Italiner fahren keine italienischen Autos mehr..

  • Hallo,

    ich war seit 10 Jahren (Asche auf mein Haupt!) das erste mal wieder länger beruflich in Italien. 14 Tage in Norditalien, zwischen Mailand und Brescia. Sah man vor 10 Jahren nach massenweise Fiat (Uno, Panda, gabs schon Puntos? etc.) und auch Alfas, so hat man jetzt den Eindruck, dass kaum noch italienische Wagen gefahren werden. Dafür viele Renaults, Citroen, sehr viele Japaner und Koreaner, viele Porsches. In den 14 Tagen habe ich mehr MX-5 mit italienischer Nummer gesehen als Alfa Spider und Barchettas zusammen. Was schönes altes habe ich überhaupt nicht gesehen (naja, ein A112, sonst nix, keine Gulias, keine Spider, keine alten Fiats etc.). Was man relativ oft sah, waren Alfa 156, mehr Lancia Thesis (so am Tag 3-4 Stück, meist in einem sehr edlen dunkel-silbermetallic Ton). Aber selbst Carabinieri sah ich in einem Dienst Subaru Forester!!!!
    Am auffälligsten waren die vielen neuen Audi A3, die im Moment in Norditalien wohl schick sind. Viele Dreier BMW, oft auch A4s. Alfa 147 wahren selten, 166 ebenfalls. Keinen einzigen Alfa GT.

    Also wenn die Italiener selbst schon keine italienischen Autos mehr fahren, dann muss was nicht stimmen, oder?

    Beste Gruesse

    Verde inglese

  • Der Prophet im eigenen Land wird allzu gern' verkannt....

    Mein Nachbar ist erst vor einem Jahr aus Italien Süd (Genua) nach Italien Nord (München) gezogen. Er: Passat Variant, Sie: Golf (beide neu, beide silbern).

    Er: "che bella machina, ich wollte auch immer einen Alfa fahren - nun bin ich zu alt"

    ----

    Laut meinem Nachbarn sind gerade deutsche Autos als Statussymbol sehr beliebt. Also wird die Familienkutsche, mit der man am Wochenende auf's Land fährt, nach dem Prestige ausgesucht (und der Großfamilientauglichkeit): Golf Variant oder Passat Variant, wer einen A4 Avant fährt, gilt als privilegiert, wer einen 3er besitzt (nie als Touring!) gilt sogar als reich (fällt einem besonders in der Toscana auf).

    Natürlich steht die Familienkutsche des italienischen Stadtbewohners unter der Wochen meist in der Garage, zur Arbeit fährt man mit der Vespa (und seit der Einführung der Helmpflicht auch immer öfter mit dem Bus).

    Unter der Woche wird in der Regel nur der Kleinwagen der Hausfrau bewegt. Und dieser Einkaufswagen mit zwei Kindersitzen muss preiswert sein, also ein Uno, ein Panda oder irgendwas japanisches....

    Alfisti findet man merkwürdigerweise am ehesten bei den Yuppies, oder den DINKs, oder dann wieder bei "Überzeugungstätern", die sich alle 15 Jahre wieder einen neuen Alfa kaufen...

  • Zitat von Verde Inglese

    Aber selbst Carabinieri sah ich in einem Dienst Subaru Forester!!!!


    Mag sein, aber immerhin bewegen sowohl Carabinieri als auch Polizia den 156er, letztere auch als SW :-]

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    Signatur gesucht :)

  • Zitat von markus156

    Mag sein, aber immerhin bewegen sowohl Carabinieri als auch Polizia den 156er, letztere auch als SW :-]

    Das schönste Polizeiauto der Welt. Da sieht man eine Bullenschleuder mit ganz anderen Augen ;)

  • Auch ich war vor einer Woche für ein paar Tage in Italien (Gardasee und Umgebung). Einige Erfahrungen konnte ich auch machen und zwar: Es stimmt, man sieht so gut wie keine alten Fahrzeuge mehr. Ich habe aber auch gesehen, wie in einer Werkstatt ein alter 500er Fiat restauriert wurde, was ich schon erstaunlich fand, da das Auto noch vor ein paar Jahren zum Straßenbild gehört hat und die Italiener nicht unbedingt dafür bekannt sind, sich liebevoll mit alten Autos zu befassen. Hier hat sich wohl eine andere Denkweise eingestellt.
    Alfa 147 habe ich schon sehr häufig gesehen, wie auch 156 und den 166 viel häufiger als bei uns.
    Da ich seit ein paar Wochen einen Thesis fahre, habe ich natürlich auch darauf geachtet und mir sind in den sieben Tagen gerade mal fünf Stück unter die Augen gekommen. Zugegeben, in Deutschland brauche ich dafür wohl zwei Jahre. Ich wurde sogar von einem Italienischen Lybra-Fahrer angesprochen und nach meiner Meinung zum Thesis gefragt. Was ich aber auch festgestellt habe, man sieht überaus viel neue Lancia Ypsilon, für meine Begriffe bedeutend mehr als neue Fiat Punto. Hier scheint man wirklich Wert auf etwas Noblesse zu legen.
    Also ich würde es nicht so sehen, dass die Italiener keine italienischen Autos fahren. Es ist sehr bunt gemischt und erstaunlicherweise ein sehr junges Durchschnittsalter der Fahrzeuge.
    Bei uns fahren ja auch nicht nur deutsche Fahrzeuge, und das ist auch gut so.

  • Zitat von Ronald

    Es ist sehr bunt gemischt und erstaunlicherweise ein sehr junges Durchschnittsalter der Fahrzeuge.

    Es gab einmal eine Verschrottungsprämie vom italienischen Staat, damit die Leute wieder mehr FIATs kaufen. Gab wohl leider einige Streuverluste bei der Umsetzung.

  • Hi,

    ... und in Deutschland fahren tatsächlich auch andere Marken außer VW, Audi, BMW, Porsche und Mercedes herum :D ...

    Opel und Ford sind ja nicht wirklich deutsche Hersteller ( sagen zumindest unsere amerikanischen Freunde immer) ...


    Grütze
    von
    Thomi

  • naja, der Marktanteil aller ital. Marken in Italien ist ja mittlerweile auch unter 30% gefallen...

    allerdings fällt mir in den letzten Jahren auch zunehmend auf, dass man immer mehr immer teurere Wagen sieht. So hatte ich den neuen 5er live das erste mal in Italien auf der A1 gesehen, obwohl ich auf deutschen Autobahnen nicht gerade selten unterwegs bin (gut mittlerweile sieht man die natürlich an jeder Ecke stehen) und irgendwie kommt es mir so vor, dass man 7er BMW's fast mehr rund um Mailand sieht als hier in Stuttgart.
    Den deutschen Premiummarken eilt einfach (gerechtfertigt oder nicht) ein guter Ruf und ein hervoragendes Image voraus, da haben Fiat, Alfa & Co. einfach erheblichen nachholbedarf.
    Andererseits erlebte der inzw. seelige Panda (I) eine neue Jugend kurz vor der Ablösung...

    Saluti
    Vespa

  • In der Italienischen Niederlassung unserer Firma fährt kein einziger Mitarbeiter ein italienisches Auto.
    Denen ist ein jeder einfache Golf lieber als ein 156. Ich gelte als absoluter Exot und werde bei jedem Besuch gefragt, ob mein Auto noch fährt.
    Dort ist nur A3, A4, A6 bzw. 3er, 5er und C Klasse attraktiv. Passat oder Golf tut es auch, aber bloß keinen italiener.

    Andererseits sieht man gerade auf dem Land noch sehr viele alte Fiats (z.B. 500 - da komme ich immer in Versuchung einen zu klauen wenn der Schlüssl steckt) bzw. kleine akutelle Modelle, da einfach kein Platz in den engen Gassen ist. In den Bergen gibt es viele Allrad-Pandas, günstiger gibt es 4WD eben nicht.

  • Ich sags mal so, fahren wir deutsche Autos?? Bin auch immer irgendwie enttäuscht wenn ich nach Italien komme, aber wir alle hier im Forum haben ja wohl eins gemeinsam, wir haben nen Italiener in der Einfahrt stehen.

    Wenn ich mich so umschaue fahren wir Deutsche auch immer mehr ausländische Fabrikate. !hehe!

    Hat zwar bei uns mit unter auch andere Gründe, z.B. deutsche Autos sind einfach zu teuer.

  • im Süden von italien ist die Dichte von italienischen Autos dichter und den 500 topolino sieht man häufig noch unrestauriert.

    leider sind halt die deutschen Fahrzeuge wie Passat und A4 familientaglicher (größer) Da hat derzeit Alfa und Lancia nichts entgegenzusetzen. Und FIAT kommt da halt als Statussymbol nicht mit.

    Darum sieht man ja da ach häufig Citroen für das Geld bekommt man unschlagbar ein großes Auto wie z.B. Xsara und C5.

    italo

  • Ich habe mir, als wir in Italien waren (Freunde und ich) einmal eine ital. Autozeitschrift gekauft. Ich bin zwar (leider :( ) nicht der italienischen Sprache mächtig jedoch ist mir eines sehr stark aufgefallen. Die Neuwagenpreise der deutschen Automobile sind um ein vielfaches niedriger als in Deutschland oder Ösaterreich. So kostet ein A6 4.2l Quattro mit Top Ausstattung gleich viel wie z.B. der Lancia Thesis mit 3.2 V6 mit Emblema Aussstattung. ein 3.2 Audi A6 Topausstattung kostet um satte 8.000 Euros weniger als der Thesis 3.2!
    D.h. in fast allen Fahrzeugklassen unterbieten sie die Marken Alfa und Lancia (ebenfalls FIAT - welche aber wirklich auch günstig sind!). D.h. ein 147 GTA kostet fast gleich viel wie ein S3 (meine den neuen S3 auf Golf V oder Skoda Ocatavia Basis)!!!
    Last but not least, die italienischen Autos verlieren and dem charakterstarekem Design. Sind zwar immer noch schön aber irgend etwas fehlt.
    Lancia ist in Italien beliebter und wird als besser empfunden als Alfa Romeo. Auch sind die spotlichen Lancia Modelle: Delta int., Kappa Coupe Turbo, Dedra int., Beta Montecarlo.... beliebter als die neuen Modelle der Marke. Alfa hat nicht geraden den besten Ruf in ITALIA.
    Lancia wird aber auch mit Mercedes usw. verglichen, Alfa hingegen mit BMW. Doch Alfa ist nun sicher in Richtung BMW positioniert, d.h. aber nicht dass ein Alfa ein ital. BMW ist.

    mfg


    P.S. Ich hoffe, dass der novo Punto ein Erfolg wird; Denn in Italien fahren eine Menge Puntos und Ypsilons rum. Die sind extrem erfolgreich.

  • Freund von mir war vor kurzem auf Ibiza u. hat gemeint er hat noch nie so viele Alfa gesehen...nur 146, 145 u. 147 einer nach dem anderen...u. viele Franzosen speziell Renault sollen dort sehr beliebt sein...dafür ganz wenig Seat.. !rolleyes2

  • zum thema:
    Mag sein, aber immerhin bewegen sowohl Carabinieri als auch Polizia den 156er, letztere auch als SW

    musst nur nach Como gehen da siehst du POLIZIA mit brandneuen 3er BMW.

    Ausländerwagen belagern auch die Dienstwagenflotten des Staates. Unglaublich blöd können diese Italiener sein, ich kanns nicht anders sagen. Ein Deutscher oder erst recht ein Franzose würde sich lieber umbringen als solches zulassen. Aehnlich die Fussballclubs, da müssen Ausländer hineingezogen werden, mit klingenden Namen bitte und teuer bezahlt und jetzt sin alle am Ruin. Hier liegt der Hauptgrund des Ruins von Fiat, heute musst du dich ja schämen in Italien ein inländisches Fahrzeug zu fahren. Aber eine Trendwende ist in sicht: viele haben bemerkt dass das preis-leistung verh. strapaziert ist oder sind von ausländischen Produkten enttäuscht, kenne viele selber und kehren zu den einheimischen zurück, je länger je mehr Fiat neue gute Produkte auf dem Markt bringt. Aber auch Fiat hat Modelle wie zb. Kombis der oberen Mittelklasse einfach nicht gebaut. Oder goldene Modelle wie LANCIA DELTA integrale einfach nicht
    mehr gebaut oder nur unbrauchbare (auch Kappa) nachgeschoben. Den DELTA wegzulassen ist etwa wie den GOLF aus der Liste zu streichen. Solche leidigen Geschichten entstehen wenn man in den Führungsetagen sich nie einig ist (der Italiener besonders, siehe Politik), dann entstehen Kompromissentscheide oder Fehlentscheide, gefällt von Leuten die mit Autos nichts am Hut haben, weil duch Vetternwirtschft hineingeholt. Jetzt Achtung: ist wieder einer da: Marchionne, nimmt mich wunder was da abgeht, nur so nebenbei gesagt, wenn man in den Zeitungen den Lebenslauf gelesen hat. Eines ist klar, der weiss dass ein Auto 4 Räder hat, sonst nichts.
    So, mal wieder die Wahrheit gesagt und Tschüss.

  • Jetzt muss ich mich aber auch mal melden. Kam vorgestern von meinem Urlaub auf Sardinien zurück. Eindruck:
    - Auf der Autobahn: wenige italienische Autos und wenn, dann Alfa und Lancia, vielleicht mal ein Stilo.
    - Auf der Insel: Fiats & Co. in Massen. Ueberraschend: Der Punto 2b (mit dem hässlichen Facelift) steht an jeder Ecke rum, obwohl erst seit kurzem draussen kam es mir vor als wären mehr Punto 2b unterwegs als Punto 2a. Der neue Ypsilon ist ebenfalls sehr häufig, wie auch der neue Panda. Etwa 20 Ideas sind mir auch schon begegnet und auch einige Stilos. Lancia Lybra waren gut vertreten, Thesis nur 1 gesehen. Alfas gab es einige, vor allem 147, aber auch genug 156.
    - Von den ausländischen Produkten ist mir am meisten aufgefallen, dass schon sehr viele neue Astras unterwegs sind, deutlich mehr als Golf V. Ebenso sehr viele Corsa, C3, C2, Micra

  • Kleiner Nachtrag zu Marchione:

    Der Mann hat schon Firmen saniert, die waren klinisch tot und leben jetzt wieder. Er muss ja nicht die Autos entwickeln, sondern den Konzern finanzieren und ihm eine Richtung geben. Eben, und er ist Chef des Fiat KONZERNS, da gehört nicht nur Fiat Auto dazu, sondern auch einige andere Sachen. Dazu muss er nicht wissen, was eine Lamba-Sonde ist. Chef von Fiat Auto ist übrigens Herbert Demel, der mal Chef von Audi war. Der versteht was vom Thema und hat auch schon einen Ex-Qualitätsmanager von Audi engagiert. Sieht schon um einiges besser aus.

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