Vergaserfeinjustierung - kleines Rätsel

  • Ich habe meine Berlinavergaser (Solex) eingestellt nach der sattsam bekannten Zündkabelweghebmethode. Hat nicht schlecht hingehauen. Allerdings fiel die Drehzahl ohne Last relativ langsam auf Leerlaufniveau. Habe daher nach Gefühl weiter synchronisiert, im zweiten Versuch klappte es dann hervorragend, die Nadel fällt richtig runter, sie (die Berlina) startet kalt wie warm einwandfrei etc. Alles bestens bis auf eine winzige Anfahrschwäche. Diese resultiert daraus, daß im Leerlauf (stabil und ruhig) nur die Zylinder 1+2 arbeiten, 3+4 haben offenbar keinen Einfluß. Mittels der Leerlaufgemischeinstellschrauben konnte man hier keine Abhilfe staffen. Rück-synchronisierung darauf, daß alle 4 Zylinder im Leerlauf arbeiten, bewirkte trotz einiger Spielerei nur eine Verschlechterung

    Ich habe also den besagten Zustand wieder hergestellt, aber irgendwie ist es mir nicht eingängig...alles bestens, geht gut nur die Leerlaufsituation geht mir ncith ein - das Auto zieht aber ab 1200 U/Min tadellos, also wirklich nur ein minimaler Schönheitsfehler.

    Ciaoliveiro

  • Hallo Oliviero.
    Nach meiner Erfahrung ist das Leerlaufgemisch zu mager, wenn die Drehzahl nur langsam abfällt. Mit der Synchronisierung hat das erstmal nichts zu tun. Du hast nun einfach die Synchronisation verstellt, wodurch 2 Zylinder im Leerlauf nun nicht mehr mitarbeiten. Klar daß dadurch die Drehzahl beim Gaswegnehmen nun schneller runtergeht, aber nun passt halt die Synchronisation nicht. In diesem Zustand bewirkt das Verstellen der Leerlaufgemischeinstellschrauben natürlich auch nichts mehr, da die beiden Zylinder ja garnicht mitarbeiten.
    Also erst wieder richtig Synchronisieren, dann Leerlaufgemischeinstellschrauben einstellen, evtl. nochmal die Synchronisation prüfen usw. Wenn Drehzahl nur langsam abfällt, dann die Gemischschrauben alle gleichmässig ein Stück raus, dann wieder probieren. Leerlaufdrehzahl dabei nicht zu hoch einstellen (700 U/min reichen). Der Zündzeitpunkt muß passen, nicht zuviel Frühzündung!

    Viele Grüße,
    Peter

  • würde auch mal empfehlen die zündung zu überprüfen. auch die fliehkraftverstellung.
    und:
    die leerlaufgemischschrauben sind bei den solex recht empfindlich. will sagen man kurbelt und nichts passiert, und dann mit einem male schlägt es in die andere richtung um. zumindest wares bei meinen so. die dellos sind da etwas anspruchsloser.

    cu folka

  • Danke mal für die Tipps. Werden also nochmal synchronisieren und dann die Leerlaufgemischschraubenspielerei angehen - trotdem läuft er wirklich tadellos bis auf das kleine leerlaufproblem - eigenltich sollte sich aber die schlechte Synchronisierung doch momentan im unteren leerlaufbereich bemerkbar machen, oder?

    Zündung passt, habe eine unterdrucklose elektronische Marellizündung drin, da paßt alles, von Kappe über Kabel bis zu Kerzen. Ventilspiel passt auch.

    Ciaoliviero

  • hi oliver,

    wenn an einem vergaserpaar keine wirkung beim drehen an den leerlaufgemischschrauben entsteht, stimmt die synchronisierung nicht. das kann auch nur ganz wenig sein, das merkst du schon. taste dich langsam heran. immer erst leerlaufgemisch, dann synchronisation, höchstens eine achtel oder sechzehntel umdrehung in die richtung in der der motorlauf ruhiger wird, die drehzahl ist dabei egal(!!) hör auf das auspuffgeräusch, wenn du am ende jede explosion ganz gleichmäßig hörst, ist es perfekt.

    viele grüße
    frank

    viele grüße
    frank

  • Gestern abend habe ich mich nochmal drangemacht. Ich habe die Scheu vor stark herausgeschraubten Leerlaufgemischschrauben mal abgelegt und munter rausgedreht (Die vorher verwendeten Dell'Orto und Weber sind ja so ca 3 ganze Umdrehungen herausgedreht - die Solex 6 und 7 !!!). Den Leerlauf korrigiert und dann mal fest die Synchronisierschraube gegen den Uhrzeigersinn, um das untätige linke Paar zur Mitarbeit zu motivieren.

    Siehe da, nach so 1,5 Umdrehungen "sprang" das linke Paar an! (Der 4. Zylinder, beim 3. nochmal eine Umdrehung raus, dann waren alle 4 da). Soweit synchronisiert, daß die Aussetzer beim Abnehmen der Kabel gleichmäßig sind, dann feinjustiert an den Einzelschrauben. Siehe da, der Motorlauf ist gleichmäßig, kein Ruckeln mehr oder sonstwas. Nochmal Zündung kontrolliert, Fliehkraftverstellung noch mal kontrolliert und fertig.

    2 letzte Fragen:

    VOR Montage der Vergaser habe ich die Vergaser "trocken!" vorsynchroniert - einfach mit einer Schublehre (=Meßschieber) die Drosselklappenstellung gemessen (Abstand DK und Dichtfläche des Vergasers) und auf gleiche Werte eingestellt. Das hat aber offenbar gar nicht gestimmt - wieso eigentlich? Sollte doch so mal in etwa stimmen....

    Synchronisierung: je mehr ich die Synchronisierung in Richtung Paar 1 verschob (also je mehr ich VERsynchronisierte!), desto ruhiger wurde der Motorlauf und desto höher wurde die Leerlaufdrehzahl. Je mehr ich synchronisierte, desto mehr sank die Leerlaufdrehzahl. Scheint mir irgendwie unlogisch...
    Nach der erfolgten Synchronisierung schraubte ich noch die Leerlaufgemischschrauben raus - dabei hätte sich doch auch die Leerlaufdrehzahl aufgrund Anfettung des Gemisches steigen müssen - ist sie aber nicht; der einzige Effekt war das schnelle Absinken in den Leerlauf

    Aber jetzt rennt sie tadellos!

    Danke, Ciaoliviero

  • Hallo Oliviero.

    Schön daß sie "rennt", das ist ja schließlich die Hauptsache. Deine Fragen kann ich dir leider auch nicht beantworten, bis auf die letzte:
    Warum sollte die Leerlaufdrehzahl denn ansteigen, wenn man das Leerlaufgemisch fetter macht? Das wäre doch unlogisch! Den einzigen Einfluß den die Leerlaufgemischregulierschrauben auf die Leerlaufdrehzahl haben, ist der:

    • Schraube zu weit eingedreht -> Gemisch zu mager, unter der Zündgrenze -> Zylinder arbeitet im Leerlauf nicht mit -> Leerlaufdrehzahl niedrig
    • Schraube weiter rausgedreht -> Gemisch wird zunehmend fetter und damit zündbar -> Zylinder arbeitet mit -> Leerlaufdrehzahl höher
    • Schraube zu weit rausgedreht -> Gemisch wird zu fett, kommt über die Zündgrenze -> Zylinder arbeitet nicht mit -> Leerlaufdrehzahl wird wieder niedriger

    Aber innerhalb der oberen und unteren Zündgrenze haben die Schrauben keinen Einfluß auf die Leerlaufdrehzahl. Diese hängt ab von der Leistung die erzeugt wird -> hängt ab von der Menge Benzin die verbrannt wird -> hängt ab von der Menge der zur Verfügung stehenden Luft -> hängt ab von der Öffnung der Drosselklappen im Leerlauf -> hängt ab von der Leerlaufdrehzahlschraube.

    Viele Grüße,
    Peter

  • zum "vorsynchronisieren":
    mit messen geht da so gut wie garnichts.
    einzige möglichkeit, wenn man denn den ehrgeiz hat:
    vergaser und ansaugbrücke montieren, also nicht am motor.
    dann die vergaser samt ansaugbrücke gegen eine lichtquelle halten. anhand des luftspaltes an den drosselklappen kann man dann einen einigermasen gleichen lichtdurchlass einstellen.

    cu folka

  • Zitat von Folka

    ...mit messen geht da so gut wie garnichts....... kann man dann einen einigermasen gleichen lichtdurchlass einstellen.

    Bißchen was geht doch ;) mit Fühlerlehre (mir fällt grad der Name nich ein, nicht die Blattfühlerlehre sondern die andere mit den "Nadeln") den Luftspalt einstellen. Garagenalternative - sehr dünne Bohrer.

    rgrdz, ulli.

  • Naja , kleiner 1mm, wird eh keiner rumliegen haben. Gibt aber auch bis 0,5. Is ja nur eine Möglichkeit der Vorjustierung. Meines Wissens ist dieser Luftspalt genau definiert in den Vergaserdokus. Wenn man dann die entsprechende Lehre hat, kann das eingestellt werden.

    ciao, ulli.

  • mit 1mm bist du weit von dem was benötigt wird.
    selbst 0,5mm sollte noch zuviel sein.
    und selbst wenn man aus dem gut sortieren dremel-kasten einen 0,2mm bohrer, könnte das noch zuviel sein. ganz zuschweigen davon das beim "zwischenhalten" jedes mal an exakt der gleichen stelle gemessen werden muss.

    cu folka

  • Zitat von Folka

    mit 1mm bist du weit von dem was benötigt wird.
    selbst 0,5mm sollte noch zuviel sein.
    a


    Hallo,

    moment, ich habe das auch unlängst gemacht, ich habe dazu zwei 0,8mm Bohrer verwendet. Auch wenn bei einem korrekten Leerlauf der Spalt noch geringer sein sollte so kann man doch auch mit diesen etwas dickeren Bohrern die Vergaser so einstellen das der Spalt bei allen Drosselklappen gleich ist. Muß man dann für den korrekten Leerlauf den Spalt fü alle Klappen noch etwas verringen sollte sich doch an der Sychronität nicht viel ändern.

    Gruß


    Holger

    Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht. (Jean Anouilh)

  • Zitat von Holger

    Muß man dann für den korrekten Leerlauf den Spalt fü alle Klappen noch etwas verringen sollte sich doch an der Sychronität nicht viel ändern.

    tja sollte!
    tut es aber. das problem ist, das die drosselklappenwellen in den seltensten fällen wirklich exakt fluchten. und da liegt dann der knackpunkt, bzw deshalb wird es dann wieder verstellt, wenn man anfängt den spalt im nachhinein wieder kleiner zu drehen.

    cu folka

  • hallo,

    ja es gibt natürlich viele methoden die vergaser schon vor der montage an den motor zu synchronisieren. mit einem messschieber den abstand der drosselklppenkante zur vergaserflanschfläche zu messen ist aber falsch. die methoden mit den bohrern schon eher geeignet. aber wenn schon, dann macht ihr das so, daß ihr die vergaser senkrecht einspannt, also mit der öffnung nach unten. besser ihr nehmt zwei kleine stahlkugeln von einem kugellager und werft sie oben in die vergaser. wenn ihr jetzt die klappenmechanik betätigt müssen die kugeln absolut gleichzeitig herausfallen. dann stimmt die synchronisation nahezu perfekt. natürlich sollten die vergaser dabei schon am lufikasten befestigt sein, und, wie folka schon sagte, die drosselklappen in einer flucht sein. ihr könnt die vergaser nämlich auch ganz leicht verdreht (spiel in den befestigungslöchern) montieren, dann bekommt ihr sie nie richtig synchronisiert.
    eine einfachere methode ist die, daß die drosselklappen vollständig geschlossen werden (achtung leerlaufschraube herausdrehen), und dann an der synchronisierung die schraube hereingedreht wird, bis sie gerade eben anliegt.
    das reicht meistens, weiter geht es dann, wie ich schon in meinem letzten beitrag geschrieben habe.
    speziell für oliviero nochmal: natürlich verändert sich beim synchronisieren die drehzahl, schließlich werden dabei die drosselklappen des vorderen vergaserpaares mehr oder weniger weit geöffnet. daher schrieb ich ja auch, daß die drehzahl KEIN anhaltspunkt für die richtige einstellung ist, sondern einzig und allein der ruhigerer motorlauf. es muß auch immer wieder an den gemischschrauben nachgeregelt werden, weil sich beim synchronisieren ganz erheblich die strömungszustände im vergaser ändern und somit auch das gemisch.

    viele grüße
    frank

  • Zitat von Peter_K

    Warum sollte die Leerlaufdrehzahl denn ansteigen, wenn man das Leerlaufgemisch fetter macht?

    ... möglicherweise, wenn der betreffende Zylinder unter der Zündgrenze ist und durch Herausdrehen das Gemisch angereichert wird, der Motor daher mehr Kraft durch "mehr Zylinder" hat und dadurch höher dreht.

    Ciaoliviero

  • Hallo zusammen,

    ich denke, ich hänge mich mal hier ran, da der Fred noch am nächsten kommt...

    Habe heute mal nach langer Zeit meinen Motor komplett neu eingestellt (obwohl er eigentlich tadellos lief), Ventilspiel exakt auf 0,45mm und 0,5mm. Anschließend den Quecksilbertester drangehängt und noch ein bissel Feinsynchronisation an den Webern betrieben. Was mir dabei bloß nicht ganz gefiel: Die Säulen vom 1. und 4. Zylinder sind exakt gleich sowie die vom 2. und 3., letztere allerdings etwas niedriger... Einstellen an den Leerlaufgemischschrauben verändert zwar das ganze und man würde auch alle auf annäherend gleiche aber etwas niedrigere Höhe bringen, nur gefällt mir dann der Motorlauf nicht mehr so... :-{

    Dazu ist zu sagen, Motor läuft jetzt astrein, sowohl im Leerlauf als auch beim Beschleunigen... was habt Ihr mit der Einstellerei für Erfahrungen?

    Grüße
    Michael

    ______________________________________

    Alfa Romeo -- Geschmack macht einsam

  • VOR Montage der Vergaser habe ich die Vergaser "trocken!" vorsynchroniert - einfach mit einer Schublehre (=Meßschieber) die Drosselklappenstellung gemessen (Abstand DK und Dichtfläche des Vergasers) und auf gleiche Werte eingestellt. Das hat aber offenbar gar nicht gestimmt - wieso eigentlich? Sollte doch so mal in etwa stimmen....

    Moin,
    ein " vorsynchronisieren" kann nicht funktionieren.
    du kannst bei mehrvergaseranlagen nur eine annähernde Grundeinstellung machen damit der Motor anspringt. Die Sync. dient dazu ungleiche Bedingungen Dynamisch auszugleichen, wie z.b. Kompression, Elektrodenabstand der Zündkerzen, Ventilspiel, Ansaug und Abgasstrang u.s.w.

    mfg

    Sven

  • Moin Michael,

    hast den Tester nun doch abgeholt... ;)

    Um das in den Griff zu bekommen müßtest Du die Vergaserkammern untereinander erstmal Synchronisieren - sprich jedes Vergaserpärchen intern.
    Die Schrauben sind meist Verblompt - also so nicht zu machen - aber man kann .. !hehe!

    Wenn Du nächste Woche mal Zeit hast zeig ich Dir gern was ich meine.. (und danach...ein Bierchen).

    Letztendlich ist das aber ein theoretischer Schönheitsmakel - ich habs auch so genau genommen wie Du und dann alles nochmal gegeneinander
    synchroinisiert - brachte in Sachen Motorlauf garnix und war auch nach 4 Wochen wieder verstellt..

    ciao

    Dirk

    [COLOR=DarkRed]Dieser Beitrag muss nicht mit der Meinung des Autors übereinstimmen - Der Autor distanziert sich vorsichtshalber von seinem Inhalt... [/COLOR] ;D

  • Hallo Dirk,

    klar hab ich den Tester jetzt, drum mußte ich auch gleich wieder damit spielen, obwohl eigentlich unnötig :D

    Wie siehts denn die Woche bei Dir aus? Hab ja 14 Tage Urlaub und vielleicht fahr ich spontan nächste Woche noch nach Kroatien.... :D

    Grüße
    Michael

    ______________________________________

    Alfa Romeo -- Geschmack macht einsam

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