Das Dementi klang klar und eindeutig. "Ich ziehe Motorräder vor. Sie sind meine Welt", erklärte Valantino Rossi beim Grand Prix in Jerez, eine Woche, nachdem er auf der Ferrari-Teststrecke Fiorana den F2004-Formel-1-Wagen von Michael Schumacher getestet hatte.
Das reichte den meisten Presseleuten für beruhigende Schlagzeilen, Rossi werde auch in Zukunft dem Motorradsport treu bleiben. Denn sein Weggang wäre ein niederschmetternder Verlust für die Motorradszene, und: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
PS aber behauptet: Er geht doch! !thatsit!
Nicht in ferner Zukunft oder am Ende seine 2-Jahres-Vertrages mit Yamaha, sondern evtl. schon 2005, falls er abermals die WM gewinnt. Denn dann hat er alles erreicht. Noch ein Titel auf Yamaha? Kalter Kaffee. Vielleicht ein, zwei Titel auf Ducati? Auch damit könnte Valentino nichts beweisen, was er nicht schon mit dem Wechsel zu Yamaha demonstriert hat.
Neue Herausforderungen! Radikaler Neubeginn! Das genau wäre ein Ferrari-Engagement.
Das er Talent für F 1 besitzt, hat Rossi in Fiorano nachdrücklich unter Beweis gestellt.
Nach den ersten 20 Runden noch etwa 11 Sekunden von Schumachers Zeiten entfernt, hatte der Doktor ein paar Stunden Gelegenheit, über Fehler nachzudenken: ein paar zu heftige Bremsmanöver mit qualmenden Reifen, ein harmloser Ausritt.
Am Spätnachmittag stieg Rossi erneut in den Ferrari und zeigte aussergewöhn-
liche Lernfähigkeit:
In nur wenigen Runden schraubte er seine persönliche Bestzeit auf 59 Sekunden herunter, nur 3 Sekunden langsamer als Schumis aktueller Rundenrekord und nur 1,1 Sekunden hinter Ferrari-Formel-1-Testfahrer Luca Badoer.
Rossi wird von Yamaha bezahlt, im Vertrag gibt es Klauseln, die ihm ausserhalb der Motorradwelt so ziemlich alles erlauben, worauf er Lust hat. #-) Genau hier ist auch der Schlüssel zu einem vorzeitigen Ausstieg versteckt. Mit Marlboro gibt es dem Vernehmen nach sogar schon einen Vorvertrag, demzufolge Rossi auf jeden Fall Ferrari fahren wird, falls er sich für die F 1 entscheidet.
Auf jeden Fall hat Rossi Spass an der F 1: "Der Ferrari ist ein Flugzeug. Ich dachte, die Beschleunigung sei nichts Besonderes, wie auf dem Motorrad in 2,4 Sekunden von 0 auf 100. Aber die 900 PS dann tatsächlich hinter mir zu spüren, ist eine gewaltige Emotion."
Auszüge aus PS Nr. 6/2004
Grüße
black147GTA