Luft-Kompressor Selbstbau

  • Hallo,

    Habe letztens unter Ebay so eine Art Tunig für den Sportluftfilter gesehen und mich ein wenig davon inspirieren lassen. #-)
    Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Zwischen Sportluftfilter und Ende des Kaltluftrohres befindet sich ein Kanalventilator (Axiallüfter), der mit 12V betrieben am Boardnetz hängt und manuell ein und ausgeschaltet werden kann. Der Motor muss die Luft also nicht mehr ansaugen (Allerdings muss natürlich die Luftmenge pro Minute über der benötigten liegen, damit der Effekt übrehaupt wirkt und desweiteren muss der Lüfter auch einen hinreichend großen Luftdruck aufbauen können)

    Das ganze lässt sich eigentlich recht einfach selbst bauen.
    ALs Plus könnte man nun das Kaltluftrohr mit Peltierelementen (sehr flache Bauelemente, deren eine Seite kalt und die andere heiss wird, können bei 12V betrieben werden) ausstatten. Die erreichte Abkühlung musste einen zusätzlichen positiven Effekt haben. Außerdem könnte man diese wie auch den Lüfter vom Innenraum steuern, man braucht ja nicht immer volle Leistung. ;)

    Ist zwar kein Lachgas aber muesste auf jeden Fall was bringen. Oder kann das dem Motor schaden? !gruebel!

    Was denkt ihr?

    MfG

    Joergele

  • Zitat

    Was denkt ihr?


    Das das absolut NIX bringt :-]

    Ein Axial Lüfter baut nämlich keinen Druck auf, auch wenn die Fördermenge 2x so groß ist wie das was der Motor theoretisch ansaugt. Wenn du einen Motor zwangsbeatmen willst brauchst du Druck, je mehr desto besser.
    Das mit den Peltierelementen kanns't auch vergessen, überleg mal um wieviel °C die die Ansaugluft kühlt wenn so ein Element schon Stunden braucht um eine Kühlbox kalt zu kriegen.
    Ausserdem brauchen Peltier's sehr viel Strom, den dann wieder die LIMA produzieren muss, was wiederum Motorleistung kostet.
    Die Rehnung geht hinten und vorne nicht auf !

    !smilewink,Stefan

  • Hi,

    Meinte natürlich keinen Axiallüfter sondern einen Kanallüfter (Kanalventilator). Die bauen bis zu 800 P Druck auf und haben eine Fördermenge bis zu 6000 l. Um die Luft weiter abzukühlen, könnte man doch auch vor dem Lüfter eine konische Verengung gebrauchen.
    Der gesteigerte Luftdruck und -menge müsste aber schon was bringen. !thatsit!

    Hat jemand dieses Ding von Ebay gekauft?

    MfG

    Joergele

  • Hallo,

    ich denke auch mal, dass das bei einem ausgereiften Motor nicht wirklich etwas bringt aber ich habe so etwas mit einem PC Luefter mal bei einem Trabbi gemacht. Der Naehmaschinenmotor lief mit dem ollen Luefter etwas schneller hoch und war drehfreudiger aber ich will ja nicht unsere Alfamotoren mit der Kraft der zwei Kerzen vergleichen.

    Gruss

    Axel

    Wenn dicke Nichten im dichten Fichtendickicht dichten, dann dichten im dichten Fichtendickicht dicke Nichten! oder so ähnlich

  • Bei einer externen Pressung von 600 Pa geht die Fördermenge von so einem Lüfter aber gegen Null.
    Bei 4000 U/ min braucht ein 2Liter Motor etwa 2000l/min Luft. Macht also 120 Kubikmeter die Stunde. Wenn ich mir einmal die Kennline vun so einem Lüfter ansehe kommt eine Pressung von effektiv vielleicht 50 Pa raus. Die Rohrreibungsdruckverluste und die Einzelwiederstande noch abgerechnet.
    Zum Thema Kühlung:
    Gehen wir einmal davon aus dass die Theroretisch günstigste Lufttemperatur bei 10 Grad liegt und man von 30 Grad im Motorraum ausgehen Kann haben wir ein Delta Theta von 20 Kelvin bei 120Kubikmeter die Stunde. Grob überschlagen müsste man eine Kühlleistung von 800Watt realisieren.
    An der Oberfläche der Kühlleistung würden wir die Sättigungslinie erreichen was bedeutet dass ziemliech grosse wassermenge ausfallen würde die wohl auch ein wenig Problematisch ist.
    Hätte mich auch einmal interressiert ob das zumindest rechnerisch klappt. deswegen hab ich das jetz mal grob überschlagen. (Ich wollte jetz nicht Klugscheissen)
    Aber der Effekt dürfte mal abgesehen von einem Wahnsinnigen Stromverbrauch gleich Null sein.
    Ich hoffe nur ich hab mich nicht verrechnet. !gruebel!

    !winker! Jan

  • Zitat von Joergele

    Hi,


    Die Lüfter baureihe an die ich gedacht habe hat folgende Daten:

    max. Druck: 800 Pa
    Luftfördermenge: 0 - 7500 l/min (regelbar) 450m³/h
    Leistung: 74 Watt


    Also :
    du hast einen 1,8 Liter Motor
    dieser erreicht bei 3900 U/min sein maximales Drehmoment von 163 Nm (wenn du einaktuelles Modell hast.
    3900 U/min mal 1,8 Liter Hubraum mal 60Minuten heist das sein Motor 421200 Liter pro Stunde ansaugt, also 421qm/h (theoretisch da mit 100% Füllungsgrad gerechnet)

    wenn wir mal davon ausgehen das du deinen 1,8 Liter Motor aber auch mal bis 7500 U/min drehst, dann saugt der schon 810 qm/h. (auch bei 100% gerechnet)
    Da ich jetzt leider nicht genau weiß wie hoch der Füllungsgrad bei dem 1,8 JTS ist, rate ich jetzt einfach mal das dir eine solche elektrische Aufladung nur im unteren Drehzahlbreich etwas nützen würde....
    ... aber dafür müsstest du natürlich zu allererst das Motormanagemant umprogramieren, und dem Lüfter eine Kennfeldsteuerung verpassen.
    Zudem solltest du dann das ganze noch mit einem Schaltsaugrohr verbinden, da der Lüfter dem Motor "im Weg" ist, sobald der mal mehr als 450 qm/h an Luft zieht.

    Aber ich denke mal das sich deine Idee soeben erledigt hat, oder? :D

  • Zitat von Nisstor

    Normalerweise regelt doch auch der luftmassenmesser, wieviel luft "durchfliest" oder? Deshalb sollte doch auch der luftmassenmesser angepasst werden!

    Nö, der misst nur wieviel Luft durchgeht.

  • @ alfa156gtaq4:

    Ich glaub, das Deine Rechnung nicht stimmt. Der Motor wird nicht nur mit Luft gefüllt. Es kommen auch noch Benzin und Abgase rein. Auch dürfte er nicht voll gefüllt werden (Es gibt verschiedene Gemische je nach Drehzahl, Gaspedalstellung, Lufttemperatur...).

    ------------------------------------------------

    Gott hat die Welt aus nichts gemacht, so steht es im Brevier,
    nun kommt mir manchmal der Verdacht, er macht sich nichts aus ihr....

  • @ nrjfrechdachs

    klar kriegt der Motor auch Sprit
    das verhältnis dabei liegt round about 14,5 : 1, abhängig von den verschiedenen Faktoren die du auch schon genannt hast...

    viel wichtiger ist jedoch der Füllungsgrad, wenn der bei hohen Drehzahlen unter die 60% fällt, ist meine ganze schöne Rechnung von vorhin wieder hinüber...

  • Allein schon die Tatsache das es nirgends im Motorsport oder sonstwo elektrische "Turbolader" gibt bestätig ja schon das es nicht funktioniert, sonst würde das sicher irgendein Autohersteller verwenden.
    Ist nur ein Beispiel mehr dafür das man bei Ebay für absolut alles einen Dummen findet der's kauft und dran glaubt.

    !smilewink,Stefan

  • Ich habe da jetzt mal eine allgemeine Frage zum Verständnis:

    hier im Forum wird immer wieder davon gesprochen welche Luftmenge ein Verbrennungsmotor in der Stunde braucht: und die Luftmengen die dort stehen erstaunen mich immer wieder. 400 Kubikmeter und mehr. Wenn ich bedekne wieviele Autos auf der Welt fahren.... dann müssten wir doch bald ohne Sauerstoff sein. !gruebel!

    Bei diesen Luftmengen stelle ich mir einfach mal folgende Situation vor: ich stehe vor meinem Auto und lasse Ihn einmal hochdrehen. Ich müsste doch schlagartig in einem Unterdruckgebiet (Luftdruck) stehen. :o Wird dann auch das Wetter schlechter? (kleiner Scherz)

    Okay, wieder ernsthaft. 450 Kubikmeter Luft durch einen Luftfilter ziehen, der vielleicht 30 oder 40 Quadratzentimeter Ansaugöffnung hat - was für Strömungsgeschwindigkeiten habe ich denn da im Ansaugtrakt?
    Und was für ein Luftdruck müsste dann aus dem Auspuff gedrückt werden? Käme das nicht einer Turbine gleich?
    Ist da irgendetwas in den Rechnungen falsch? Oder verlässt mich hier meine Vorstellungskraft?

  • die sache mit dem elektrischen kompressor ist nicht so weit hergeholt. im prinzip ist es schließlich egal womit die luft komprimiert wird.

    allerdings ist das große problem beim elektrischen kompressor die strommenge die benötigt wird.

    wie hier ja schon zu lesen war, sind die luftmengen enorm. elektromotoren die eine solche leistung haben benötigen verdammt viel strom.

    ein amerikanischer turbo/kompressor typ hat sowas im program. sieht dann in etwa so aus:
    [Blockierte Grafik: http://www.turbomagazine.com/tech/0406tur_knight02_z.jpg]

    damit das teil (das übrigens einen schönen teil des motorraums ausmacht) siehe hier
    [Blockierte Grafik: http://www.turbomagazine.com/tech/0406tur_knight03_z.jpg]
    überhaupt über kurze zeit!!!! (wie bei NOS) betrieben werden kann, braucht man ganz schön viel batteriestrom.
    siehe hier:
    [Blockierte Grafik: http://www.turbomagazine.com/tech/0406tur_knight05_s.jpg]

    alles in allem: es ist immer noch am besten den kompressor mit dem riemen oder turbo mit abgasen anzutreiben. und außerdem ist es eigentlich genauso "billig"...

    ähm nochwas wollt ich anmerken: wenn luft bei einer gewissen fahrgeschwindigkeit quasi ohne umwege in den ansaugtrakt kommt, nennt man das RAM-Air. der dabei erzeugte staudruck ist um welten höher als ein gewöhnlicher 08/15 baumarkt pc lüfter oder was auch immer. und selbst bei einem formel 1 wagen beträgt der überdruck durch die sicher optimal gestaltete airbox gerade mal 2pa und etwa 20 ps mehrleistung. und das bei tempo 200!!!

  • Habe auch schon immer an sowas gedacht aber wie sieht das eigentlich mit den Servobremsen aus? Vom Ansauggehäuse geht ja ne Unterdruckleitung zur Servobremse um die Bremskraft zu verstärken. Wenn ich da jetzt überdruck gebe was iss dann mit den Bremsen? Kann man dann nur noch mit Handbremse bremsen ( was ja nich weiter schlimm iss :D ) ?

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