Synt. Öl machte Boxer zum Säufer?!

  • CIAO ALFISTI Freund!

    Ich habe wirklich eine Gewissensfrage beim Motoröl an euch!


    Bei 110.000km habe ich mich für das Agip Sint2000 entschieden weil alle davon so begeistert waren.

    Vorher habe ich das Shell Helix verwendet. Mit dem war ich auch sehr zufrieden da ich auf 10.000km 0,5L Öl nur verbrauchte.

    Mit dem neuen synthetischen Öl brauche ich plötzlich auf 7.000km beinahe 2,0 Liter Öl. Ich habe heuer schon einmal bei 115.000 km einen Liter nachgefüllt und jetzt ist es schon wieder am Minimum.
    (Ich habe aber keinen Ölverlust, habe ich schon nachgesehen, das frißt er alles)

    Ich habe das dumpfe Gefühl dass das synthetische Öl nicht wirklich eine gute Lösung für einen Boxer ist, oder teusche ich da und meinem Boxer schmeckt halt das italienische Produkt besser als die anderen? :)

    Ich weiß auch nicht ob ich jetzt gleich nen Ölwechsel machen lassen soll, oder bis 120.000 warten und beim großen Service mitmachen?! Was meint ihr?

    Welches Öl ist eigentlich für einen Boxer am besten geeignet? Ich denke dass das Agip Sint2000 anscheinend nicht das wahre ist...!

    Beim 156 JTD haben wir auch das Sint2000 zum ersten mal drinnen und auch hier haben wir das erste mal einen Ölverbrauch bis zu einen knappen Liter feststellen müßen, was bei einem 2 Jahre alten Motor doch etwas merkwürdig ist?

    Macchine buone sono come meloni,
    di cento ne trovi una buona, cioè ALFA ROMEO !boing!

  • Also wenn ich mich nicht täusche, so ist doch dieses von Dir genannte Agip Sint 2000 ein ganz normales teilsynthetisches 10W40-Öl, oder nicht? Kenne mich da mit den Bezeichnungen nicht so aus!

    Genau diese Viskosität ist es jedoch, die für den Boxer vorgeschrieben ist. Die Marke des Öles dürfte dabei -wenn überhaupt- sekundär sein.
    Kritisch ist -wie von MB 447 schon geschrieben- der Wechsel bei einem derart hohen Kilometerstand vom ursprünglichen 10W40 auf beispielsweise 0W30. Angeblich würden dabei Ablagerungen, die vom dickflüsssigeren 10W40 unangetastet bleiben, hinweggespült und das Öl würde durch Dichtungen dringen.

    Es kommt demnach auf die Viskosität an, die Du gewechslet hast?! Nicht auf den Hersteller.

    Gruß
    Jan

  • Hi,

    also ich würde nach so einer hohen Kilometerleistung bei meinem "alten" Öl bleiben. Ich stimme in dieser Hinsicht "Visconti" zu.

    In den 60er Jahren gab es schon einmal die Diskussion, ob man einem Motor, der mit unlegiertem Öl (!) betrieben worden war, was damals nichts ungewöhnliches war, legiertes Öl nach der HD-Norm verabreichen sollte. Die Fachleute haben damals davon abgeraten, weil man glaubte, daß Ablagerungen weggespült würden. Eine Reihe von Motorschäden sind damals in diesen Zusammenhang gebracht worden.

    Viele Grüße
    Peter

  • du hast recht es kann sein, daß dein motor ein öl "verträgt", das andere nicht. sprich, daß er mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger braucht. das hat sicher auch mit der viscosität zu tun, nicht aber ob syntetisch oder nicht. ich fahre ein 20W-50 motoröl von agip, daß die freigabe von ducati hat.
    ich würde auch wieder das motoröl verwenden, daß du vorher genommen hast.
    tödlich sind die syntetischen öle nicht. auch nicht 0W-40 oder 5W-440
    gruss tobias.

  • Hallo Roberto,

    es gibt so eine grobe Faustregel. Man sagt, dass man von einem Mineralöl nicht zu einem teilsynthetischen oder gar vollsynthetischen Öl wechseln soll. Das gleiche gilt wohl auch, für Wechsel von teil- zu vollsynthetischen Öl (hat mir mal ein Mech. erzählt). Anders herum ist es wohl kein Problem, wenn Du ein synthetisches hattest auf Mineralöl umzusteigen ist im höheren Motorenalter wohl aucheher ratsam. Ich kann mich leider nicht mehr ganz genau an die Begründung erinnern, damals war es aber für mich glaub einleuchtend. Ich selber haben den 1.6 Boxer und fahre seit je her ein teilsynthetisches Öl 0w40. Er verbraucht nahezu kein Öl. Letztendlich sollte es aber, wie bereits vorher beschrieben zwischen den einzelenen Fabrikaten keinen Unterschied geben, so lange Du die gleiche Viskosität benutzt.

    Gute Fahrt,

    E.

  • Hi,

    Also - der Boxer ist eigentlich ein recht genügsamer und robuster Geselle.
    Bei 110000km sind 2 Liter/7000km nun wirklich kein hoher Ölverbrauch.
    In den Wechsel von mineralischem zu synthetischem Öl wird natürlich viel hineininterpretiert, da Motoren immer mit steigender Kilometerzahl und durch weniger werdende Pflege anfälliger werden. Wenn dann doch mal ein Motor irgendwelche Schäden bei 150000km hat, wird es auf das Öl geschoben.
    Wirklich motorenmordend sind eher häufige Kaltstarts und halbwarmgefahren abgestellte Motoren nach reinen Stadtfahrten.
    Da hilft das beste Öl nichts mehr, wenn mehr Kondenswasser durchgepumpt wird als Öl.

    Interessant ist beim Öl die Viskosität. Wenn ich hier etwas von 20W50 für einen Alfa lese, dann tut mir der Motor leid, wenn er nicht gerade nur im Hochsommer gefahren wird. Im Herbst/Winter beim Kaltstart ist das Zeug viiiel zu dick (fast wie Honig). Da braucht die Pumpe mächtig Druck, um dieses Fließfett durch die kleinen Bohrungen zu drücken.
    An den Nockenwellenlagern dürfte vom Druck dann nichts mehr übrig sein.
    20W50 mag was für Ducatis sein - aber auch eher nur für die "echten" alten 900SS aus den 70ern.

    Grütze
    von
    Thomi

  • Zitat

    Original geschrieben von 33-146
    . Wenn ich hier etwas von 20W50 für einen Alfa lese, dann tut mir der Motor leid, wenn er nicht gerade nur im Hochsommer gefahren wird.

    20W50 mag was für Ducatis sein - aber auch eher nur für die "echten" alten 900SS aus den 70ern.

    Grütze
    von
    Thomi [/B]

    hallo!

    also: recht hast du, ich fahre das öl im sommer.

    der motor braucht dir nicht leid zu tun, warum auch? mit diesem öl habe ich auch bei höheren motorthemperaturen einen konstanten öldruck. bei anderen ölen fallt dieser bei höheren themperaturen ab, also: gut oder schlecht???

    warum sollte das motoröl nur für die duc`s sein? sind genau so 4-taktmotoren wie die von alfa. Dann: nicht nur für die "alten" aus den 70ern sondern auch für die neuen. dieses öl hat es in den 70ern noch gar nicht gegeben.

    mfg tobias

  • Zitat

    Original geschrieben von alfa33

    der motor braucht dir nicht leid zu tun, warum auch? mit diesem öl habe ich auch bei höheren motorthemperaturen einen konstanten öldruck. bei anderen ölen fallt dieser bei höheren themperaturen ab, also: gut oder schlecht???


    Hi Tobias!
    Es kommt sicherlich immer darauf an, wo und wie man sein Auto nutzt ;) . Im Alltag wirst Du sicherlich mit einem 10W40-Öl nie in die Verlegenheit kommen, dass Dir aufgrund der anliegenden (normal hohen) Öltemperatur der Öldruck absackt. Ich habe das ganze bislang mit einem 5W30-Öl erst einmal gehabt: Im 1400 nach ewig langer Vollgasfahrt im Hochsommer. Von der Autobahn runter --> Lämpchen an. Aber auch nur ganz kurz.

    Gruß
    Jan

  • Zitat

    Original geschrieben von Visconti

    Hi Tobias!
    Es kommt sicherlich immer darauf an, wo und wie man sein Auto nutzt ;) . Im Alltag wirst Du sicherlich mit einem 10W40-Öl nie in die Verlegenheit kommen, dass Dir aufgrund der anliegenden (normal hohen) Öltemperatur der Öldruck absackt. Ich habe das ganze bislang mit einem 5W30-Öl erst einmal gehabt: Im 1400 nach ewig langer Vollgasfahrt im Hochsommer. Von der Autobahn runter --> Lämpchen an. Aber auch nur ganz kurz.

    Gruß
    Jan

    hallo jan!

    aber es ist dir passiert, und dem beuge ich vor.
    ich wohne am berg, ist eine weite strecke. das ist für mich der alltag.
    für den betrieb in der stadt oder auf dem land oder normalen autobahnfahrten hast du sicher recht.
    habe auch nur geschrieben, welches öl ich verwende. also verstehe ich die meldungen thomi nicht, darum habe ich es erklärt.

    gruss tobias

  • Hi,

    alfa33:


    Zitat

    dieses öl hat es in den 70ern noch gar nicht gegeben


    Natürlich hat es dieses Öl (20W50) in den 70ern gegeben!
    In meinen HONDAs aus dieser Zeit (71,73,73 ) bin ich jahrzehntelang nichts anderes als CASTROL GTX 20W50 gefahren.
    Heute fahre ich in den Maschinen 10W50 Synthetiköl, eigentlich eher aus Vereinheitlichung, weil das alle meine Motorräder und Autos vertragen.


    Zitat

    der motor braucht dir nicht leid zu tun, warum auch? mit diesem öl habe ich auch bei höheren motorthemperaturen einen konstanten öldruck. bei anderen ölen fallt dieser bei höheren themperaturen ab, also: gut oder schlecht


    Extra für 6 Wochen Hochsommer das Öl zu wechseln ist wirklich Verschwendung. Bis Anfang Juni und ab September kann man nachts oder morgens schon mal mit Temperaturen um 5°C rechnen.
    Wie misst Du überhaupt bei kälteren Temperaturen den Öldruck an den Nockenwellenlagern?
    An diesen Nockenwellenlagern, die bei den heute üblichen Motoren recht weit von der Ölpumpe weg sind (obenliegende Nockenwelle), kommt bei tieferen Temperaturen eben trotz enormen Öldrucks der Pumpe kaum Druck an. Vor den Lagern sind kleine Bohrungen, damit der Druck bei warmem Motoröl einigermaßen konstant gehalten wird. Je flexibler das Öl ist (großer Viskositätsbereich), desto konstanter ist der Öldruck hinter diesen Bohrungen.
    20W50 ist in Mitteleuropa für Motoren, die eine Empfehlung von 10W40 haben beim Kaltstart einfach zu dickflüssig.
    Wir haben in unserem Motorenversuch Tests gemacht, bei denen der Öldruck an den entscheidenden Stellen gemessen bei heißgelaufenem Motor wesentlich besser war als bei kaltem Motor. Kalt heißt dabei nicht -10°C!


    Zitat

    warum sollte das motoröl nur für die duc`s sein? sind genau so 4-taktmotoren wie die von alfa


    Was hat das mit dem Arbeitsprinzip zu tun?
    Bei den alten Ducs aus den 70ern hat man alleine wegen der Luftkühlung noch wesentlich mehr Luft bei Kolben(Ring)passungen gehabt als bei modernen Motoren. Wärmeausdehnung von Materialien hat man noch nicht so gut im Griff gehabt. Nockenwellenlager hatten mehr Lagerluft. Auch Ventilschaftdichtungen saßen damals weitaus weniger stramm.
    Füllt man in die alten Motoren 10W40 Öl ein, heißt das nicht gleich, daß die Motoren sterben, sondern erst einmal daß sie einfach (unnötig) mehr Öl verbrauchen, da das Öl im heißen Zustand einfach zu dünnflüssig für die Passungen wird.
    Daneben sinkt der Gegendruck der Nockenwellenlager - und dadurch der Öldruck. Das haben die Hersteller früher einfach dadurch ausgeglichen, daß sie eine Viskositätsklasse (xxW50) höher angegeben haben als heute.

    Bei komplett rollengelagerten Motorrädern mit ihren niedrigen Öldrücken ist die Ölwahl viel unkritischer.

    Richtig problematisch wird es bei rollengelagerter Kurbelwelle mit Nockenwellen, die direkt im Leichtmetall-Zylinderkopf gelagert sind. Die haben meist ganz kleine Ölpumpen mit kaum mehr als 0,5bar.
    Da ist für den Winterstart gaaaanz dünnes Öl (0Wxx) schon Pflicht.


    Grütze
    von
    Thomi

  • Hi,

    alfa33:

    Zitat

    Natürlich hat es dieses Öl (20W50) in den 70ern gegeben!

    Zitat

    schön und gut, ich rede ja auch von AGIP


    Was ist an der Viskositätsbezeichnung von AGIP oder CASTROL grundlegend anders?
    Ich habe die Viskosität 20Wxx als für Mitteleuropa im Alfa fehl am Platze bezeichnet. Die Marke ist dabei völlig schnurz...


    Zitat

    du fährst mit den motorrädern auch im schnitt 5000km im jahr und machst vor der nächsten saison einen ölwechsel, ist das nicht auch verschwendung


    Aha ?!? Ich fahre zwar z.Z. nur 10000km mit der einen Maschine (Gespann mit Winterbetrieb) und meine Frau mit der anderen nur etwa 7000km im Jahr, aber warum unterstellst Du mir, daß ich jedes Jahr das Öl wechsele?
    Ich wechsele bei meiner CB750 und der GS550 alle 20000km das (Synthetik)Öl und das jetzt schon fast 25 Jahre lang. Der erste Motor war 200000km in der Maschine. Den zweiten gebraucht gekauften Motor habe ich jetzt etwa 110000km im Gespannbetrieb...


    Zitat

    man nimmt einen öldruckmanometer und schliesst ihn ganz einfach am kopf, bei einer ölbohrung, an. meistens mit einer wurmschraube (konisch oder mit dichtmittel abgedichtet) mit innensechskant zugeschraubt. zuerst messen, dann rechne ich aus, dann habe ich den druck an der nw.


    ... und das machst Du morgens vor der Arbeit, wenn Du losfährst?
    Dann ist ja wenigstens Dein Kopf klar ;) ...


    Zitat

    solche kw und nw findet man aber in pkw motoren nicht.


    Richtig - und das untermauert ja meine Behauptung, daß man nicht das Bauprinzip 4-Takt-Motor als Grundlage nehmen soll, sondern andere Kriterien und Motorräder und Autos nicht einfach über einen Kamm geschoren werden dürfen...


    Zitat

    ach ja: 110.000 km - 2 liter/7000km KEIN hoher ölverbrauch?


    Das ist etwa ein Viertelliter auf 1000km.
    Bei der Laufleistung kann das sein.
    Schau Dir mal die Berichte über Ölverbrauch bei den neueren Alfas (147,156) hier im Forum an. Da ist das nicht beunruhigend.
    Oder sind diese Alfas bei Dir etwa Opelz :* ?


    Grütze
    von
    Thomi

  • hi!

    und was sollte das? ich unterstelle dir gar nichts.

    und 2tens: WER??? hat gesagt, daß ich das jedesmal prüfe, bevor ich zur arbeit fahre??? du hast gefragt wie ich das prüfe, ich habe eine antwort gegeben.
    und 3tens: ist das kein persönlicher angriff? alles andere habe ich eh schon geschrieben.

    naja, lassen wir das

    güsse tobias

  • Hallo Robert !

    Ich wollte Dir zu deiner ursprunglichen Frage noch einmal antworten ! Ich bin damals ebenfalls von einem Shell Helix auf das Agip Sint 2000 gewechselt. Allerdings war das Shell ein vollsynth. Öl 5w-30 o.40. Mit dem Agip-Öl habe ich seit dem einen geringen Verbrauch (kein Auffüllen zwischen den Servicen) und vor allem kein Motorklopfen bei hohen Temperaturen. Das Sint 2000 wurde ausserdem damals von Alfa noch emfohlen (siehe Betriebsanleitung Alfa 33) .Eventuell kommt der erhöhte Verbrauch durch eine Vermischung beider Öle zustande.

    Ciao

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