Spider 1.6



Spider 1.6

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Modellbezeichnung / Typ: Spider 1.6
Baureihe: 115.35
Produktionsbeginn: 1983
Produktionsende: 1986
Produzierte Stückzahl: 2.513
Fahrgestellnummern: ZAR115350*00005001 bis *00008750
Neupreis bei Produktionsbeginn: 16.032.000 Lire
 
Motorart: 4 Zylinder Otto-Reihen-Motor
Motortyp: 0526/A*S
Zusätzliche Motorinformation: 2 Weber 40 DCOE 106/107 oder Solex C40 ADDHE Doppelvergaser

2 obenliegende Nockenwellen
Motormontage: vorne längs
Maximale Leistung (KW / PS @ U/min): 76/104 @ 5.500 (DGM)
Maximales Drehmoment (Nm @ U/min): 140 @ 4.600
Verdichtung: 9.0 : 1
Hubraum: 1.570 ccm
Bohrung / Hub: 78 x 82 mm
 
Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h
Antrieb: Heckantrieb
Durchschnittsverbrauch (l/100km lt. Werk): 9,7
 
Radstand: 2.250 mm
Länge / Breite / Höhe: 4.270 / 1.360 / 1.290 mm
Leergewicht: 1.020 kg
 
Farbinformationen: Uni-Lackierungen
AVOO Elfenbein
ROOO Pininfarina Rot

Metallic-Lackierungen
NEMT Schwarz Metallic
GHMT Silber Metallic
ACMT Türkis Metallic
 
Fahrzeugbeschreibung / Bemerkungen: 1983 schockte Alfa Romeo die Spider-Fans mit dem neuen Spider der Serie III, auch als Aerodinamica oder „Gummilippe“ bekannt. Seine Premiere feierte der neue Spider auf dem Genfer Salon (10. – 20.03.1983). Er rief mit seinen riesigen Kunststoffstoßfängern und dem unförmigen Heckspoiler bei den eingefleischten Alfa Spider Fahrern seinerzeit Entsetzen und Ablehnung hervor.

Dabei war die Idee, den Spider mit Spoilern zu versehen schon älter, griff Alfa Romeo im Prinzip doch für den Spider Aerodinamica auf eine Designstudie auf Basis des Fastbacks zurück, die schon 1974 auf der Automobilausstellung von Barcelona gezeigt wurde. Es handelte sich dabei um einen dunkelblauen Fastback, dessen seitliche Karosseriesicke in weiß lackiert war. Auf dem Heck trug dieser einen weißen, ausladenden Heckspoiler. Auch vorne hatte man unter der Stoßstange ein großes Luftleitblech angebracht. Der cw-Wert verbesserte sich bei der Studie durch die Bespoilerung laut Alfa Romeo um 8,7 %. Die Verbesserung von Luftwiderstandsbeiwert und Abtrieb an der Hinterachse blieben auch das einzige Argument, mit dem Alfa Romeo den krassen Einsatz von Spoilern rechtfertigte.

Letzten Endes waren die neuen Stoßstangen aber Tribut an den US-Amerikanischen Markt. Hätte sich der Spider Ende der 70er und Anfang der 80er nicht in Kalifornien und Florida nicht so gut verkauft, hätte Alfa Romeo den Spider wahrscheinlich einstellen müssen. Die hohen Stückzahlen, die nach Übersee geliefert wurden, machten den Spider für Alfa Romeo erst rentabel. Auf dem deutschen Markt hatten alle neu zugelassenen Cabrios zusammen derzeit gerade einen Anteil von 1,7 %. Also passte man sich dem dortigen Markt an und entwarf die geforderten voluminösen Sicherheitsstoßfänger, mit denen die Fastbacks für den US-Markt schon länger leben mussten. Um die für die USA benötigen Sidemarkers ohne spezielle Blechteile herzustellen in der Karosserie unterzubringen, ließen sich die Designer folgenden Trick einfallen. Die vorderen orangen Seitenleuchten verlegte man in den Stoßfänger und die hinteren wurden in den Spoiler integriert. In Europa fand man im Spoiler nur ein rotes Katzenauge. Die kleinen seitlichen Blinker (in den USA gab es sie nicht), stammten vom Alfasud Serie III und wurden nun anstelle vor dem Vorderrad (wie beim Fastback) dahinter angebracht. Tatsächlich gab es für den US-Markt allerdings nochmals stärkere Stoßfänger, die den Wagen um 2 cm länger als die Europa-Version machten. Insgesamt hatte der Aerodinamica fast wieder die Länge des Duetto erreicht. Er war 15 cm länger als der Fastback. Diese Mehr-cm verteilten sich wie folgt: vorne gab es 5,5 cm und hinten satte 9,5 cm mehr Überhang. Die Perspex Kappen über den Scheinwerfen, die die Aerodynamik eigentlich verbessern, entfielen bereits ein Jahr vor der Einführung des Aerodinamica.

Dem Trend der 80er Jahre folgend, wurden fast alle Chromteile des Fastback nun in mattschwarz lackiert. Nur der Scheibenrahmen und die Außenspiegel wurden verschont. 1985 endete aber auch die Ära der verchromten kleinen Spiegel, sie wurden durch wesentlich größere aus Kunststoff ersetzt. Im Innenraum tat sich im Vergleich zum Fastback relativ wenig: die Lenkradspeichen und die Einfassungen der Zusatzinstrumente waren nun schwarz gehalten und Lenkrad und Schaltknauf bestanden aus Holzimitat. Echtes Holz splitterte bei schweren Unfällen gerne und sorgte so für zusätzliche Verletzungen der Passagiere. Oberhalb des Schaltknaufs fanden sich nun sechs rechteckige Kontrollleuchten (die ihrer Größe nach auch aus einem Nutzfahrzeug stammen könnten…), die über zu geringen Öldruck, zu geringen Bremsflüssigkeitsstand, Choke, Fahrlicht, Fernlicht und angezogene Handbremse informierten. Außerdem wartete der Aerodinamica serienmäßig mit einer Innenraumlichtabschaltung mit 30 Sekunden Verzögerung und mit einer Nebelschlussleuchte auf. Die Sitzbezüge waren aus Kunstleder, das man wahlweise in Haselnussbraun (einem Beige-Ton) oder dunkelblau ordern konnte. Das Verdeck blieb grundsätzlich unverändert, nur der Bezug wurde nun aus einem PVC-ähnlichen Material gefertigt. Es war in schwarz und beige erhältlich.

Der Spider 1.6 war allerdings nur Mitläufer der Änderungen für den US-Markt, denn er wurde dort gar nicht angeboten. Er unterschied sich lediglich durch den kleineren Motor vom Spider 2.0. Leergewicht bis zu 1040 kg.

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Spider 1.6


Der klassiche 1600er Bialbero.


Der Inennraum


Die überarbeitete Mittelkonsole


Stein des Anstoßes - der Heckspoiler

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