2.4JTD hoher Verbrauch - LMM?

  • Hallo,

    seit einiger Zeit braucht mein 156SW 2.4JTD relativ viel Diesel. Der Durchschnitt liegt so bei 10L (selbst ermittelt). Dies ist mindesten 1.5-2 Liter zu viel. Ansonsten läuft er noch im Leerlauf relativ unrund. Mein Eindruck ist, dass er besonders viel benötigt, wenn der Motor noch kalt ist. Bei warmen Motor und längeren Fahrten wird es besser. Leistungseinbruch konnte ich nicht wirklich feststellen, ausser, dass er gelegentlich eine Anfahrschwäche hatte. Hatte den Wagen vor kurzem zum Kundendienst. Hier ist nichts aufgefallen. Fehler war keiner vorhanden.

    Habe im Forum bereits gesucht und denke, dass es am LMM liegt. Allerdings bin ich mir nicht sicher. Habe folgende Fragen:

    Bei abgestecktem LMM ist der Leerlauf identisch zum angesteckten LMM. Ist doch eigentlich ein Zeichen, dass der LMM defekt ist, korrekt?

    Auf dem LMM befindet sich ein Ölfilm und es kleben kleine Partikel. Ist das normal (habe Original Luftfilter)?

    ASU im Dezember war in Ordnung; war bei warmen Motor. Kann die ASU mit defektem LMM bestanden werden?

    Beim Abstecken des LMM ist mir aufgefallen, dass die Anschlussstelle ölig ist, bei der ein Schlauch von Unten an den Ansaugbereich anschliesst. Innerhalb des Schlauches befindet sich auch ein leichter Ölfilm. Die Anschlussstelle befindet sich zwischen Motor und Kühler relativ mittig. Ist der leichte Ölaustritt in Ordnung?

    Was meint Ihr? Könnte das Problem der LMM sein, oder doch etwas anderes?

    Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.

    Grüsse,
    Uli

  • Hallo Uli,

    Injektoren Testkits, mit denen man die Rücklaufmengen abschätzen kann, gibt es schon für 50,- bis 80,- Euro. Da sich bei Dir auch der Verbrauch verändert hat, wird sich der (die) defekte(n) Injektor(en) auch mit so einer primitiven Messmethode entpuppen. Sonst mußt Du Dir eine Werkstatt suchen, die einen richtigen Injektoren-Prüfstand hat (nicht so'n "Bosch Dienst" etc., der nur das dünne Brett bohrt und auch nur 'nen Röhrchenkit hat...nein, nein, nein!!!)

    Du kannst aber auch einfach mal die Injektoren ausbauen und gucken. Vermutlich sind sie verkokt. Wenn es kein elektrisches Problem des Magnetmechanismusses ist, dann kann auch eintunken in http://www.injektorreiniger.de (nur die Variante "classic" mit ausbauen und eintauchen; die "intensiv" Variante, in den Tank gekippt, ist Mist und bringt nichts!) wahre Wunder wirken.

    Falls ein Injektor danach immer noch keine gleichmäßige Rücklaufmenge zeigt, kannst Du ihn auch gegen einen aufbereiteten (z.B. mit neuem Düsenstock) austauschen. Du mußt nur darauf achten, dass Du einen mit der mittleren Toleranzklasse "2" bekommst. Andere Toleranzklassen, die bei 1.9ern gängig sind, kann man beim 2.4er NICHT!!! anlernen ...auch wenn das Gerät bei einer freien Werke (oder Bosch Dienst) das scheinabr zulässt.

    Gruß, Jörn

  • Simple Methode:

    Rücklaufleitungen abziehen, 2. Person starten lassen und beobachten. Kommt aus einem (oder mehreren) Injektoren ein Schwall raus, dann in der Werkstatt eine Prüfung machen lassen.

    Obwohl nicht viel Diesel rauskommen sollte, dies besser in einer Waschanlage mit Ölabscheider machen (wo Motorwäsche erlaubt).

    Injektoren einfach mal so ausbauen geht zwar, aber du brauchst dann neue Hochdruckleitungen, nicht ganz so preiswert. Außerdem können die festsitzen, etc...
    Lieber die Werkstatt ranlassen wenn du nicht sicher bist.

    Ciao, Rudi

  • Kann man defekte Injektoren auch über OBD feststellen? Bin am Überlegen mir ein Interface und Alfadiag zuzulegen, allerdings nur, wenn es sinnvoll ist.

    Grüsse,
    Uli

  • Kann man defekte Injektoren auch über OBD feststellen? Bin am Überlegen mir ein Interface und Alfadiag zuzulegen, allerdings nur, wenn es sinnvoll ist.

    i.d.R nicht. Die Injektoren werden vom ECU nur als Steuerung und nicht als Regelung angesprochen. Evtl. kann ein sehr guter Motor-Diagnostiker (ein "Dr. House des Common Rail") indikret an diversen Verhaltensweisen anderer Regelungen erkennen, dass die eingespritzte Dieselmenge insgesamt zu groß ist ...aber das ist alles sehr ungenau...

    Du kannst ja mal, im kalten Leerlauf, nacheinander jeweils einen E-Stecker von den Injektoren abziehen. Wenn es nur ein defekter Injektor ist, dann hast Du in vier Fällen, in denen dieser Injektor eingeschlossen ist, eine bestimmte "Schüttel-Charakteristik" und in einem Fall, wenn der defekte Injektor ausgeschlosen ist, eine etwas andere "Schüttel-Charakteristik".

    Es tut mir leid, das mal ganz drastisch zu sagen: Entweder gehst Du "ran an den Mops" ...oder Du mußt Dich darauf gefasst machen, dass die Werkstatt viel Geld haben will ..."ein bischen rummachen, aber nicht zuviel dabei anfassen" geht bei so einem Fehler nicht ...sorry!

    Gruß, Jörn

    PS: nimm lieber ein Kabel mit FiatECUScan ...die Rechner-Timing-Empfindlichkeit von AlfaDiag treibt Leute nämlich an den Wahnsinn!


  • Injektoren einfach mal so ausbauen geht zwar, aber du brauchst dann neue Hochdruckleitungen, nicht ganz so preiswert.

    ...an den selben Injektoren kann man das schon verantworten, die wieder anzubauen. Es geht ja darum, dass die konischen Flansche die Form des Partners annehmen ...und der ist ja der selbe ...nur bei neuen Injektoren, oder wenn man die Reihenfolge der Injektoren vertauscht (also vorher markieren), dann ist das eine ganz schlechte Idee...

    Gruß, Jörn

  • Danke für die Tips. Die Frage ist nur wie wahrscheinlich ein Injektordefekt vorliegt, oder ob es nicht etwas anderes sein kann (LMM, AGR, Schläuche)?

    Grüsse,
    Uli

  • Danke für die Tips. Die Frage ist nur wie wahrscheinlich ein Injektordefekt vorliegt, oder ob es nicht etwas anderes sein kann (LMM, AGR, Schläuche)?

    ...natürlich kann es auch etwas anderes sein ...aber man geht immer von dem, was am wahrscheinlichsten zum Fehlerbild passt ...zu dem, was unwahrscheinlicher ist ...wenn man diese Reihenfolge verlässt, macht man sich (statistisch gesehen) unnötige Arbeit ...auch wenn man durch Zufall dabei einen Treffer haben kann.

    - der hohe Verbrauch aber ohne Leistungseinbruch sprechen gegen das AGR

    - der unrunde Leerlauf gegen den LMM, denn selbst wenn dieser falsche Werte liefert (man könnte ihn auch mal abziehen), dann wären sie konstant falsch ...erst Veränderungen (Gasgeben) führen zum Ruckeln, da dann unterschiedliche Luftmengen unterschiedliche falsche werte liefern

    ...nur die Anfahrschwäre spricht für beides, aber dieses Symptom alleine ist nicht aussagekräftig genug (ist ohnehin ein Allerweltssympton)

    Mach doch einfach mal den Test mit den E-Steckern (der kostet ja nichts) und zieh aus dem Ergebnis Rückschlüsse ...es macht keinen Sinn noch mehr vorher darüber zu reden ...und wenn Du den Eindruck hast, dass der Motor nicht 5 Mal das selbe "Schüttelbild" liefert, dann kauf Dir einfach so'n billigen Röhrchenkit ...der ist billiger als ein überflüssig gekauftes AGR oder LMM!

    Gruß, Jörn

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