Startproblem Alfa 2,0 Liter Bj 1984 Vergaser

  • Hallo zusammen,

    ich fahre meinen Alfa Spider 2,0 Bj. 1984, einer der letzten mit den Eierbechern und Vergasermotor, jetzt seit über 15 Jahre und hatte nie Startprobleme. Selbst nach 5 Monaten Standzeit kam der Motor nach wenigen Umdrehungen. Aktuell springt er schon nach vier Wochen Standzeit überhaupt nicht mehr an. Das Problem scheint die Kraftstoffversorgung zu sein. Steht das Auto mal eine Woche, springt er weiterhin sofort an. Steht er länger, muss ich erstmal die Kraftstoffschläuche von der Vergasern abziehen und mittels eine großen Spritze in jeden Vergaser ca. 100 ml Kraftstoff laufen lassen. Anschließend ist der Motor nach weniger Anlasserumdrehungen sofort da und läuft rund. Ich frage mich also:

    1.) Wo und warum ist der Kraftstoff aus den Vergasern weg?

    2.) Warum fördert die Kraftstoffpumpe (mechanische) nicht einfach nach und kommt der Motor kommt nach kurzem Anlasserdrehen?

    3.) Kann irgendwo zwischen Tank und Vergasern ein Leck bestehen, so dass der Kraftstoff langsam zurückläuft? In der Garage riecht es allerdings nicht nach Kraftstoff.

    Es wäre schön, wenn hier jemand eine Idee oder einen Plan hätte, wie ich das Problem weiter eingrenzen kann.


    P.S. Den Kraftstofffilter habe ich erneuert, was das Problem aber nicht behoben hat.


    Grüße

    Klaus

  • Hallo Klaus,

    dass man nach mehreren Wochen Standzeit länger orgeln muss ist bei den Ausführungen mit Membranpumpe normal. Benzin verflüchtigt sich oder die Leitung läuft leer zurück in den Tank. Dass es 15 Jahre besser funktioniert hat könnte an den mittlerweile gealterten Kraftstoffleitungen liegen.

    Als erste Aktion würde ich die Leitung zu den Vergasern abmachen und schauen ob und wieviel beim orgeln an Kraftstoff in ein Gefäß gepumpt wird.

    Wenn es lange dauert oder sehr wenig gepumpt würde ich eine neue Kraftstoffpumpe einbauen. Vorher noch die Zuleitung zwischen Tank und Sauganschluss der Pumpe inspizieren ob irgendwo porös und ggf. auf Dichtheit mit Druckluft prüfen.

    Wenn die Pumpe genügend Kraftstoff fördert sollte der Druck im Leerlauf vor den Vergasern so 0,2..0,3 bar betragen.

    Viel Erfolg

    Uli

  • Also ich würde das auf den modernen Sprit zurückführen, aus dem die leicht-flüchtigen Bestandteile heute viel schneller weg-verdunsten, als es bei dem früher üblichen Benzin der Fall war. Was in den Vergasern zurückbleibt, ist dann nicht mehr so einfach entzündbar.

    Was helfen würde, wäre der Einbau einer elektrischen Benzinpumpe. Damit kann man dann vor dem eigentlichen Anlassen schon mal frischen Sprit in die Vergaser fördern lassen. Die elektrische Benzinpumpe übernimmt quasi das, was Du aktuell mit einer Spritze machst.

    Viele Grüße,
    Peter

  • bezüglich altem Sprit:

    Ich habe nach 2 Jahren meine Bertone wieder mal gestartet.

    Ich habe eine kleine balgpumpe, mit der pumpe ich den Sprit nach vorne, das geht schnell und wunderbar.

    Letzte Tankrechnung ist von 2021. Das vorgepumpte Benzin war bräunlich und roch eher bescheiden.

    Aber: er läuft völlig tadellos!

    c.o.

  • Hallo Oliviero,

    die Lösung mit Balgpumpe könnte auch meine Startprobleme (nach einigen Wochen Standzeit) beseitigen. Hast Du noch die Bezugsquelle? - im Internet gibt es die zahllos. Wo genau hast die diese dazwischen gebaut? - evtl. oberhalb des Tanks im Kofferraum.

    Danke für weiterführende Hinweise

    Heini

  • Was helfen würde, wäre der Einbau einer elektrischen Benzinpumpe. Damit kann man dann vor dem eigentlichen Anlassen schon mal frischen Sprit in die Vergaser fördern lassen. Die elektrische Benzinpumpe übernimmt quasi das, was Du aktuell mit einer Spritze machst.

    Da wäre interessant, wie man dies am besten, nur zum Anlassen nach längerer Standzeit, realisiert. Montage Parallel zu mechanische Benzinpumpe? Dann würde diese nach langer Standzeit evtl. zunächst trocken laufen und nicht lange halten. 🤔

    Ich hatte es mal versucht eine elektrische Pumpe in Reihe zur mechanische einzusetzen, dies am Unterboden montiert, in der Nähe des Bremskraftreglers. ‚Normale‘ elektrische Benzinpumpen haben wohl ohne Spannungsversorgung keinen oder zu wenig Durchgang, so dass die mechanische im Fahrbetrieb nicht genug Kraftstoff ansaugen kann. Um dadurch bedingte Problem zu verhindern hatte ich mit T-Stücken parallel zu der elektrischen Pumpe ein Rückschlagventil gesetzt um Durchgang für die mechanische Pumpe zu schaffen. Und vor die elektrische Pumpe noch ein Filter. D. h.: 2 x T-Stück = 6 Schellen, jeweils 2 Schellen an Filter, Rückschlag und Pumpe und 2 Schellen an den Metallrohrenden, macht insgesamt 14 Schellen auf wenig Raum, es sieht schrecklich aus. Darüber hinaus hatte das Rückschlagventil auch schnell den Dienst quittiert, so dass ich die Lösung für wenig brauchbar halte.

    Das Stichwort, dass hier im Forum auch schon mal genannt wurde, ist ‚elektrische Membranpumpe‘, diese hätte wohl für den Kraftstoff Durchgang wenn keine Spannung anliegt. Von Hardi gibt es solche Pumpen. Meine Idee wäre, das ganze Schellengeraffel wieder auszubauen und nur eine Hardi-Pumpe dort zu setzen die man, nach längerer Standzeit, per Taster von innen aktivieren kann.

    Hat jemand Erfahrungen mit so einer Lösung?


    VG


    Holger

    Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht. (Jean Anouilh)

  • die Lösung mit Balgpumpe könnte auch meine Startprobleme (nach einigen Wochen Standzeit) beseitigen.

    Ich habe die auf einem Oldtimermarkt gekauft. Es steht leider gar nichts drauf.

    Ich setze sie einfach temporär ein zwischen Kraftstoffleitung und erstem Vergaser.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Sind ja nur 2 Schlauchschellen zu lösen, danach kommt sie wieder weg, da ich ja mehrere Fahrzeuge habe.

    Wozu soll sie irgendwo im Motorraum hängen, wenn man sie im Normalbetrieb nicht braucht (ein bisserl orgeln baut ja auch schon Öldruck auf).

    Ciaoliviero

  • Fast dasselbe wie so eine Ballpumpe, leistet ein kleiner Trichter, den man in das Ende eines Benzinschlauchs stecken kann. Nach längerer Standzeit löst man dann einfach den Benzinschlauch, der vom Benzinfilter/Druckregler an den vorderen Vergaser geht, vom Benzinfilter. In das nun offene Ende steckt man einen Trichter. Über diesen Trichter kann man nun die Schwimmerkammern der Vergaser aus einem Reservekanister mit Benzin füllen. Wenn diese voll sind, merkt man das daran, dass sich der Trichter nicht mehr leert. Das überflüssige Benzin, das dann noch im Trichter steht, kann man wieder zurück in den Benzinkanister gießen. Dann den Trichter wieder entfernen und den Benzinschlauch wieder am Benzinfilter anbringen, und der Motor solte ohne Orgeln sofort anspringen.

    Übrigens, es ist keine gute Idee, bei diesen Tätigkeiten zu rauchen!!!

    Viele Grüße,
    Peter

  • Die einzig vernünftige Lösung für unsere Vergasermotoren ist eine elektrische Benzinpumpe. War sie übrigens schon in den 60ern, bei hochwertigen Fahrzeugen. Auch im GTA Junior. Allerdings muss diese heute über eine kleine Elektronik geschaltet sein, die sie ohne Zündsignal nur für ca. 10 Sekunden laufen lässt. Das verhindert das bei einem Defekt, versehentlich angelassener Zündung oder einem Unfall der ganze Tankinhalt herausgepumpt wird. Gibt es im Zubehör, dort wo auch Vergaser Elektro-Benzinpumpen ab 30 Euro verkauft werden. Das Modul braucht Masse, Zündungsplus und ein Zündungssignal, genau wie ein elektrischer Drehzahlmesser. Ohne diese Absicherung der Pumpe ist eine nachgerüstete E-Benzinpumpe nicht zulässig. Einmal eine Vorschrift die Sinn macht. Googel nach : "Sicherheitsmodul für elektrische Benzinpumpe". Gibt es ab 30 Euro, aber auch mit ganzen Kabelsätzen. Wie immer im Oldtimer Bereich, kann man das selbe Produkt beim freundlichen Spezialisten auch für den 3-5-fachen Preis bekommen, egal ob Pumpe oder Sicherheitsmodul. Der Einbau ist relativ einfach, notorische Besserwisser und Anleitungsmodifizierer mit "aber ich habe gedacht" Syndrom, sollten es einen Fachmann machen lassen. Keine Versicherung zahlt wenn wegen einem unsachgemäßen Einbau die Garage mit Auto abbrennt.

    Einige Anmerkungen: Die Mechanische Pumpe wird auf keinen Fall mehr "mit benutzt". Basteleien, wo sie weiter eingebunden ist, wie oben beschrieben, sind absolut unzulässig und brandgefährlich. Wenn die Membran der Pumpe langsam undicht wird (darum geht sie meist nicht mehr) wir die Motorölwanne mit Benzin geflutet. Alle Schläuche im Motorraum müssen unbedingt neu. Auch wenn sie noch dicht sind, nach einem Umbau sind sie gerne undicht oder brechen sogar. Ich finde heute noch originale Schläuche in diesen Fahrzeugen, vor allem der am Tank. Hart wie Stein aber dicht. Eben italienische Vorglobalisierungsqualität. Also gleich 2m Schlauch und Schellen mit bestellen. Ich bevorzuge an den meisten Verbindungen Klemmschellen, nur wo man öfter ran muß, verwende ich Schraubschellen.

    Der originale Filter mit dem Wechseleinsatz und (meistens) Glaskörper, ist ein Druckminderer für den gleichmäßigen Fluß des Benzins zum Vergaser. Wenn man eine richtige E-Pumpe für Vergaser einbaut, hat diese oft weniger als 0,4 bar Druck. Das kann zu wenig sein um weiterhin den alten Filterdruckminderer zu benutzen. Ein simpler Test mit einem Schlauch in einen Benzinkanister zeigt ob da ein gleichmäßiger Strahl raus kommt. Man kann diesen Filterdruckminderer, wenn die Pumpe 0,2 bis maximal 0,35 bar liefert, einfach weglassen und statt dessen eine Einwegfilter vor die E-Pumpe in die Leitung stecken. Bei mehr als 0,35 bar Druck halten die Ventile der Vergaserschwimmer nicht mehr dicht und der Vergaser läuft über. Findige könne auch die Feder und Kugel aus dem Malpassi entfernen, so das er nur noch ein Filter ist. Die E-Pumpe bekommt dann einen Einweg-Vor-Filter, danach in den Malpassi und von da aus direkt an die Vergaser.

    Empfehlenswert ist die "Pierburg Pumpe für Vergaser" um die 30 Euro. Preiswert, leise, zuverlässig und verbraucht wenig Strom. Die "originalen" Magnetpumpen sind unverschämt teuer, enorm laut (Tack-Tack) und anfällig, vor allem wenn nur gelegentlich genutzt.

    Die kleine E-Pumpen kann man praktisch unsichtbar auf der Vergaserseite unten im Motorraum montieren, direkt wo die Metal-Benzinleitung hoch kommt. Bitte immer mit einem Vorfilter. Es gibt keinen Grund sie hinten am Wagenboden zu befestigen. Sie saugt und drückt stark genug um den kleinen Höhenunterschied zu überwinden. 0,2 bar entsprechen immerhin 2m Wassersäule.

    Viel Erfolg!

    PS es ist keine Frage ob eine mechanische Benzinpumpe kaputt geht, nur wann es passiert. Durch lange Standzeiten leidet die Membran und trocknet aus. Das macht sie nur einige Male mit. Das gemeinste ist wenn sie dann die Ölwanne voll Benzin pumpt. Merken manche Eigner erst wenn der Ölstand 15cm über Max steht.

    Einmal editiert, zuletzt von Slow Daddy (8. September 2026 um 11:00)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!