Frisch aus dem Urlaub in der Alfa-Heimat

  • Hallo zusammen,
    gestern abend sind wir aus unserem etwas verspäteten Sommerurlaub aus der Toskana zurückgekommen, und inzwischen möchte ich so ein paar Feststellungen über die Alfas auf Italiens Straßen los werden.
    Ich muss dazu sagen, dass ich nach fast 15 Jahren zum ersten mal wieder unten war. Meine Alfa-Begeisterung ist allerdings noch nicht so alt - vielleicht seit 5 Jahren interessiert mich das Thema wirklich - , so dass ich heute teilweise richtige AHA-Erlebnisse hatte.
    Erstmal fühlt man sich nicht mehr als Exot auf der Straße. Ein 156 ist dort so selbstverständlich wie hier ein A4 oder ein Vectra. Dem entsprechend fällt das Grüßen auch flach...
    Was ich dann allerdings schnell festgestellt habe, ist die andere Häufigkeitsverteilung der Modelle: Während man bei uns noch relativ viele Spider sieht, fehlen sie in Italien fast vollständig. Dafür gibt es viel mehr GTVs. Richtig etabliert sind die 164er, 75er und natürlich 33er und 146er (wenig 145er) und noch fast keine 147er.
    Unter den 156ern habe ich bzgl. der Motorisierung aber nur wenige Ausreißer gesehen: Überwiegend 1,8TS und jede Menge 1,9 JTD. Die andern Motorisierungen sind praktisch nicht vertreten (doch, die Carabinieri fahren 2.0 TS...). Ich kam mir mit meinem 2,4 JTD richtig overdone vor. Natürlich hängt das auch mit den sehr strikten Geschwindigkeitsbegrenzungen zusammen, aber auf den kurzen Beschleunigungsstrecken (b. Einmündungen auf Landstraßen, Autobahnen, Kreiseln usw.) war ich überrascht, wie mühelos ich auch kritische Situationen "abgesprintet" habe. Insgesamt habe ich es darauf aber nicht angelegt - vielmehr habe ich es genossen, nicht ständig irgendwelchen TDI-strotzenden Ringe, Blitze oder Nieren im Rückspiegel kleben zu sehen, die nur auf Kräftemessen aus sind. Wirklich sehr wohltuend, wenn man auch mal in Ruhe gelassen wird auf der Straße!

    Was mir aber zum allerersten mal richtig klar geworden ist, war die Absicht, die die Konstrukteure mit meinem Auto hatten: Man kann elend schaltfaul fahren, man kann die Maschine auf Bergstrecken aber auch richtig drehen, ohne sie zu quälen. Und Fahrwerk und Lenkung sind so abgestimmt, dass man auch wirklich winkelige Strecken, mühelos abspulen kann. Da muss man nicht am Lenkrad rumwirbeln, sondern kann mit wenig Aktionismus das Auto richtig steuern. (Bei den A4's oder 3er BMWs in unserer Firma hat mich immer geärgert, wie nervös die Autos auf Lenkbewegungen reagieren und wie lange die Lenkwege sind, die man bei relaitiv kleinen Kurven zurücklegen muss). Die Fahrerlebnisse, die ich mit meinem 156 SW in den Hügeln der Toskana hatte, kann man eigentlich nur als Fahrspaß bezeichnen. Bedeutend finde ich dabei, dass es meiner Familie dabei nie schlecht wurde, obwohl ich manchmal schon etwas eckig gefahren bin. Früher mit einem Opel oder Volvo gab's auf solchen Strecken immer das große Gekotze.

    Erwähnen möchte ich abschließend noch die Rückfahrt durch die Alpen. Das Inferno im Gotthard-Tunnel ist gerade während unseres Urlaubs passiert. So musste ich nach einer Alternativ-Route suchen. Wir haben uns für den Gotthardpass entschieden. Ich sollte sagen, dass ich das Auto vollgepackt hatte bis unters Dach und noch eine Thulebox obendrauf!
    Die Passfahrt ist ja an sich nichts Wildes. Aber der Leistungsverlust ab 1500 M.ü.M ist doch spürbar. Aber andere merken ihn offenbar noch stärker. Jedenfalls hatte ich keine Probleme, einen Range-Rover am Berg abzuhängen: Runterschalten, Vollgas, und tschüß. So oder so ähnlich ist es mir auch mit anderen "Standard-Autogesichtern" ergangen. Ist schon erstaunlich, welche Reserven in der 2,4 Liter-Maschine schlummern.

    schöne Grüße von einem urlaubserholten
    Julius

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