• Vielleicht ist es zu einfach, aber diese Franzosen haben vor der Fusion bereits Citroën aus rein finanziellen Überlegungen das Markenherz herausgerissen.

    Ein Gespür für Markengeschichte haben sie keines, oder es ist für sie schlicht zweitrangig.

    Sehe ich überhaupt nicht so...hätte vor 1j fast die Zitrone gekauft. Man kann im Jahr 2000+ auch ein überdurchnittlich komfortables Auto bauen OHNE Hydropneumatik. Sowas würde heute zu Recht kaum einer wollen (ich auch nicht). Auch beim C5-iii war sie nur noch optional und nur noch wenige bestellten sie. PSA hat somit alles richtig gemacht. Warum an etwas stur haften bleiben wenns indessen andere (fast) gleichwertige Lösungen gibt. Der Markenkern ist dennoch geblieben.

    Alfa macht hingegen zickzack und das wird auch so wahrgenommen. Keine Linie, nix.

  • Man kann PSA vieles vorwerfen aber an Alfas Unglück tragen die die geringste Schuld.

    Alfa war nie wirtschaftlich erfolgreich (auch nicht als Holger den Vertrieb revolutioniert hat), sonst wären sie kaum von Fiat geschluckt worden.

    Unter FCA war Alfa auch zu den besten Zeiten nicht der Geldbringer.

    Ob das jetzt Unter Stellantis anders wird, darf auch bezweifelt werden, aber wirtschaftlich war es sicher auch früher nicht alles besser ;)

    Und eigentlich lieben die meisten Alfisti die Marke gerade, weil sie wirtschaftlich nicht erfolgreich sind und nicht an jeder Ecke stehen…

  • Betreffend dem Thema Alfa Romeo Image war aus Sicht von Mechanikern und Schraubern schon immer der Rost das prägende.

    Auch wenn es in den letzten Jahrzehnten besser geworden ist und auch fast alle anderen Hersteller zumindest zeitweise einzelne Baureihen mit Rostgurken haben, darunter sogar Mercedes bei der S-Klasse, bleibt das Image bei Alfas erhalten.

    Für den Erhalt dieses traditionellen Wertes sorgt Alfa Romeo auch durch konstruktive und produktionstechnische Maßnahmen wie z. B. den Schwellern hinten am Alfa 159.

  • Betreffend dem Thema Alfa Romeo Image war aus Sicht von Mechanikern und Schraubern schon immer der Rost das prägende.

    Auch wenn es in den letzten Jahrzehnten besser geworden ist und auch fast alle anderen Hersteller zumindest zeitweise einzelne Baureihen mit Rostgurken haben, darunter sogar Mercedes bei der S-Klasse, bleibt das Image bei Alfas erhalten.

    Für den Erhalt dieses traditionellen Wertes sorgt Alfa Romeo auch durch konstruktive und produktionstechnische Maßnahmen wie z. B. den Schwellern hinten am Alfa 159.

    Der 159 ist jetzt aber auch 21 Jahre alt...

  • Das Image ausländischer Marken in Deutschland ist seit den 70ern schwierig.

    Eigentlich waren ausländische Autos es nur nach dem Krieg bis in die 60er für die deutsche Fachpresse interessant, weil in Deutschland selbst das Angebot noch recht übersichtlich war.

    Außer Käfer und Kleinwagen gab es fast nur Mercedes und in der oberen Mittelklasse Ford und Opel…

    In den 70ern und 80ern ist irgendwas passiert, was die europäischen Marken abgewertet hat.
    Mag Holger seinen 164er feiern aber wenn man alte Zeitschriften durchblättert, zeigt sich das gleiche Problem wie heute. Die Vorstellung des Fahrzeugs ist noch sehr wohlwollend, der Vergleichstest mit der etablierten deutschen Konkurrenz ist dann frustrierend.

    Aber das ist nicht nur bei Alfa so. Welche ausländische Marke (die nicht zum VW Komzern gehört) gewinnt denn einen Vergleichstest gegen deutsche Konkurrenz?

  • Moin,

    nein, das ist so nicht richtig.


    gerade beim Alfa 164 gewann dieses Auto in der deutschen AMS Auto, Motor und Sport gegen den 5er BMW.

    Das war sehr beachtlich, aber auch in früheren Jahren gab es oftmals einen Sieg in einem Vergleichstest der AMS oder der Hobby

    (eine weitere Zeitschrift, die auch Autotest machte).

    oder man denke an den Alfa GTV6, der auch gegen der Volksporsche, dem 924 sehr gut bewertet wurde.


    Zusammenhängend in dem schwierigeren Markt war in den 80ern die Anforderungen an die Vertragshändler zu neuen Investitionen,

    auch die Japaner kamen mit

    diesen Forderungen auf die Händler zu.

    Da machten viele der kleineren Händler nicht mit und so wurden die Händlernetze von Importeuren immer kleiner, immer weniger.

    Da kauften die Kunden eben Autos bei den nächstliegenden Händlern, die vertrieben deutsche Fabrikate.


    Ja zum dritten machten sich die deutschen Fabrikate an die "Nischen" und bauten Autos, wo zuvor die Importautos zu Hause waren.

    So verlor auch Fiat enorme Kundenkreise, wo man dort im Kleinwagensegment einer der erfolgsreichsten Importeure war.

    Es begann der Verdrängungswettbewerb.

    Gruß

    Holger

  • diese Franzosen ...

    Ein Gespür für Markengeschichte haben sie keines, oder es ist für sie schlicht zweitrangig.

    Auch unter Fiat/FCA (also Italiener) spielte das kaum eine Rolle wenn nicht zufälligerweise einer vom Marketing über irgendwas gestolpert war.
    Spontan fällt mir als Beispiel eine 147 Quadrifoglio (mit sagenhaften 120PS) ein. Das ist die Geschichte mit Füßen treten!

    .
    andré

  • Auch unter Fiat/FCA (also Italiener) spielte das kaum eine Rolle wenn nicht zufälligerweise einer vom Marketing über irgendwas gestolpert war.
    Spontan fällt mir als Beispiel eine 147 Quadrifoglio (mit sagenhaften 120PS) ein. Das ist die Geschichte mit Füßen treten!

    Mit Verlaub, es ist dann doch ein Unterschied, ob man eine historische Bezeichnung missbrautächt, oder ob man ohne Not eine Technologie einstampft, die jahrzehntelang identitätsstiftend war.

  • Mit Verlaub, es ist dann doch ein Unterschied, ob man eine historische Bezeichnung missbrautächt, oder ob man ohne Not eine Technologie einstampft, die jahrzehntelang identitätsstiftend war.

    Das würde mich dann schon wunder nehmen, warum genau denn PSA diese "identitätsstiftende Technologie" hätte weiterführen sollen, wenn sie irgendwie ein einstelliger Prozentsatz überhaupt noch dazubestellte?? Damit sich PSA finanziell selber abschiesst wie Fiat/Alfa/Lancia?? ;)

    Man merke an: Citroen hat die Identität "Komfort" auch ohne diesen aus heutiger Sicht zu komplexen "Stuss" bewahrt. So schlecht haben die nicht gearbeitet.

  • Mit Verlaub, es ist dann doch ein Unterschied, ob man eine historische Bezeichnung missbrautächt, oder ob man ohne Not eine Technologie einstampft, die jahrzehntelang identitätsstiftend war.

    Von welcher Technonolgie sprichst Du? Das Hydrozeugs von Citroen?
    Und was ist ohne Not? Wenn etwas eingestellt wird, hat das ja einen Grund. Wohl weil es sich nicht mehr gut verkauft und die Kosten zu hoch sind. Was interessiert irgendwas, was früher war, wenn es heute "niemand" mehr haben will?

    Mein letzter Alfa war der 4C, ich habe danach keinen Alfa mehr gekauft weil Alfa schlicht keine Autos mehr gebaut haben, die mich in irgend einer Weise interessiert haben. Giulia VIEL zu groß, mit SUV kann ich nichts anfangen, somit sind Stelvio und Tonale raus. Und dann bringt Alfa ein Fahrzeug auf den Markt, das überhaupt mal wieder einpassen könnte und dann ist es alles andere als hübsch. Viel schlimmer ist dann aber die Tatsache, dass ich über eine Stunde Fahrzeit zur nächsten Werkstatt/Händler habe und die Karre so extrem hochpreisig war, dass ich gegenüber Wettbewerbsprodukten etliche Tausend Euro mehr bezahlt hätte.

    Und wenn ich dann schon so eine miese Abdeckung an Händlern habe, sollte Stellantis zumindest eine simple erste Wartung eines BEV mit einer Wartezeit anbieten können. Können sie aber anscheinend nicht, der Avenger BEV muss auf den nächsten Tag in der Werkstatt bleiben weil irgendwelche Updates, die nur über die Werkstatt laufen, nicht schnell oder vorher herunter geladen werden können. Also zwei Mal zum Händler fahren, für eine pummelige Durchsichtsinspektion, die eigentlich in maximal einer Stunde durch ist. Dafür müsste ich dann 4x 1 Stunde aufwenden (an zwei Tagen hin und zurück). Und dann wundert man sich über schlechte Verkaufszahlen`? Ernsthaft?

    Ich habe einen Renault R5 gekauft, die Optik ist natürlich geschmacksache aber der nächste Händler ist 15km entfernt, der übernächste 35km und dann sind es glaube ich 60 und 80km. Er war überraschenderweise sehr günstig und bietet ein traumhaft sportliches Fahrwerk und brutal viel Fahrspaß ab Werk für das kleine Geld (25k mit 150PS und 52kWh). Der Avenger BEV, den wir ebenfalls gekauft haben, hatte einen Quotenpreis von 29k in der mittleren Ausstattungsserie. Der Junior war da nicht für unter 36k zu bekommen. Was interessiert mich da das Image? Wenn ich ihn optisch noch nicht mal leiden mag? Aber über Geschmack kann man natürlich nicht streiten, alle anderen Modelle aus dem Konzern auf der Plattform gefallen mir besser, besonders der Lancia, den ich in Italien live gesehen habe.

    Wenn Alfa denn mal wieder etwas anbietet, was mir gefällt und wo ich nicht 4x1 Stunde im Auto sitze um einen pummeligen Inspektionstermin vornehmen zu lassen, kaufe ich sicher auch wieder einen Alfa. Solange bleiben mir die alten Schätzchen. Obwohl mein 145 3.2 V6 in Teilen verkauft wird und ich mittlerweile ersthaft überlege den 4C auch zu verkaufen, nur den letzten Spider würde ich nicht hergeben.

    .
    andré

  • Kurz gesagt: es ist schlimm, ganz schlimm. Ich denke es gibt kein Volk, dass seine eigenen Autos so sehr hasst, oder eher extrem kritisiert, wie die Italiener (außer vlt. Ferrari). Nicht umsonst gibt es in Italien den Begriff "esterofilia", der kurz gesagt das Phänomen beschreibt, eigenes (z.b. Produkte) abzuwerten und alles aus dem Ausland überzubewerten. Ich bin schon länger an einem Punkt, an dem ich echt nur beschränkt Lust habe über mein Auto zu reden, wenn ich in Italien bin und/oder mit fremden (teils auch bekannten) Italienern rede. Von "es ist am Ende nur ein Fiat" bis hin zu "ihr und eure Alfas, was wollt ihr denn noch von den Kisten, kauft gescheite Autos" habe ich schon einiges gehört. Auch möchte ich noch in jungen Jahren für die Zukunft meinen Puls schonen und mir nicht anhören müssen wie schlecht die Giulia ist, die keine Technik hat bla bla während der andere einen Basis Q3 150PS TDI mit Stoffsitzen fährt und davon gibt es in Italien etliche. Es ist wirklich schon fast eine Kultur, lieber die vier Ringe auf dem Lenkrad, als meinetwegen eine Giulia Q.

    Jaaaa, dieses Statement kenne ich auch, wenngleich es in Milano auch ehemalige stolze Mitarbeiter von Alfa Romeo gibt.

    Aber zum Wesentlichen:

    Ich hatte sehr viele Jahre ein Unternehmen zu leiten und hatte einen Alfa Romeo 164Q4 als Dienstwagen für mich angeschafft. Die Technik und die Qualität konnte locker mit einem BMW5er oder einen 230er Benz mithalten. Konzentriert auf Emotion, wesentliches für das Temperament, die Form als Alleinstellungsmerkmal und die Zuverlässigkeit als Selbstverständnis- sooo und nicht anders würde ich den 164Q4 beschreiben. Ich bin mit ihm 275 tkm gefahren ( ohne Beanstandung oder Defekte ) bevor ich mich hinreissen lies, ihn gegen einen BMW5er touring zu tauschen. Das schlechteste Geschäft aller Zeiten. 8 Wochen später fuhr ich dann wieder einen Alfa Romeo- nämlich den 166 V6 ..... und schon war meine Welt wieder in Ordnung, ausser dass mir der Allrad sehr fehlte.

    Wenn man nicht an der Qualität des Öls spart, alle Service vorzeitig erledigt, gleich nach dem Kauf einen ordentlichen Unterbodenschutz und evtl. eine Hohlraumkonservierung durchführt, hat man einen Begleiter, der zuverlässig ist, ebenso lange und noch länger aushält als so manche MöchtegernPremiumMarke.....wir wissen alle, wer dazu zählt.

    Und was die Giulia angeht, ich finde keinen Grund, das Fahrzeug schlecht zu machen- neu entwickelte Differnziale, Gewichtsverteilung absolut überarbeitet, Motore leisten gute Arbeit ( ein defekter Motor sagt noch lange nichts über die Qualität desjenigen aus, sondern zumeisst über die Fähigkeiten des Fahrers ), Das Fahrzeug ist formschön und das Interieur ist gelungen. Alfa Romeo hat nur zwei Makel: erstens: sie haben bis Anfang der 2000er mit dem Blech geschlampt- das trägt man ihnen nach ( siehe AlfaSud- ich konnte im Liegestuhl zuschauen, wie er rostet ), zweitens die Zugehörigkeit zu FIAT, was zwangslaufig eine Überlebensfrage seinerzeit war. Heute ist es Stelantis, welche die Marke Alfa Romeo unattraktiv machen, da man eher einen Peugeot kauft mit Alfa Romeo Emblem, welches nichts mehr mit den Traditionen zu tun hat, sondern m.E. armseelig zusammengekratzt wurde- aus schwarzem Plastik- es widerspiegelt gar nichts mehr der einstigen Marke.....keine Autentizität mehr vorhanden, sondern nur noch Baukastendasein.......

    Wir können es nicht ändern, aber wir können unsere Ideale- unsere Originale und unsere Philosophie weiter leben lassen und man wird sehen, dass es uns der Young- und Oldtimermarkt dankt- jdenfalls jeder Liebhaber und Interessent von Alfa Romeo......

    Als KFZ- Techniker, der zig Jahre Berufspraxis hat, als Kind einer Familie, die Rennwagen und Rennmotore herstellte und als ehemaliger Rennfahrer war ich mit italienischen Autos immer am erfolgreichsten, am entspanntesten und hatte die meisste Freude. Alfa Romeo fahren kann man nicht rational beschreiben. Es ist etwas, das in einem selbst lebt oder nicht. Keine andere Marke kann einem diese Emotionen bieten oder heraus locken- keine......

  • Salve Alfa Q4 Fan, doch doch es gibt schon noch andre Marken die das können......., sind aber auch Italiener!

    Grüße Louis

    Aber sicher doch....Lancia zum Beispiel.....ich hatte einen Gruppe A auf der EM pilotiert.....aber das sind andere Gefühle.....oder aber ein Fiat 131 Abarth.... Ich rede bewusst nicht von Ferrari oder Lamborghini oder Maserati.....das ist nicht unsere Preisklasse

  • Alfa Romeo fahren kann man nicht rational beschreiben. Es ist etwas, das in einem selbst lebt oder nicht. Keine andere Marke kann einem diese Emotionen bieten oder heraus locken- keine......

    wie mal vor vielen Jahren ein Alfa-Verkäufer zu mir meinte: "Lieben heisst verzeihen!"

    Das stimmt nach wie vor, aber dazu muss man sich erst in das Auto mal verlieben können........

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