Benzin verschwindet nach Standzeit

  • Hallo Alfisti,
    ich habe mal eine Frage: Wenn mein Spider (BJ 1985) über Winter länger steht, ist der Vergaser immer komplett ohne Treibstoff, der "verschindet" einfach über die Zeit spurlos. Ich frage mich halt wohin? Es sind keine Auslaufspuren zu sehen. Sind da vielleicht Schläuche porös?

    Hat das jemand von euch auch beobachten können und hat ggf. eine Antwort parat?

    Vielen Dank schon einmal im voraus!

  • Hallo Jonas,
    bei dem Benzin verhält es sich ähnlich wie mit meinem Gehalt auf dem Konto. Zu Monatsbeginn ist es noch da und ab Monatsmitte ist es weg ohne Spuren zu hinterlassen. Habe erst gedacht, es gäbe ein Loch bei der Sparkasse. Dann musste ich feststellen, dass es durch viele Kanale rückstandslos verschwindet, wie z.B. für Kfz Steuern, Telefon, Internet und Versicherungen.
    Nun, bei den Vergaser passiert etwas ähnliches. Kraftstoff ist generell flüchtig, d.h. es findet eine Vergasung statt. Dies ist anders als bei meinem Gehalt, ansonsten hätte ich nicht für meine Giulia sparen können. Die Dämpfe, d.h. die Kohlenwasserstoffe diffundieren durch Dichtungen am Vergaser / Benzinfilter, die Benzinschläuche und den Luftfilter. Die Diffusionsrate (in mg/24h) ist abhängig von verschiedenen Faktoren z.B. Art des Kraftstoffes / Aufbau des Kraftstoffschlauches (mit / ohne Sperrschicht) / Umgebungstemperatur.

    Was kannst du dagegen machen? Nun, eine Methode wäre, das komplette Auto über den Winter einzufrieren. Damit eleminierst du einen der siginifikanten Faktoren, denn bei Kälte gast Kraftstoff deutlich weniger aus. Allerdings ist dann deine Batterie eingefroren, bitte mache hierzu ggf. ein neues Thema auf. Übrigens, mein Konto war bisher noch nie eingefroren. Ansonsten kannst du nur die Vergaseröffnung nach dem Einmotten dicht verschliessen, aber ein wirklich probates Gegenmittel gibt es nicht. Auch der Umstieg auf Schläuche mit Sperrschicht aus aktuelle Automobilproduktion wird nicht helfen.

    Grüße,
    Wuppy

  • Sehr amüsant, Wuppy :)
    Dann ist also alles im grünen Bereich. Was macht man denn am Saisonstart am besten?
    Startpilot in die Luftzufuhr?
    Vergaser aufschrauben und Benzin einträufeln?
    Oder einfach durchstarten?

    Danke und beste Grüße!

  • Hallo Jonas,

    Du könntest auf eine elektrische Benzinpumpe umrüsten, die sorgt dann recht fix dafür, dass die Vergaser nach langer Standzeit wieder gefüllt sind. Habe ich aber auch noch nicht eingebaut, weiß das nur von Stammtischfreunden. Dazu findest Du aber hier im Forum auch Hilfestellung. Im Frühjahr nach dem Ausmotten orgle ich auch 2 bis 3 Minuten, bis die Bella anspringt...

    Frank

  • Ich kann mir vorstellen, dass das aber auch zu einem sinnigen Ritual werden kann :)
    Ich glaube ich bleibe dann bei der alt hergebrachten Methode mit Trichter und Benzin, ist ja nur einmal im Jahr.

    Vielen Dank aber für den Ratschlag.

    Grüße - Jonas

  • Das Phänomen mit dem verschwinden des Benzins tritt komischer Weise nur bei dem Alfa auf, bei unserem alten Jaguar 420 Bj '63 war das nie der Fall, der hatte nach längeren Standzeiten immer Benzin im Vergaser, komisch ist das ja schon?! ???

    Grüße - Jonas

  • Ich habe das gleiche Problem, finde das aber garnicht schlimm.
    Nach längerer Standzeit (ab 4 Wochen) muß ich halt relativ lange den Anlasser orgeln bis er wieder Sprit hat und anspringt.

    Der große Vorteil ist, dass wenn er endlich anspringt, das Öl schon überall hingepumpt wurde, sodass für gute Schmierung gesorgt ist.

    Wenn ich starte gebe ich Vollgas, dass der Moter aufgrund der geöffneten Drosselklappen leichter durchtörnt und der Anlasser nicht so belastet wird. Dabei gucke ich auf die Uhr und lege alle 20 s eine längere Pause ein.

    Springt aber immer binnen 40 s an, auch nach Standzeit über den Winter.


    Gruß
    Romi

  • .... und wer das Glück hat, die Garage an einer abfallenden Strasse zu haben, der kann den Wagen im Frühjahr (oder sonst nach langer Standzeit) nach 2 - 3 Startversuchen (damit das Öl etwas in Bewegung ist) einfach den Berg hinunter anrollen lassen, das schont Anlasser und Betterie :)

    Gruss Schorsch

  • Das Phänomen mit dem verschwinden des Benzins tritt komischer Weise nur bei dem Alfa auf, bei unserem alten Jaguar 420 Bj '63 war das nie der Fall, der hatte nach längeren Standzeiten immer Benzin im Vergaser, komisch ist das ja schon?! ???

    Grüße - Jonas

    Tja, der Jaguar hat eine elektrische Benzinpumpe, die fördert mit voller Leistung, sobald der Zündschlüssel auf Zündung steht. Nach längerer Standzeit ist auch bei Jaguar der Behälter im Vergaser leer und Du hörst ein schnelles Ticken der Benzinpumpe, dann fördert sie volle Pulle. Nach einigen Sekunden wird das Ticken langsamer und stoppt. Dann ist der Behälter im Vergaser voll, die Nadel am Schwimmer hat das Ventil geschlossen und gut ist.

    Noch ein Tipp, nach längerer Standzeit erst starten, wenn das Ticken aufgehört hat. Dann kannst Du sicher sein, dass das System noch dicht ist. (Die Membrane im SU-Vergaser ist je nach Hersteller nichtwirklich gut haltbar.)

    Schöne Grüße, Volker

  • Also bei meinem Alfa ist es mit dem Starten nach einer Standzeit von ca. einer Woche schon ärgerlich. Er startet auf ca. zwei Zylindern, meist stirbt er ab und nichts geht. Fülle ich dann Benzin von Hand (mit einer Spritze) in die Vergaser, startet er. Ist diese Prozedur einmal gemacht startet er ganz ordentlich, auch in den nächsten Tagen. Steht er mal wieder ne Woche, geht es von vorne los.

    Ist das ein bekanntes Phänomen?

    Ich liebäugle mittlerweile damit mir eine elektrische Benzinpumpe einzubauen.

    Viele Grüße, Volker (c-e)

  • Also bei meinem Alfa ist es mit dem Starten nach einer Standzeit von ca. einer Woche schon ärgerlich. Er startet auf ca. zwei Zylindern, meist stirbt er ab und nichts geht. Fülle ich dann Benzin von Hand (mit einer Spritze) in die Vergaser, startet er. Ist diese Prozedur einmal gemacht startet er ganz ordentlich, auch in den nächsten Tagen. Steht er mal wieder ne Woche, geht es von vorne los.

    Ist das ein bekanntes Phänomen?

    Ich liebäugle mittlerweile damit mir eine elektrische Benzinpumpe einzubauen.

    Viele Grüße, Volker (c-e)

    Hast Du schon mal den Schwimmerstand der Vergaser über prüft ?

  • So schnell kann der Sprit nicht verdunsten. Nahe liegt ein Leck in der Zuleitung von der mechanischen Pumpe zu den Vergasern. Bei mir war es ein winziges Loch, durch das der Sprit nach dem Abstellen des Motors in feinem Strahl herausspritzte, bis der durch die gerade noch gelaufenen Pumpe aufgebaute Druck erschöpft war. Überprüfung: Motor aus, Haube auf und riechen. Riecht es nach Sprit, kann (muss nicht) es daran liegen.
    Als nächstes würde ich die Spritleitung von der Pumpe zu den Vergasern erneuern. Die Leitung ist wahrscheinlich schon älter. Nimm eine Leitung nach neuerer Spezifikation (z.B. DIN 73379 7,5 x 2,5). Kostet nicht die Welt.
    Bei dieser Gelegenheit kann man auch mal alle Schlauchschellen ansehen, ggf. nachziehen oder erneuern.
    Schließlich bleibt die Benzinpumpe selbst und deren untere Zuleitung vom Tank her, vielleicht auch der Benzinfilter vor der Pumpe. Erscheint mir aber unwahrscheinlicher.

    Viel Erfolg!

  • So schnell kann der Sprit nicht verdunsten. Nahe liegt ein Leck in der Zuleitung von der mechanischen Pumpe zu den Vergasern. Bei mir war es ein winziges Loch, durch das der Sprit nach dem Abstellen des Motors in feinem Strahl herausspritzte, bis der durch die gerade noch gelaufenen Pumpe aufgebaute Druck erschöpft war. Überprüfung: Motor aus, Haube auf und riechen. Riecht es nach Sprit, kann (muss nicht) es daran liegen.
    Als nächstes würde ich die Spritleitung von der Pumpe zu den Vergasern erneuern. Die Leitung ist wahrscheinlich schon älter. Nimm eine Leitung nach neuerer Spezifikation (z.B. DIN 73379 7,5 x 2,5). Kostet nicht die Welt.
    Bei dieser Gelegenheit kann man auch mal alle Schlauchschellen ansehen, ggf. nachziehen oder erneuern.
    Schließlich bleibt die Benzinpumpe selbst und deren untere Zuleitung vom Tank her, vielleicht auch der Benzinfilter vor der Pumpe. Erscheint mir aber unwahrscheinlicher.

    Viel Erfolg!

    Hallo spider75,

    Schläuche sind alle neu, nichts riecht nach Benzin, alles schön trocken.
    Aber ich verstehe auch nicht ganz, wie ein undichter Schlauch daran Schuld sein soll, dass die Schwimmerkammer sich entleert. Die Kammer wird doch von oben gefüllt, über den Benzinschlauch sollte da nichts zurücklaufen können.

    VG Volker (c-e)

  • Hallo Volker,

    durch das winzige Loch in der Spritleitung von Pumpe zu Vergaser war nicht mehr ausreichend Druck vorhanden, vielleicht auch Luftblasen in der Leitung. Ich kann nicht bestätigen, dass die Schwimmerkammern schon vor dem Anlassen leer waren. Gereicht hat es noch für einige Sekunden Motorlauf, dann war Ende.
    Nachdem die Schwimmerkammern durch Anlassen letztlich leer waren, musste ich immer lange orgeln, bis wieder genügend Sprit in Leitung und Vergasern vorhanden war und der Wagen startete.

    Grüße
    Volker
    (Spider 75)

  • Hallo Luigi,

    den Schwimmerstand, bzw. die Benzinmenge im Vergaser werde ich mir nach der nächsten Fahrt mal anschauen.

    VG Volker (c-e)

    Ich würde aber VOR der Fahrt die Schwimmerstände kontrollieren, bzw. Kraftstoffmengen der Gehäuse prüfen. Dann sieht man vielleicht auch welcher Vergaser leergelaufen ist und deshalb die Macchina nur auf zwei Zylindern läuft.

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