Spider 916 Fensterheber stoppt nicht

  • 'nabend,


    zunächst:

    Die Suchfunktion habe ich selbstredend benutzt und zwar jede Menge Threads zum Thema Fensterhebver gefunden, aber eben nichts, zu meinem spezifischen Problem. Ich hoffe, ihr könnt mir dennoch weiterhelfen.

    Problem:

    Seit heute stoppt der Fensterheber der Fahrerseite nicht mehr, wenn das Fenster vollständig hochgefahren ist. Stattdessen arbeitet er immer weiter (der Antrieb scheint dann durchzurutschen) und produziert dabei einen Höllenlärm, der entfernt an einen Presslufthammer erinnert. Wenn man dann ganz kurz auf der Schalter des Fensterhebers auf "Fenster runter"-Position betätigt, stoppt das ganze glücklicherweise.
    Bemerkt habe ich auch, dass je nachdem, welche Position man beim händischen stoppen erwischt, die Scheibe durch die Vibrationen beim Fahren wieder ein paar mm absackt. Erwischt man allerdings die "richtige" Position, passiert das nicht.

    Das Rätsel:

    Hat irgendwer ne Ahnung woran es liegen könnte. ICh hatte die Verkleidung noch nie unten und kenne daher den Aufbau der Fensterhebermechanik nicht. Wie detektiert der Antrieb normalerweise die Extremstellungen der Scheibe (auf/zu)?


    Freu mich über Hilfe und Tips

    Gruß
    Christian

  • Danke schonmal, die Symptomatik in dem Thread ist schon ähnlich zu meiner. Ich werde bei Gelegenheit mal die Türverkleidung abbauen und nachsehen, was mich da erwartet.
    Nachdem ich heute gerade 730.- Euro in meinen Saab gesteckt habe, hoffe ich einfach mal auf keine weitere teure Baustelle am Alfa...

  • Habe das ganze vor ca. 3 Wochen für 0 Euro repariert.

    Ausbau:
    1.) Fenster etwas weiter hoch fahren als in die Position wie in Bild 1
    2.) Stecker zum Motor lösen
    2.) Schrauben lösen (blaue Pfeile)
    3.) Fensterheber nach unten rausnehmen

    Reparatur:
    1.) roter Pfeil zeigt die ausgeschlagene Niete
    2.) eine übergrosse "Unterlegscheibe" (mit Schlitz) aus Blech zurechtschneiden und zwischen dem Drehpunkt der Niete schieben (blaue Pfeile)
    3.) Fett dazwischen
    4.) Wir haben die "Unterlegscheibe" an den Kanten umgebördelt (blaue Pfeile), damit sie nicht verrutschen kann und zusätzlich bei dem grünen Pfeil durch das vorhandene Loch festgeschweisst

    Das Einstellen der Scheibe war die meiste Arbeit und die Türfolie säubern und wieder dichtkriegen

    Das Einstellen der Scheibe ist im Werkstatthandbuch erklärt. Türfolie und Türverkleidung erst nach ausgieber Probefahrt(Autobahn) wieder montieren, sonst hat man ggf. Windgeräusche, da die Scheibe nicht richtig sitzt.

  • Ich hatt damals genau dieses Problem ;)

    Beim Hochfahren der Scheibe wird ein MikroSchalter betätigt, der das Hochfahren stoppt.... wenn dieser sich gelockert hat u./o. verrutscht ist, dann dreht der Fensterhebermotor bis zum Mond. Nen paar mm reichen schon für das Chaos.

    Einfach mal die Türverkleidung abbauen und den Mikroschalter suchen .... dieser wird vom Hebergestänge betätigt.... !thatsit!

    Anschließend die Fenster wieder einstellen und weiter geht's ! :-]

  • So,

    melde mal einen Zwischenstand:

    Heute hatte ich endlich mal Zeit, den Fensterheber auszubauen. Die Symptomatik ist 100% so, wie in dem von GTJörg geposteten Link. Am Ritzelschwert sind kurz vorm Ende 2 Ritzel abgenutzt und die große Niete, die als Drehachse des Scherenmechanismus fungiert, ist ausgeleiert (Die kronenförmig umgebördelten Ränder auf einer Seite sind abgenutz).

    Ich habe dann den Trick von GTJörg mit dem Unterlegen von Metall probiert. Im ausgebauten Zustand war das Spiel dadruch auch wesentlich geringer, aber nach Einbau der Scheibe war das rattern eher noch stärker als zuvor und trat auch schon früher auf. Möglicherweise sind ja die beiden Ritzelzähne auch so abegenutzt, dass auch ein einwandfrei funtkionierender Scherenmechanismus ohne Spiel nicht bewirkt, dass das ganze unter Last hochkommt.

    Ich werde morgen nochmal probieren die kronenförmige Seite der zentralen Niete im koirrekten Zustand mit Epoxy (habe leider keine Schweißmöglichkeit) festzukleben (die dreht sich ja ohnehin nicht mit). Wenn das nicht hilft, brauch ich ne neue Mechanik.

    Was ich mich aber frage, ist, wie eigentlich bei eine tadellos funtionierenden Mechanik der Endpunkt ermittelt wird? Den das Ritzelschwert hat am oberen Ende keinen Anschlag o.Ä.. Welches Teil des Mechanismus sorgt also normalerweise für den nötigen Anschlag wenn die Scheibe oben ist? Weiß das jemand?

    147TS

    Danke für den Tip, aber beim 916er Fensterheber gibt es keinen Mikroschalter, da läuft das anscheinend irgendwie über die Stromaufnahme des Motors o.Ä.
    Oder wo war der Schalter bei Dir?


    Gruß
    Christian


  • Was ich mich aber frage, ist, wie eigentlich bei eine tadellos funtionierenden Mechanik der Endpunkt ermittelt wird? Den das Ritzelschwert hat am oberen Ende keinen Anschlag o.Ä.. Welches Teil des Mechanismus sorgt also normalerweise für den nötigen Anschlag wenn die Scheibe oben ist? Weiß das jemand?

    .....aber beim 916er Fensterheber gibt es keinen Mikroschalter.....

    Doch ;)
    Genau dieser Mikroschalter sorgt für den Endpunkt. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich meine der Schalter sitzt auf dem Hebergestänge selbst und kann auch eingestellt werden. Musst mal genau schauen, sieht man nicht auf Anhieb ;)

  • Hallo Zusammen,
    habe die Diskusion angeregt verfolgt da ich meinen Fensterheber auch schon einige Male ausgebaut habe.
    Einen Mikroschalter habe ich bisher auch noch nicht gefunden.Ich dachte der Motor reagiert lastabhängig.
    capt,wenn du jemanden kennst der ein wenig mit dem Schweissgerät umgehen kann ,lass dir die verschliessenen Zähne aufschweissen und arbeite die Konturen nach,das funktioniert.

  • Heureka! Problem erfolgreich gelöst!

    Zunächst: Einen Mikroschalter für die Endanschläge gibts beim 916 definitiv nicht. Jedenfalls nicht bei meinem 2000er Baujahr.

    Aber nun zur eigentlichen Problemlösung:

    Ich habe den Fensterheber nochmal rausgebaut und in Ruhe begutachtet. Da das Unterlegen von Metall zwischen den Drehachsen bei mir nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat (auch, weil ich es nicht festschweissen konnte), habe ich mich entschlossen anders vorzugehen. Mir ist aufgefallen, dass die zentrale Niete eine korrekte und bündige Position einnimmt, wenn man den Heber in seine Endposition für "Scheibe runter" fährt. Dabei erkennt man auch, dass das Spiel dadurch zustande kommt, dass bei 2 Zacken der kronenförmigen Seite der Niete Material abgetragen wurde, welches dann eben dem Arm beim hochfahren die nicht gewollte Bewegungsfreiheit verschafft.

    1. Ich habe also, das Metall der kronenförmogen Seite der Niete und des (aus Blickrichtung) obenliegenden Arms mit Bremsenreiniger gereinigt und aufgerauht.
    2. Anschließend den Fensterheber bis zur Endposition "Scheibe runter" fahren.
    3. Ich habe nun eine kleine Unterlegscheibe, deren Materialdicke möglichst genau der Stärke des abgetragenen Materials der Zacken entsprechen sollte, ebenfalls gereinigt und aufgerauht.
    4. Nun habe ich den kronenförmigen Teil der Niete dick mit Epoxydharz eingekleistert und dort die Unterlegscheibe eingebettet, so dass sie die Lücke mit dem abgetragenen Material wieder aufgefüllt hat. Ruhig massiv Epoxy einsetzen und alles damit zukleistern. WICHTIG! NUR DIE KRONENFÖRMIGE SEITE DER NIETE
    5. Alles ausreichen trocknen lassen.
    6. Motor anschließen und Probelauf machen. Es sollte nun kein Spiel mehr existieren.
    7. Bewegliche Teile des Hebers mit Fett wieder ordentlich schmieren und das ganze wieder einbauen.

    Funktioniert nur alles wieder absolut einwandfrei. Scheibe schließt wieder richtig dicht und Hebevorgang erfolgt ruckfrei.

    Bin echt froh! Vielen Dank nochmal für die tolle Hilfe hier!

    Gruß
    Christian

  • Das freut mich echt für dich.

    Mein Fensterheber rattert seit 2 Tagen wieder. Das Unterlegen der Metallscheibe zwischen den Drehachsen hat irgendwie nicht lange gehalten :(

    Verstehe ich das richtig, dass Du auf die Kronen eine komplette Unterlegscheibe aufgeklebt hast? So wie ich es auf dem zweiten Bild rot markiert habe? Werde das auch ausprobieren, da mir ein neuer Fensterheber zu teuer ist.

    Gruß, Jörg

  • Nein, du musst unter die ausgeschlagenen Zacken der Krone Material bringen. Ich habe der Einfachheit halber eine kleine Unterlegscheibe genommen, es geht aber auch jedes andere Stück Metall, das ausreichend Stärke hat und nicht zu weich ist (kein Blech o.Ä.).

    Das Problem ist, dass die Zacken der Krone gewährleisten sollen, das beide Arme des Fensterhebers fest zusammengepresst sind und kein Spiel haben. Leider ist diese kronenförmige Niete aber aus relativ weichem Material und somit trägt sich von einigen Zacken langsam Material ab (bei mir waren es nur 2 oder 3). Dies hat zur Folge, dass der auf deinen Bildern oben liegende Arm ab einem gewissen Drehwinkel nicht mehr parallel zum anderen verläuft, sondern schräg steht. Dies wiederum beeinflusst auch das an diesem Arm angebrachte Ritzelschwert, welches sich dadurch zu weit vom Antriebsritzel des Motors entfernen kann und dann durchrutscht (das bekannte rattern). Man muss also unbedingt gewährleisten, dass beide Arme über die gesamte Drehbewegung hinweg immer parallel verlaufen. Das gelingt nur, wenn man das abgetragene Material an den Zacken wieder auffüttert (ich habe dazu eben die Unterlegscheibe genommen und festgeklebt), oder, was ich mir ebenfalls vorstellen könnte, man den kompletten kronenförmigen Teil der Niete an dem oberen Arm einfach festschweißt.
    Vor jeglicher Maßnahme muss allerdings die optimale Poition gefunden sein - das war bei mir in Endposition "Fenster runter".

    Ist schwierig zu erklären, aber eigentlich total trivial, wenn man sich das Teil in Ruhe anguckt und mal die Bewegung bei laufendem Motor und in ausgebautem Zustand verfolgt.

    Ich habe gerade mal in Sketchup ein paar Skizzen meiner Reperaturlösung angefertigt, vielleicht kannst du es dir dann besser vorstellen. Leider habe ich keine Fotos gemacht.


    [Blockierte Grafik: http://buzzpics.de/images/2012/06/11/m2xd.th.png]

    Das zeigt die 3 Zähne mit dem abgetragenen Material

    [Blockierte Grafik: http://buzzpics.de/images/2012/06/11/KyR8s.th.png]

    Das passiert dann beim hochfahren des Fensters mit dem oberen Arm

    [Blockierte Grafik: http://buzzpics.de/images/2012/06/11/BLs8N.th.png]

    So habe ich es gelöst. Wie gesagt, habe ich alles, also auch alle Zacken der Niete, großzügig mit Epoxidharz fixiert.


    Gruß
    Christian

  • Habe gerade das gleiche Problem, und da ich die Kronenniete leider nicht genau angeschaut habe, und ich dachte, dass das evtl. nur umbebogene Laschen sind, habe ich etwas Gewalt angewendet, um die Laschen (die keine Laschen sind) mit einem Hammer zurückzuhauen. Ich denke mal dass für mich jetzt die gerade beschriebene Variante nicht mehr in Frage kommen wird. !mgrins!

    Ich werde jetzt versuchen, in die Mitte der Niete, von der Zahnkranzseite, ein Gewinde reinzuschneiden, und dann das ganze dann über dieses Gewinde mit einer Schraube und einer großen Scheibe, gegen den Arm (in dem der Kranz eigentlich fest sitzen muss) zu spannen.

    Frage die sich mir noch stellt: Was hindert denn diese Niete eigentlich gegen die axiale Verschiebung, bzw. was hält die Niete in axialer Richtung fest!

  • So mal vorab: Ich war erfolgreich !thatsit!

    Vorgehensweise:
    M6-er Gewinde reinschneiden, und über eine Senkschraube und zwei Beilagscheiben nach Gefühl festziehen.

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    Gewinde. Hierzu habe ich mit einem 5er Bohrer vorher durchgebohrt!

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    Schraube mit zwei Beilagscheiben

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    Da die zwei Zähne des Zahnschwertes an denen wahrscheinlich die Zähne immer übergesprungen sind, schon ziemlich runter waren, habe ich einen Schweißpunkt draufgesetzt, so dass mehr Material wieder da war, und anschließend mit der Feile wieder die zwei neuen Zähne geformt (das war aber auch das einzige was ein bißchen Länger gedauert hat)

    Viel Spaß beim Nachbauen !thatsit!

    Gruß Zoltan

  • Hallo, Kompliment für die Reparaturanleitungen!

    Eine Frage wurde in diesem Thread noch nicht beantwortet. Wie findet der Motor den oberen und unteren Haltepunkt? Einen Schalter gibt es beim Spider definitiv nicht, außer dem für die Fensterabsenkung (die habe ich aber außer Betrieb gesetzt). Wenn das Fenster den unteren Haltepunkt erreicht, passiert das recht unspektakulär, es hält an und der Motor ist aus. Beim oberen Haltepunkt ist das aber anders, der Motor drückt das Fenster in die Anschläge, versucht aber noch ein paar Augenblicke das Fenster weiter anzuheben. Dabei verzieht sich das Tür-Innenblech regelrecht. Das kann doch nicht richtig sein, oder? Wie schaltet der Motor ab? Ist das über die Stromaufnahme geregelt? Wenn das so ist, müsste man doch den Wert über ein Poti verändern (also geringer) einstellen können. Da ich die Türen im Moment eh zerlegt habe, würde ich das gerne vor dem Zusammenbau richten :)

    Vielen Dank schon jetzt für die Antworten! Gernot

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