Test 147 GTA - Autorevue

  • Raketa
    Wunderbare Nachrichten an die Liebenden: Gegen diesen Alfa hat keiner eine Chance. Und zum ersten Mal stimmts auch wirklich
    Text: Werner Jessner, Fotos: Schilling & Riedmann

    Oft war die Liebe zu Alfa wie die zu einem schwächlichen Kind: Lang wusstest du nicht, ob es überhaupt überlebt. Darüber, dass es schiach war, hast du lang gnädig hinweggesehen, ich sag nur: Alfa 33 Station Wagon, unsäglicher Tiefpunkt der Marke. Im Kontext seiner Zeit war dagegen der 155 ein wärmendes Lagerfeuer, was aber nur in beschränktem Maße für seine Motoren gegolten hat. Dass sich Alfa durch all die trockenen Jahre als begehrliche Marke mit sportlichem Appeal gerettet hat, ist weniger der Firma zu verdanken als vielmehr uns da draußen, die wir weitergeliebt haben in dem festen Glauben, dass irgendwann alles gut wird.

    Und so geschah es.

    Companies, wo ein Auto wie der 166 als schwächstes Glied der Kette dasteht, gibts nicht sehr viele auf der Welt. In dem ganzen Fiat-Wahnsinn, der sich momentan abspielt, steht ausgerechnet der ewige Patient Alfa da wie die Muttergottes zu Lourdes: Hoffnung und Glaube, wohin du schaust. 200.000 Autos im Jahr 2002, eine glatte Verdoppelung seit den traurigen Tagen. Geld zum Investieren, allein 600 Millionen Euro in neue Geräte. Es kommen ein Coupé auf 156er-Basis und ein Sportwagon-hafter SUV. Ein echter Supersportler mit Heckantrieb und „sehr, sehr viel mehr Leistung als unsere Autos heute“, so die Alfa-Techniker, ist bereits im Prototypenstadium. Spätestens 2007 wird Amerika wiedererobert. Ob mit GM als Homebase oder nicht, da will sich heute keiner festlegen. Alfa ist in der glücklichen Lage, alles und jeden zu schmücken, ob das General Motors ist, Ferrari oder überhaupt wer anderer, das mag heute noch keiner zu prophezeien.

    Bester Beweis für das neue Selbstvertrauen ist der 147 GTA, dieser Tage frisch serienreif geworden und der Maßstab für die gesamte Konkurrenz zwischen Japan, Wolfsburg und Detroit: Bei den Kompakten gibt’s aktuell nix Schärferes, weder den Civic Type R, den Golf R32 oder den hoch gelobten Focus RS. Am Papier macht er sie alle nieder und optisch sowieso: Erst im GTA-Trimm erkennst du die wahre Genialität der Form, dieses Best-of-Designelements und dennoch Alfa-Originäre, eben weils mit so viel Liebe gemacht ist. Wenn du die Motorhaube des 147 GTA aufmachst und die Querrippen im Kühlerschild mit den sechs verchromten Krümmern harmonieren siehst, dann fühlst du dich von jedem Motorraum der anderen Driving Machines betrogen.

    Und dass der 147 GTA eine Driving Machine ist, steht nach den ersten Kilometern außer Zweifel, trotz Frontantrieb, trotz Gewicht, trotz fetter Ausstattung mit Klima, betastetem Lenkrad und Computer-Gedöns. Das liegt, das pickt, das fetzt. ASR und VDC, die italienische Aussprache von ESP, halten die systemimmanenten Probleme eines derart starken Fronttrieblers souverän im Zaum, so wild du auch an Pedal und Volant zu Werke gehst. Das ein wenig indifferente, weil lineare Feedback der Lenkung, Produkt der Vierlenkeraufhängung an der Vorderachse, geht in diesem Zusammenhang glatt als mögenswerte Charaktereigenschaft durch. Und wegen der 45er-Niederquerschnittreifen bleibt selbst der Autobahnhoppelquotient niedrig. (Die Konkurrenz benötigt für ähnliche Performance den deutlich stoßintensiveren 40er-Querschnitt.)

    Gut gelungen auch die Abstimmung des Sechsgang-Getriebes, nicht so präzise wie bei Ford, unendlich besser als bei VW, jedenfalls selbst beim Toben flutschig und verwechslungssicher reinzudrücken. Am wohlsten fühlt sich der Sechszylinder in der Gegend von 4000 Touren, da hast du nach oben und unten genug Spiel zum Feintunen, und die Putti tröten ihre Missa solemnis bereits schallend durch die zwei Auspuffröhren, die ihrerseits durch den linken Teil des vergitterten Triptychons nach draußen ragen. Wollte jetzt einer aus optischen Gründen eine zweite Auspuffbatterie rechts rauftunen, würde das wohl nur peinlich wirken. Immerhin ist da ein Sechszylinder vorn drin (nämlich der des 156 GTA) und kein schnöder Vierender.

    Wenn der 147 GTA kommt, wird er wohl gegen 35.000 Euro kosten und somit zwischen Focus RS und Golf RS32 liegen. Mit den exakten Preisen wartet man, bis sich die Schuttwolken überm Konzern gelegt haben. Fix ist jedenfalls, dass in Österreich Leder zur Serienausstattung gehören wird, was es in Deutschland nicht tut. Was eine schöne Belohnung ist für all die Jahre des verzweifelten, traurigen Liebens.

  • !verliebt!
    Ja, die österreichische AutoRevue... Die wissen, worauf es beim Auto ankommt! :-] Forza Alfa!

    Nur hierfür: Station Wagon; dafür gibt`s eins auf den Deckel! Der hieß Sportwagon! Sind ja schließlich nicht bei Lancia!

    Gruß
    Jan

  • Zitat

    Original geschrieben von Oliviero

    Dass sich Alfa durch all die trockenen Jahre als begehrliche Marke mit sportlichem Appeal gerettet hat, ist weniger der Firma zu verdanken als vielmehr uns da draußen, die wir weitergeliebt haben in dem festen Glauben, dass irgendwann alles gut wird.


    Alfa ist in der glücklichen Lage, alles und jeden zu schmücken, ob das General Motors ist, Ferrari oder überhaupt wer anderer, das mag heute noch keiner zu prophezeien.


    Das sollte nochmal hervorgehoben werden ! ;)

  • Hallo Oliviero !!

    Ein schöner Bericht, wirklich.

    Nun kommts: Die Belohnung für uns Österreicher.

    Wir zahlen ja eh mindestens 4-5000 Euro mehr, als unsere

    Nachbarn.:-*

    Grüße aus d. Steiermark.
    Jörg

  • Naja übergeschmack lasst sich streiten ich finde der 147 GTA sieht gut aus aber den 147 mit Novitec Komplettverspoilerung sieht aber immernoch am besten aus.


    Langlay

  • Ergänzend zu obigem Bericht möchte ich noch die Zeilen dazuschreiben, die man nur in der Printausgabe zu lesen bekommt.

    Dort steht folgender "Shortcut" zum 147 GTA geschrieben:

    WAS WIR MÖGEN
    Die optische Qualität, den Sound, den Geruch, die Performance. Die Art, wie Alfa den Fahrer ganz selbstverständlich als Zentrum des Autos sieht und ihn mit mustergültiger Ergonomie umschmeichelt. Und die riesige Liebe zu Detail, unendlich wohltuend in einer Welt, die von uniformer Gleichteile-Strategie planiert ist.

    WAS UNS FEHLT
    Der endgültige Leichtbau. Das A in GTA sollte doch für alleggerita stehen, oder? Was uns sicher nicht fehlt: Selespeed.

    WAS UNS ÜBERRASCHT
    Dass Alfa erstmals seit langem nicht nur sportlich tut, sondern sportlich IST. Und zwar ernsthaft.

    WER NOCH?
    Focus RS, Golf R32, Clio V6, Civic TypeR ... Naja, nicht wirklich.

    !freu!

    LEUTE, ich liebe diese Zeitschrift. Vorallem diese Ausgabe gehört, nicht nur wegen diesem Artikel, in die BestOf-Sammlung!!! :-]

    To own an Alfa is to tell the world you want a car for more than reasons of logic.

  • Das Auto wird der Killer!

    Dieses subjektiv so hohe Gefühl von Leistung und deren Entfaltung dass gibts in der Form nur bei Alfa....Ein verdammt gutes Paket dieser GTA, wirklich.

    Auf der Landstraße werden sich deshalb viele schwertun!!

    Alfa Romeo: Modern nicht modisch, also zeitlos. Deswegen avantgardistisch, in die Zukunft blickend. Oder einfach schön.

    Unsere Pizzeria:

    http://www.pizzeria-amalfi-ffm.de

  • Ein wirklich schöner und erfreulicher Bericht. Ich freue mich schon jetzt auf diesen 147GTA!
    ABER: Bitte nicht wieder das gleiche Wehklagen und Verdammen wie beim Grossen, wenn sich dann auch "Sport Auto" hinter das Volant des kleinen GTA's hängt und eventuell nicht gleich euphorisch wie andere Zeitschriften berichtet.

    Aber wie gesagt, auch mich freuen solche Tests ungemein...

    Gruss aus Basel

    Dominik

  • Zitat

    Original geschrieben von Visconti
    !verliebt!
    Nur hierfür: Station Wagon; dafür gibt`s eins auf den Deckel! Der hieß Sportwagon! Sind ja schließlich nicht bei Lancia!
    Gruß
    Jan

    ICh weiß auch nicht, was der Herr Jessner gegen den Kombi hat, ist nicht das erstemal, daß er ihn als Tiefpunkt der MArke zitiert...ich finde, da gibt es wohl deutlich ärgeres, sogar bei Alfa...

    Ciaoliviero

  • Da trägt jemand sein Herz auf der Zunge und das Cuore der Hoffenden ist berührt.
    Ein Artikel des Bauchs jenseits von Kofferraumdezimetern und aber-aber-piefigkeit sondern wohltuend,weil ehrlich, subjektiv.

    Da lösen sich so einige Threads schlagartig in Luft auf.

    mfg figo

  • Zitat

    Original geschrieben von Visconti

    ..."Damit ist der Flitzer eines der leistungsstärksten und schnellsten Autos in der Kompaktklasse knapp hinter dem Golf R32 von VW..."
    Da sollte mal jemand genau hinschauen!
    Hinter dem Golf Dingsbums... Zezeze... ;)

    Gruß
    Jan

    Ja genau...vor allem was das Design innen und aussen angeht,da ist der 147 GTA den Konzernbrüdern des Golf, nämlich den SEATs schon gaaanz dicht auf den Fersen.. !wuerg!

    Schon allein durch diesen Satz haben sich die Burschen und Mädels von Autoscout24 disqualifiziert....

    So a Bledsinn, knapp hinter dem Golf...tststs..sie könnens nicht lassen ;)

  • ...schöööner Bericht:-?

    aber was soll die Lästerei über den 33er SW???

    Also, ich war mit meinem sehr zufrieden, bevor er mir abgebrannt ist...=-) .

    Mal im Ernst, was gab es denn seiner Zeit für sportliche Alternativen, Kadett Caravan oder was oder wie:-{ .

    Natürlich kann man keinen 147 GTA mit einem 33er vergleichen, aber unsportlich war der SW nicht, nö, nein, das stimmt nicht.

    Und das Pininfarina-Heck war und ist meiner Meinung nach gelungener als das des normalen 33ers, jedenfalls auf keinen Fall schlechter.


    Versteh ich alles nicht...auch egal

  • Zitat

    Original geschrieben von Visconti

    ..."Damit ist der Flitzer eines der leistungsstärksten und schnellsten Autos in der Kompaktklasse knapp hinter dem Golf R32 von VW..."
    Da sollte mal jemand genau hinschauen!
    Hinter dem Golf Dingsbums... Zezeze... ;)

    Gruß
    Jan


    Is doch gut. Um so blöder guckt der Golf-Fahrer wenn ihn ein GTA verbrennt :-]

    "...aber...aber bei autoscout24 haben sie doch gesagt, dass..."

    Cruise,
    JTD

    Gruß,
    JTD

  • Zitat

    Original geschrieben von alfista33

    Mal im Ernst, was gab es denn seiner Zeit für sportliche Alternativen, Kadett Caravan oder was oder wie:-{ .


    Nichts gab es. Rein gar nichts! Der erste Lifestylekombi seiner Gattung! Daran gibt es nix zu mäkeln. Vergleichbares hatten weder BMW, noch Saab, Volvo, etc. Eben der erste Sportwagon, während die Konkurrenz noch Lastwagon baute! ;)

    Gruß
    Jan

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