hat Mittellager Presspassung?

  • Hallo zusammen,

    nach meiner Berichterstattung im Ersatzteil-Thread werdet Ihr mir evtl. und hoffentlich diese Art von Mehrfach-Posting nachsehen, da ich zugegeben momentan etwas geschädigt und überängstlich bin.

    Da es sich um eine rein technische Frage handelt, habe ich mich nach leichtem Zögern entschlossen, das hier nochmal extra aufzumachen.

    Problematik ist folgende:
    Inzwischen steht vermutlich fest, dass ich einen Mittellager-Bock mit zu enger Passung für den Aussenring des Lagers hatte und - zumindest anteilig - deshalb das Lager gefressen hat.
    Nun sehe ich, dass zum Beispiel in meinem ganz alten Lagerbock das Lager in einer leichten Presspassung sitzt.
    Dann hatte ich zwei verschiedene, neue Lagerböcke in der Hand. Bei einem ergibt sich ebenfalls eine Presspassung, beim anderen jedoch kann man das Lager mit den Daumen reindrücken.

    Jetzt mache ich mir Gedanken; was ist eigentlich korrekt ? Press- oder Spielpassung für den Aussenring ?

    Vielleicht kann mir einer von Euch Spezialisten etwas dazu sagen. Nicht dass ich schon wieder etwas 'Halbgares' zusammengebaut habe.

    Viele Grüße und Danke im Voraus

    Martin

  • Servus!

    Leichte Presspassung sollte schon sein damit sich der Außenring auf keinen Fall mitdreht, evt. Fügen Welle-Nabe oder Buchsenkleber benutzen.
    Kann mir nicht vorstellen dass du das Lager damals mit zuviel Presspassung montieren konntest - bei diesen Ausschuß-Lagerböcken war der Einbau des Lagers definitiv nicht möglich (außer vielleicht mit einer 20t-Presse).

    Grüße Marc

    Grüße aus München

    Marc

  • Servus!

    Leichte Presspassung sollte schon sein damit sich der Außenring auf keinen Fall mitdreht, evt. Fügen Welle-Nabe oder Buchsenkleber benutzen.
    Kann mir nicht vorstellen dass du das Lager damals mit zuviel Presspassung montieren konntest - bei diesen Ausschuß-Lagerböcken war der Einbau des Lagers definitiv nicht möglich (außer vielleicht mit einer 20t-Presse).

    Grüße Marc

    Servus Marc,

    ich meinte, weil Kuni im anderen Thread geschrieben hat, dass bei den Ausschussböcken ' die Passung ETWAS zu eng war'.
    Seltsam kam mir von jeher vor, dass mir der Lieferant damals den Bock mit bereits eingebautem Lager geliefert hat. Mir fiel daher überhaupt nichts auf. Wer weiss, vielleicht hat er's sogar mit der 20t-Presse eingebaut :)
    Im Nachhinein konnte ich es auch nicht mehr herausfinden, weil ich wie gesagt, Lagergehäuse und Aussenring aufgeflext habe. In der Hoffnung, den Innenring noch schonend von der Welle zu bekommen.
    Was mir im Übrigen letztlich doch noch gelungen ist. Mit dem Druckluftschleifer an einer Stelle vorsichtig ganz dünn geschliffen und ein mäßiger Schlag mit dem Meißel. So ist der Innenring gerissen und liess sich ganz einfach abnehmen.

    Viele Grüße

    Martin

  • Servus!

    Mit dem Druckluftschleifer an einer Stelle vorsichtig ganz dünn geschliffen und ein mäßiger Schlag mit dem Meißel. So ist der Innenring gerissen und liess sich ganz einfach abnehmen.

    Genau so rettet man Wellen und Lagersitze - !thatsit!

    Lager war schon montiert - da kann man natürlich nichts mehr machen oder kontrollieren. Daher (so man die Möglichkeiten hat) alles selber zusammenbauen, da weiss man wenigstens wer´s war:-]
    Um die richtige Passung zu ermitteln müsste man etwas tiefer einsteigen und die Werkstoleranzen rausbekommen.

    Grüße Marc

    Grüße aus München

    Marc

  • ....
    Um die richtige Passung zu ermitteln müsste man etwas tiefer einsteigen und die Werkstoleranzen rausbekommen.

    Grüße Marc

    das herauszufinden, dürfte bei dem Support seitens Fiat / Alfa eine Lebensaufgabe werden :) Ausser irgendjemand hätte einen definitiv originalen Uralt-Lagerbock, der zum Vermessen der Gehäusebohrung herhalten könnte.
    Ich könnte höchstens nach Lehrbuch tiefer einsteigen. Dann haben wir eine unbestimmte Lastrichtung, weil die Welle ja durch Schlaglöcher, Kurvenfahrt, Eigengewicht, Gelenkkröpfung, 'überall hin will'. Dann brauchen wir schon eine leichte Presspassung am Innen- UND am Aussenring, weil sonst je nach Lastrichtung einer der Ringe anfangen könnte zu wandern. Presspassung aussen und innen spricht wiederum für ein C3-Lager.
    Und das wiederum könnte meinen Ausfall / Schaden erklären, weil evtl. die Lagerpassung zu eng war UND weil ein Lager mit Standard-Lagerluft eingebaut war.

    Viele Grüße

    Martin

  • Servus!

    das herauszufinden, dürfte bei dem Support seitens Fiat / Alfa eine Lebensaufgabe werden :)

    Man stelle sich vor: Jemand der der italienischen Sprache in Wort und Schrift mächtig ist, schreibt an das Centro Storico, schildert das Problem und erhält als Antwort die entsprechenden Blaupausen/ technische Zeichungen der Kardanlagerung !prostbier

    Grüße Marc

    PS: Kann mir nicht wirklich vorstellen dass ein Lager in dieser Dimension nur durch das "Montieren" in den Bock zu klein wird und deshalb frisst - eher weitet sich der (minderwertigere) Trägerring.
    Mag sein dass die Lagerluft zu gering war, trotzdem ist diese Anwendung für ein Qualitätslager (!) unkritisch.

    Grüße aus München

    Marc

  • Hi Bernhard,

    wie kann man hier einen User kontaktieren, wenn man dessen Namen weiss ? Die üblichen Möglichkeiten wie e-mail oder private Nachricht gibt's ja offenbar nicht.

    Viele Grüße

    Martin


    Hier !winker!
    Musst du das Ding (zerstörend) zerlegen für die Vermessung?
    Wenn nein, kann ich dir es gerne zur Verfügung stellen. Es stammt aus einer 74er Giulia mit original 42Tkm (EZ 1974, 1977 Totalschaden in Scheune eingelagert, 2006 von mir geschlachtet) und ist deshalb ziemlich sicher das ab Werk verbaute Lager.
    Mail: gelöscht bei Mod

    Gruß Klaus

  • Hallo zusammen,

    dank KlausD, der mir netterweise sein original unberührtes Kardanwellen-Vorderteil geschickt hat, kann ich jetzt eine Aussage machen, wie die Passung für den Lager-Aussenring im Mittellagerbock auszusehen hat.

    Erst musste ich die Welle schonend zerlegen, wobei ich dem Flansch, der seit 1974 offenbar nie abgezogen war, erst lange gut zureden musste :) Und das Lager sieht natürlich auch nach 1974 aus. Da spendiere ich Klaus selbstverständlich ein neues Qualitätslager. Danach konnte ich den Lagerbock mit einem Innen-Mikrometer vermessen.
    Es ist eine Passung H7; also zusammen mit einem Lageraussenring ergibt das keine Presspassung. Und tatsächlich; man kann das Lager mit kräftigem Daumendruck einsetzen.
    Da sich das tatsächliche Ist-Maß in der Mitte der Toleranz von H7 ( 0 bis +0,030 ) befindet ( + 0,015 ), könnte es auch etwas schwerer gehen, wenn H7 an der unteren Toleranzgrenze gefertigt worden wäre.
    Aber trotzdem keine Presspassung, weil die Bohrung minimal 0 haben könnte und der Lager-Aussring mit Toleranz 0 bis - 0,013 gefertigt ist.
    Ist der Mittellagerbock präzise gemacht, braucht es offensichtlich auch KEIN C3-Lager. Hat man aber einen Mittellagerbock mit einer kleiner 0 gefertigten Bohrung, sollte zwingend ein C3-Lager eingesetzt werden.
    Mein alter Mittellagerbock, der auch nicht original war, mit dem ich aber 30.000 km ohne Probleme rumgefahren bin, hat eine Bohrung - 0,015. Das ist zusammen mit einem C3-Lager noch vertretbar.
    Zusammengefasst; Nach all den gewonnen Erkenntnissen erlaube ich mir zu behaupten, dass bei einer exakten H7 - Passung im Lagerbock ein Lager mit Standard-Lagerluft ausreichend ist. Ein C3-Lager aber auch nicht schadet. Und dass bei einer Bohrung 0 bis - 0,020 ein C3-Lager notwendig ist, und alles, was darunter liegt, Komplett-Ausschuss ist.

    Mal sehen, wann die ersten nachgefertigten Kardanwellen-Vorderteile mit zu grosser Passung für den Lager-Innenring kommen.
    Das wird dann interessant mit zu engen Lagerböcken, zu grosser Welle und China-Schubladenlager in Standard-Luft.

    Viele Grüße

    Martin

  • Hallo Martin,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
    Könntest Du bitte den Innendurchmesser des Lagerbocks in Millimeter angeben?
    Ich weiß leider als Geisteswissenschaftler nicht, was "H7" bedeutet. ;)

    Christian F. aus FR

  • Hallo Martin,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
    Könntest Du bitte den Innendurchmesser des Lagerbocks in Millimeter angeben?
    Ich weiß leider als Geisteswissenschaftler nicht, was "H7" bedeutet. ;)

    Hallo Christian,

    der Innendurchmesser des Lagerbocks beträgt 62mm.
    H7 ist ein Toleranzfeld für Passungen nach ISO, in dem eine Bohrung im Grössenbereich zwischen Ø50...65mm min. 0mm und max. 0.030 grösser als das Nennmaß sein darf.
    Bei unserem Lager die Bohrung also 62,000 bis 62.030 mm Durchmesser haben darf.

    Bohrungspassungen werden mit Grossbuchstaben angegeben, Wellenpassungen mit Kleinbuchstaben.

    Wenn Du da tiefer interessiert bist, einfach mal z.B. nach Toleranzfeld(er), Passungen googeln. z.B. das da:

    Toleranz (Technik) ? Wikipedia
    Gutes Beispiel im Absatz 'Passungsangaben nach ISO'

    Damit kann der interessierte Hobby-Techniker schon mal den restlichen Sonntagabend verbringen :) Viel Spaß

    Viele Grüße

    Martin

    2 Mal editiert, zuletzt von MartinN. (18. Juli 2010 um 20:02)

  • Hallo zusammen,

    nachdem nach meinem Mittellager-Schaden alles wieder original zusammengebaut ist, hat es mich jetzt mal einfach interessiert, wie warm so ein Mittellager eigentlich wird.
    Und ich bin überrascht; das wird doch im normalen Fahrbetrieb ordentlich warm. Dass schon wieder, oder immer noch, bei meinem Bertone irgendwas ' in Schieflage ' ist, glaub' ich nicht. Aber wer weiß...
    Ist von Euch schon mal einem aufgefallen, wie warm das Mittellager wird ?

    Viele Grüße

    Martin

  • Sicher dass es das Lager ist welches die Wärme produziert? Wie siehts mit dem Umfeld aus? Auspuff Getriebe?

    Jörg

    Nein, bin mir nicht sicher. Bisher hat es mich nie interessiert. Nur jetzt isses mir aufgefallen. Klar; ich weiss nicht, inwieweit die Motor-/Getriebehitze, die auch durch den Kardantunnel strömt, eine Rolle spielt.

    Viele Grüße

    Martin

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