich absolut nicht einigen können) oder beide keinen haben, wird ein vom Gericht beauftragter öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger hinzugezogen. Ansonsten sind Gerichte dazu bestrebt die Kosten, im Interesse der Beklagten, niedrig zu halten.

    Wenn man keine Ahnung hat einfach mal Klappe halten und keine Unwahrheiten verbreiten!



    ...wie der Kolben oben am Boden aussieht, wie der Brennraum aussieht, das ist absolut irrelevant....


    ...Der Motorblock muss im Kurbelgehäuse (in jenem Bereich des defekten Pleuels) aussehen, als ob einer mit einem grösseren Hammer wild eingedroschen hat.

    So ist es in der Tat.

    Allerdings kann auch (sehr Unwahrscheinlich aber möglich) eine Pleulschraube abreißen und die andere sich lediglich verbiegen aber das Pleul noch halten. Dadurch hätte das Pleul noch Führung und würde im Kurbelgehäuse keinen oder kaum Schaden anrichten nur der Brennraum und der Kolben wären betroffen.

    Aber das ist eher unwarscheinlich sollte aber mit erwähnt sein.

    Hätte nicht gleich ein Gutachter zu Rate gezogen werden müssen?

    Nein kann man auch jetzt noch machen, ein Rechtsbeistand wäre auch von Vorteil.

    MfG
    Tony

    Einmal editiert, zuletzt von TOHO333 (15. September 2010 um 09:16)

  • Zum einen finde ich es komisch das die 1.Werkstatt das Loch im Motorblock nicht gefunden hat , zumal bei so einem kapitalen Motorschaden wohl recht viel Öl ins Freie befördert worden sein muss. Zum anderen würde ich mir den Zylinderkopf mal anschauen , wenn wirklich nur die Ventile des einen Zylinders beschädigt sind , dann liegt es recht nahe das der Pleulschaden Ursache war.

    Das der Zahnriemen überspringt wenn der lose Kolben von unten an die Ventile stößt kann schon möglich sein . Wenn trotz übersprungenem Riemen die anderen Ventile noch gut sind dann könnte Werkstatt 2 schon recht haben.

    Der Motor wäre auch Schrott wenn das Pleul nicht durchgeschlagen hätte , allein durch die inneren Verwüstungen.

    Gruß Kalle

  • Zum einen finde ich es komisch das die 1.Werkstatt das Loch im Motorblock nicht gefunden hat , zumal bei so einem kapitalen Motorschaden wohl recht viel Öl ins Freie befördert worden sein muss.

    dann bin ich auch komisch.

    Nachts um 01:00h beim Bekannten wegfahren wollen; Motor hatte seit ca 30km keine volle Leistung mehr.
    Beim Rangieren Ölsabber am Boden gesehen.
    Auto angehoben. Mit Taschenlampe geschaut, auch während Motor lief.
    Nix gesehen, nix erkannt... ausser das Bereich ölbesprotzelt war.
    Ich fuhr noch geraume Zeit mit dem Gefährt ...z.B. an jenem Abend 180km nach Hause usw. (Ölverlust ca 0.5l/180km)

    Ein Pleuel war ab, Loch im Block usw
    Motor hatte vollen Öldruck da unteres Pleuelauge noch auf KW war und es war nix wirklich aussergewöhnliches nix zu hören.
    Motor ist nur auf fünf Töpfen gelaufen und hat etwas Ölverlust gehabt; das war's auch schon an Merkwürdigkeiten.

    Ist nicht wirklich typisch, aber so kann es auch gehen. :-]

  • Na ich sag mal , ohne Dir zu nahe treten zu wollen , das ich sowas von einer professionellen Werkstatt erwarten kann ! gruebel! Er ist ja wegen dem Motorschaden da hin und nicht um ne Glühbirne wechseln zu lassen. Also das muß drin sein , meine Meinung.

    Leitsatz Motorentechnik : 1.Klasse , 1. Stunde - Licht im Kurbelgehäuse ist immer schlecht !!;)

  • Na ich sag mal , ohne Dir zu nahe treten zu wollen , das ich sowas von einer professionellen Werkstatt erwarten kann ! gruebel!

    Primär wollte ich mitteilen, dass gebrochenes Pleuel und Loch im Block nicht zwingend erkennbar sein muss.
    Entsprechende Pleuel hatte ich schon öfters gesehen. Normalerweise ist (wenn vorhanden) Loch im Block gut erkennbar, aber es geht eben auch anders.
    Ich bin recht ratlos gewesen. Bin auch -vor Motoröffnung- bei mehreren Bekannten (erfahrene Kfz-Meister) vorbei, um von ihnen Rat zu holen... jeder tippte auf Zahnriemen, was ich wiederum nicht glaubte.

    So sehe ich es auch bei Werkstatt Nr 1.
    Evtl ist wenig/kein Ölverlust gegeben gewesen, sie kontrollierten die Steuerzeiten und stellten fest, dass die nicht stimmen. Somit war derr Fall für sie erledigt.


    p.s.: ich bemerkte den Pleuelabriss erst bei Kompressionstest, da dieser Zylinder 0.0 drückte. Dachte 3x an Fehler beim Ansetzen vom Tester, bis ich mit Taschenlampe durch Kerzenloch funzelte, während anderer startete > Kolben bewegte sich nicht.

    p.p.s.: nein, ich halte Werkstatt Nr 1 nicht automatisch für unfähig, sondern sie haben logischen Fehler lokalisiert und somit war's plausibel erklärt.

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