Lager Nockenwelle ausgeschlagen

  • Hallo,

    mein Bertone BJ 1972 mit 2-Liter-Motor ist gerade in der Werkstatt, da ich im Drehzahlbereich von ca. 2.500 bis 3.500 U/min ein metallischen Vibrieren aus dem Motorbereich gehört habe.

    Als Ursache hat der Mechaniker ein ausgeschlagenes Lager (mittleres Lager der Einlassnockenwelle) festgestellt. Er meint, den Lagerblock zu erneuern wäre kein Problem (also die "obere Hälfte" des ausgeschlagenen Lagers).

    Nun sucht er noch nach einer Möglichkeit für die "untere Hälfte" des Lagers - sprich Zylinderkopf.

    Meine Frage: Wisst ihr eine Möglichkeit, wie man ein ausgeschlagenes Nockenwellenlager am Zylinderkopf repariert? Oder bleibt nur die teure Variante eines neuen Zylinderkopfs?

    Da ich selbst relativ wenig praktische Ahnung von Motoren habe, würde ich mich freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

    Besten Dank im voraus für Eure Tipps :)

  • tja reparieren geht eigentlich nur, wenn du den kopf und alle lagerdeckel planen lässt. danach müssen die lagergassen nahgerieben werden.
    glaube allerdings, dass ein anderer kopf günstiger kommt, wenn man davon ausgeht, dass du nockenwellen, ventile, federn,... alles von deinem alten übernehmen kannst.
    mfg sebastian

  • Danke Euch beiden für den Tipp :)

    Da ich soeben auch die Kolben und Laufbuchsen neu machen habe lassen (bei allen 4 Kolben waren die Kolbenringe nur mehr Fragmente...) hatte ich den Zylinderkopf herunten.

    Das Neubohren ist sicher erst mal die kostengünstigere Variante - die sollte vielleicht reichen.

    Was sollte im Vergleich ein neuer Zylinderkopf kosten?

    Michael

    2 Mal editiert, zuletzt von hoemi (4. Oktober 2011 um 21:51)

  • Als Ursache hat der Mechaniker ein ausgeschlagenes Lager (mittleres Lager der Einlassnockenwelle) festgestellt. Er meint, den Lagerblock zu erneuern wäre kein Problem (also die "obere Hälfte" des ausgeschlagenen Lagers).

    Nun sucht er noch nach einer Möglichkeit für die "untere Hälfte" des Lagers - sprich Zylinderkopf.

    Von wieviel Spiel ist denn hier die Rede ? Weiß dein "Mechaniker" auch, daß die Lagerböcke unterschiedlich sind und paßgenau zu jedem ZK und daher nicht so einfach aus der Grabbelkiste zu entnehmen ?

    Die Diagnose ist mir nicht so ganz schlüssig bisher...

  • Hallo stradale,

    muss mal kurz die Vorgeschichte schreiben:

    Die beiden Gründe für meinen Werkstattbesuch waren:
    a.) Hoher Ölverbrauch (3 l je 1.000 km)
    b.) Metallische Klingeln aus dem Bereich des Motors

    Grund für Problem a.) waren gebrochene Kolbenringe an allen 4 Zylindern.

    Nach der Erneuerung der Kolben, Laufbuchsen und Kolbenringe inkl. aller entsprechenden Dichtungen wurde der Motor wieder zusammengebaut. Dabei stellte der Mechaniker fest, dass die Nockenwellenlagerb(l)öcke vom Vorbesitzer in der falschen Reihenfolge angebracht waren. Er montierte daraufhin die Lagerb(l)öcke in der richtigen Reihenfolge.

    Ergebnis war, dass das metallische Klingeln stark abgenommen hat, allerdings immer noch zu hören ist. Er grenzte das Klingelgeräusch auf den Bereich des Nockenwellenlagerblocks Nr. 2 ein (das sollte der mittlere auf der Eingangseite sein).

    Laut seiner Aussage ist hier der Grund des Übels zu finden.

    Wenn ich dich richtig verstehe, dann ist es mit dem Austausch des betreffenden Lagerblocks nicht getan, da Zylinderkopf + Lagerblöcke als "eine Einheit" gesehen werden müssen. Wenn Austausch, dann Zylinderkopf und alle 6 Lagerblöcke, richtig?

    Michael

  • Von wieviel Spiel ist denn hier die Rede ? Weiß dein "Mechaniker" auch, daß die Lagerböcke unterschiedlich sind und paßgenau zu jedem ZK und daher nicht so einfach aus der Grabbelkiste zu entnehmen ?

    Moin

    jeder Lagerbock paßt zudem nur auf einer Stelle des Zylinderkopfes und muß zu dem noch richtig herum montiert sein. Prüf doch mal, ob er vielleicht zwei Lagerböcke vertauscht hat ( sind in der Regel durchnummeriert) , oder ob er den Lagerbock verkehrt herum eingebaut hat.

    Gruß

    Bernhard

    Edit: Da war der TE schneller.

  • Hallo Bernhard,

    richtig vermutet !thatsit!

    Er hat die Lagerböcke nun in der richtigen Reihenfolge montiert, aber leider ist wie gesagt das Geräusch noch nicht ganz weg...

    Michael

  • Du schreibst doch, daß der Vorbesitzer die Lagerböcke in der falschen Reihenfolge montiert hat. Wie lange ist der Motor denn damit gelaufen? Höchstwahrscheinlich sind die Passungen jetzt hinüber, auch wenn du jetzt die Böcke wieder in der richtigen Reihenfolge montiert hast.

  • hallo hoemi,

    welches maß haben die bohrungen der lagerböcke? original ist 27mm+0,01mm
    die nocken welle ist ca 0,03mm -0,05mm kleiner.

    kommt das klappern vieleicht von spitz gelaufenen nockenwellen??

    einfach mal nachmessen

    mfg carsten

  • Hallo Bernhard,

    richtig vermutet !thatsit!

    Er hat die Lagerböcke nun in der richtigen Reihenfolge montiert, aber leider ist wie gesagt das Geräusch noch nicht ganz weg...

    Michael

    ...muss ein ziemlicher Dilettant gewesen sein, ehrlich. Das gilt doch für so ziemlich viele Motoren, ebenso für Pleuellagerdeckel...

    Da würde ich mir aber um die Gesamtqualität der Arbeit mal Gedanken machen.

    Gruß
    H.

  • beschreib doch dein geräusch mal näher. gib mal ne drehzahl, nen lastzustand...
    wann tritt es auf und wann nicht? 2. lass deinen kopf nicht überarbeiten, weil jemand vermutet es könnte an der lagergasse liegen. also nockenwellenböcke ohne nockenwelle montieren und die lagergasse wirklich mal messen. natürlich mit innenmessuhr und nicht mit messschieber.
    eine getriebeglocke ist auch mit passstiften an den motor angepasst, aber jedes getriebe passt an jeden motor. natürlich darf man nicht einfach die nockenwellenböcke vertauschen, aber oft sind die tolleranden kleiner als man denkt und wenn die nockenwelle dreht und nicht gleich festfrisst, dann glaube ich auch nicht daran, dass durch das vertauschen ein so großer schaden entsteht, dass es gleich zu klappern beginnt.
    du hattest auf allen 4 zylindern gebrochene kolbenringe, aber hast du dafür auch eine ursache gefunden? vielleicht gibt es zwischen dem geräusch und der ursache für gebrochene kolbenringe einen zusammenhang...
    zu frühe zündung beispielsweise führt auch zu einem klopf/klingelgeräusch.
    mfg sebastian

  • beschreib doch dein geräusch mal näher. gib mal ne drehzahl, nen lastzustand...

    Das metallische Klappern tritt - unabhängig vom eingelegten Gang - zwischen 1.500 und 3.000 U/min-1 auf. Immer nur beim Beschleunigen.

    Wir haben nun entschieden, den Zylinderkopf vorerst nicht zu ersetzen, da der (finanzielle) Aufwand in Relation zum Problem zu groß wäre. Der Mechaniker ist inzwischen nochmals der Sache auf den Grund gegangen: Der Ort, von dem das Geräusch ausgeht, ist definitiv der Bereich des Lagerbocks Nr. 2. Allerdings vermutet er das Problem nun doch an der Nockenwelle selbst und nicht an den Lagern. Wir lassen die Sache aber vorerst auf sich beruhen.


    du hattest auf allen 4 zylindern gebrochene kolbenringe, aber hast du dafür auch eine ursache gefunden? vielleicht gibt es zwischen dem geräusch und der ursache für gebrochene kolbenringe einen zusammenhang... zu frühe zündung beispielsweise führt auch zu einem klopf/klingelgeräusch

    Dafür haben wir noch keine Ursache gefunden. Ich lasse allerdings nun als nächsten Schritt auf 1-2-3 Ignition umrüsten, da der Motorlauf sehr unrund ist (vorallem am Stand ohne Last und im unteren Drehzahlbereich) und die Federn des Fliehkraftverstellers schon sehr schwach sind. Ich bin gespannt, ob sich dadurch auch was am metallischen Geräusch ändert... !gruebel!

    Michael

  • Hi,

    das hört sich eher nach Klingeln an, wenn es nur unter Last zu hören ist - Ursache Zündung, verstellte Nockenwellen. Wenn ein Lager defekt ist, dann hörst Du das immer. Mach doch mal ein Foto von dem angeblich defektem Lager. Die Lagergasse neu zu spindeln ist nicht das Problem, nur nutzt dir das nix, wenn der Sitz im Kopf im Eimer ist. Klingt nach einem Mech mit wenig Erfahrung in diesem Bereich.

    Die Lagerbrücken passen immer nur zu einem Bock, weil sie in einem gebohrt werden. Eine gebrauchte Brücke passt in der Regel nicht. Wenn er sie schon vertauscht hat, ist das kein gutes Zeugnis. Eine wirklich defekte Lagerstelle im Kopf ist eher selten.

    Bevor du daran reparierst - wenn es wirklich defekt ist - lieber zu einen anderen Kopf greifen.

    Also erstmal ein Bild machen und einstellen.

    Ciao


    Rainer

  • hallo, wurde eigentlich eine druckverlustprüfung gemacht???oder wie kommt ihr auf gebrochene kolbenringe? mfg carsten

    Hallo Carsten, Druckverlustprüfung wurde gemacht - nichts auffällig. Mein Mechaniker hat schon einige Alfa-Motoren repariert und tippte gleich zu Beginn auf gebrochene Kolbenringe #-)

    Ich hoffe, dass das Klingeln wirklich mit der Zündung zu tun hat (wie Rainer vermutet). Nach dem Einbau der 1-2-3 Ignition am Mittwoch weiß ich mehr :)

    Anbei noch Fotos der zerstörten Kolbenringe, dem Zylinderkopf (leider die Lager nicht im Detail...) und den Nockenwellen.

    Michael

  • Servus!

    Korrigiere mich, aber sind da tatsächlich alle 4 Ölabstreifringe gebrochen und der Rest ganz??
    Da ist es kein Wunder dass weder Druckverlusttest noch Kompressionsmessung was ergeben.
    Wenn´s wirklich so sein sollte kann das nur auf falsche Montage zurückzuführen sein - völlig untypisch so ein Defekt [Spekulationsmodus an - Kolbenmontage ohne Spannband - Spekulationsmodus aus].

    Verstehe auch nicht dass bei Problemen immer auf 1-2-3 umgerüstet wird.
    Erst mal eine vollständige serienmäßige Grundeinstellung machen (Ventilspiel, Nockenwellen, U-Kontakt, Zündung statisch), dann ZZP abblitzen. Da zeigt sich sofort ob der Verteiler richtig verstellt oder nicht.

    Grüße Marc

    Grüße aus München

    Marc

    3 Mal editiert, zuletzt von Marc1750 (10. Oktober 2011 um 22:29)

  • Das metallische Klappern tritt - unabhängig vom eingelegten Gang - zwischen 1.500 und 3.000 U/min-1 auf. Immer nur beim Beschleunigen.


    wie rainer bereits sagte dürfte es sich hierbei um typisches beschleunigungsklingen handeln. ursache meist zu früher zündzeitpunkt...
    gruss testarossa

  • ich bin mitlerweile anderer meinung.
    zündungsklingeln deutet entweder auf zu frühe zündung, oder auf zu mageres gesmisch hin.
    bei meiner giulia war es ein zu mageres gemisch, was dazu geführt hat, dass ich klingeln hatte. hat nur ne ganze weile gedauert bis ich das raus hatte. jetzt mit neuer vergaserbedüsung läuft der motor bei lambda 0,9-0,93 im teillast und bei ca. 0,88 im vaollastbereich. und siehe da, selbst mit 15° leerlaufzündung und nem verteiler mit sehr weichen federn kein klingeln zu hören. sogar die 49° max frühzündung haben auf dem prüfstand eher einen vorteil gebracht.

    also bei adam und eva anfangen:
    1. Ventile einstellen
    2. Zündung einstellen und beobachten wie weit der verteilöer verstellt. bei nem 2l sollte der auch ausgeregelt auf 40° kommen, im leerlauf tun ihm 6-8° gut.
    3. nen mobile lambdagerät rein und fahren.
    habe schon oft gesehen, dass motoren dank dem modernen sprit eher etwas zu mager laufen, trotz originaler bedüsung. zudem ist es nicht selten, dass 40 jahre alte düsen etwas enger geworden sind.
    also bevor du den kopf runter holst und ne menge geld für nichts rauswirfst erstmal sicherstellen, dass die randbedingungen alle stimmen.
    für mich hört sich das nämlich auch nach klingelnder verbrennung an.

    mfg sebastian

  • Hoemi reinige auch alles im Brennraum und den Kolbenboden falls du mittlerweile bereits viel Ölkohle drauf hast. Diese Ablagerungen sind dann auch Hot-Spots die zu Glühzündungen führen können.
    Dein Mechaniker hört dieses Geräusch auch im Leerlauf,also ohne Last oder
    hattet ihr einen Rollenprüfstand ? Du hörst es zumindest beim echten Beschleunigen,also mit Last. Weil wennst das ohne Last hörst dann weiss ich nicht ob das an einem zu frühen Zündzeitpunkt hängt. Hab das noch nie ausprobiert, also Zündverteiler soweit nach früh gedreht bis der Motor auch ohne Last,also im Leerlauf, zu klingeln beginnt.
    Aber unabhängig davon würd ich auch den simplen Weg gehen und zuerst
    die Zündanlage prüfen und damit schrittweise die Verursacher des Geräusches
    ausschliessen. Dann eben wie Sebastian schreibt das Gemisch. Je magerer desto heisser die Brennraumtemperatur und damit Neigung zu Selbstentzündungen (Klopfen).

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